Selbstständiger Nebenerwerb Schweiz: meine 12 häufigsten Fragen beantwortet

Selbstständiger Nebenerwerb Schweiz: meine 12 häufigsten Fragen beantwortet

Update Juli 2026

Ich werde oft auf Instagram gefragt, wie ich meine Selbstständigkeit organisiere. In diesem Blogpost beantworte ich die häufigsten Fragen rund um meinen selbstständigen Nebenerwerb in der Schweiz. Hier findest du auch meinen umfassenden Guide, wie du einen Blog erstellst.

Wichtiger Hinweis

Alle Angaben in diesem Blogpost sind ohne Gewähr. Bitte konsultiere die Webseite deines Kantons wegen den Steuern oder kontaktiere einen Treuhänder. Es kommt darauf an, wie viel du verdienst, ob du verheiratet bist, in welchem Kanton du wohnst und mehr.

Kurz zusammengefasst
  • Ab CHF 2’500 Jahreseinkommen aus dem Nebenerwerb musst du dich bei der kantonalen Ausgleichskasse anmelden, darunter nur auf Verlangen.
  • Erst ab CHF 100’000 Jahresumsatz braucht es einen Handelsregistereintrag und wird Mehrwertsteuer fällig, vorher ist beides freiwillig.
  • Jedes Nebeneinkommen muss unabhängig von der Höhe in der Steuererklärung angegeben werden.
  • Eine einfache Milchbüechli-Rechnung in Excel reicht für die meisten Nebenerwerbe völlig aus.

Wichtige Kennzahlen auf einen Blick

CHF 2’500
Grenze für AHV-Pflicht im Nebenerwerb
CHF 100’000
Grenze für Handelsregister & MWST
CHF 300–400
Meine Kosten für den Treuhänder

12 Fragen meiner Follower zu meinem Side Business

1. Helga, hast du eine eigene Firma?

Ich habe keine Firma, alles läuft über den selbstständigen Nebenerwerb. Bei der Ausgleichskasse bin ich als Bloggerin registriert.

2. Ab welchem Umsatz muss ich eine Firma anmelden?

Ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000 musst du ein Gewerbe anmelden und dich ins Handelsregister eintragen, vorher ist es freiwillig. Unternehmen, die jährlich mehr als CHF 100’000 Umsatz erzielen, müssen Mehrwertsteuer bezahlen, unterhalb davon bist du nicht mehrwertsteuerpflichtig.

Bei gewissen Einkommensverhältnissen macht es aus Steuergründen Sinn, die Gründung einer GmbH zu prüfen, teilweise sogar einer AG. Bitte kläre das mit einem Experten.

3. Was muss ich beachten, wenn ich nebenbei Geld verdiene?

Heutzutage ist es einfach, im Internet ein Nebeneinkommen zu verdienen. Vermeide dabei unbedingt Schwarzarbeit. Grundsätzlich muss jedes Einkommen, auch unter CHF 2’500, in der Steuererklärung angegeben werden. Zudem musst du damit rechnen, dass sich deine Steuerlast bei mehr Einkommen vergrössert.

4. Was muss ich erledigen, wenn ich mehr als CHF 2’500 pro Jahr nebenbei verdiene?

1. Bei der Ausgleichskasse (AHV/IV) anmelden: Ab einem Nebeneinkommen von CHF 2’500 pro Jahr musst du dich bei der Ausgleichskasse anmelden, auf dem Einkommen werden dann die AHV-Abzüge gemacht. Die Schweizer Ausgleichskassen sind kantonal organisiert, auf der Webseite deines Kantons findest du ein Formular für die Anmeldung. In jedem Kanton sieht die Webseite anders aus und die Formulare sind unterschiedlich benannt, du musst also ein bisschen suchen.

Bei mir im Kanton Freiburg hat es schnell geklappt, ich erhielt wenige Tage nach der Anmeldung den schriftlichen Nachweis und eine Nummer. Leider konnte ich es nicht online ausfüllen, sondern musste es ausdrucken und per Post schicken. Bei der Anmeldung musste ich angeben, welchen Umsatz ich im Jahr voraussichtlich erzielen werde, auf diesen Betrag zahle ich dann die AHV-Abzüge. Nach wenigen Tagen flatterte bereits eine dicke Akonto-Rechnung ins Haus, also Cash parat haben bei der Anmeldung.

Einige Kooperationspartner verlangen für die Zusammenarbeit einen schriftlichen Nachweis, dass man bei der Ausgleichskasse angeschlossen ist.

2. Das Einkommen bei den Steuern angeben: Jedes Nebeneinkommen muss in der Steuererklärung angegeben werden. Meine Nebeneinkünfte werden innerhalb meiner privaten Steuererklärung deklariert. Rechne damit, dass sich deine Steuern erhöhen, je mehr du im Nebenerwerb zusätzlich verdienst.

3. Eine Erfolgsrechnung führen: Ich führe eine einfache Milchbüechli-Rechnung im Excel und stelle Ausgaben und Einnahmen gegenüber. Diese Erfolgsrechnung reiche ich zusammen mit der Steuererklärung ein und sende sie ebenfalls an die Ausgleichskasse.

Mache alle berechtigten Abzüge geltend, ich habe zum Beispiel mein neues iPhone und meinen Internet-Anschluss zuhause abgezogen, da ich diese für meine Arbeit brauche. Es gibt zudem Pauschalen fürs Office. Die Ausgleichskasse verrechnet dann meine tatsächlichen Einnahmen mit den bereits geleisteten Akonto-Zahlungen der AHV-Abzüge, dann kann es sein, dass ich noch AHV-Beiträge nachzahlen muss oder etwas zurückerhalte.

5. Hast du ein Buchhaltungs-Programm?

Ich nutze kein Buchhaltungsprogramm wie Bexio, dafür schreibe ich zu wenige Rechnungen. Ich sammle alle Belege laufend und lege sie systematisch auf meinem PC ab, dann gibt es Ende Jahr kein Durcheinander. Gut fahre ich mit regelmässigen Monatsabschlüssen, wo ich alles Ende Monat im Excel nachtrage und digital ordne.

Im Word habe ich mir eine Rechnungs-Vorlage gebastelt, die ich jeweils überschreiben kann, als PDF abspeichere und dem Kunden per Mail zusende. Ich nutze Google Docs und Google Sheets, so kann ich jederzeit darauf zugreifen.

6. Hast du einen Treuhänder?

Ja. Mir ist das Ausfüllen der Steuererklärung zu aufwändig wegen der Immobilie, Wertschriften, verschiedenen Einkommen und mehr. Zudem kann ich dem Treuhänder Fragen stellen und er kann mir Dinge ausrechnen.

7. Was kostet dein Treuhänder?

Ich bezahle ca. CHF 300 bis 400 für die Steuererklärung. Aber dafür ist alles sauber erledigt und ich bekomme ein Dossier für meine Ablage. Die Kosten sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

8. Wie schaffst du es, Festanstellung und Nebentätigkeit unter einen Hut zu bringen?

Ich habe extrem produktive Phasen, wo ich innerhalb weniger Stunden mehrere Blogposts verfassen kann, am liebsten arbeite ich abends und nachts. Wenn ich voll konzentriert bin, arbeite ich sehr effizient, aber es ist durchaus aufwändig, diverse Jobs und Selbstständigkeit unter einen Hut zu bringen.

9. Welche Fixkosten hast du?

Ich zahle fürs Hosting des Blogs und den Domain-Namen. Ansonsten versuche ich sehr günstig zu arbeiten und möglichst ohne kostenpflichtige Tools. Ich nutze Canva für Grafiken, das Abo kostet ca. USD 13 im Monat, für die Buchhaltung nutze ich Google Docs und Google Tabellen online, Mailchimp als Newsletter-Programm kostet ebenfalls ca. USD 13 im Monat. Die Plugins für meinen WordPress-Blog sind in der Basisversion kostenlos.

Ich habe kein angemietetes Büro, sondern mache alles zuhause am PC und mit meinem Handy. Zudem nutze ich eine kostenlose Smartphone-Bank, um meine Zahlungen abzuwickeln. Für mich ist es wichtig, nicht in die Abo-Fallen von Online-Tools und Programmen zu tappen, das kann schnell teuer werden. Das Teuerste an meinem selbstständigen Nebenerwerb sind die AHV-Abzüge und die Einkommenssteuern.

10. Welche Stolperfallen siehst du?

  • Zu teure Programme: Schon zu Beginn teure Abos lösen oder kostenpflichtige Programme nutzen, die man noch gar nicht braucht
  • Zu wenig Cash auf der Seite: Man kann sich bei den Steuern verschätzen, deshalb immer genügend Cash für Steuern und AHV-Abzüge bereithalten
  • Zu wenig Freizeit: Nach dem Hauptjob noch an eigenen Projekten arbeiten ist spannend, braucht aber viel Energie
  • Selbstständig ohne Eigenkapital: Erst im Kleinen erfolgreich sein, bevor man sich an die grossen Brocken wagt, viele buttern zu viel Startkapital rein und müssen dann lange gratis arbeiten, um die Kosten aufzuholen
  • Zu hohe Steuern: Ein normaler Job plus zusätzliches Nebeneinkommen erhöht dein steuerbares Einkommen, zahle in die Säule 3a ein, um die Steuerlast zu verringern, und prüfe Rechtsformen wie GmbH oder AG

11. Braucht man Vorwissen?

Ich habe ein gewisses Vorwissen durch die kaufmännische Grundbildung, dennoch habe ich alles Schritt für Schritt selber recherchiert. Das Wichtigste ist, sich bei der Ausgleichskasse anzumelden, eine simple Erfolgsrechnung zu führen und die Einnahmen zu versteuern. Alles andere: Learning by Doing und einfach loslegen.

12. Wie wichtig ist dir eine zuverlässige Bank als Unternehmerin?

Die Gebühren sollten im Rahmen oder kostenlos sein, zum Beispiel mit den gratis Smartphone-Banken Zak, Yuh und neon. Das Bankkonto brauche ich hauptsächlich, um die Zahlungseingänge zu prüfen.

Bank für Selbstständige im Nebenerwerb

Zak Gutschein Promocode CHF 50
Zak Gutschein Code
Yuh Aktionscode Startguthaben
Yuh Aktionscode

Fazit: Selbstständiger Nebenerwerb Schweiz

Für mich ist ein selbstständiger Nebenerwerb der beste Weg, neben dem Job langsam und ohne Risiko ein zusätzliches Einkommen aufzubauen. So ist es durchaus möglich, auf einen Akademiker-Lohn zu kommen.

Dank der Kombination aus Hauptjob und selbstständigem Nebenerwerb kann ich mir ein doppeltes finanzielles Polster aufbauen und muss mir keine Sorgen machen. Das überschüssige Geld investiere ich in Aktien und ETFs.

VorsorgeAngestelltSelbstständig
2. Säule (Pensionskasse)Hälftig mit ArbeitgeberVoller Betrag selbst

Ein Hauptgrund, warum ich einen Angestellten-Job nicht komplett verlassen möchte, ist die Einzahlung in die 2. Säule. Als Selbstständige kann man ebenfalls in die 2. Säule einzahlen, muss aber den vollen Betrag selbst übernehmen, als Angestellte übernimmt die Hälfte der Arbeitgeber.

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One thought on “Selbstständiger Nebenerwerb Schweiz: meine 12 häufigsten Fragen beantwortet

  1. Hallo Helga
    Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen und so tolle Tips teilst!
    Ich hab im Internet nach Informationen zum Nebenverdienst gesucht und bin auf deine Seite gestossen. Dein Input hilft mir sehr, mich gut vorzubereiten und ich werde diese Seite auf jeden Fall abspeichern.

    Ganz herzliche Grüsse von deiner Namensvetterin, Helga.

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