Wie entstehen Fehler beim Investieren?

Mindset beim Investieren: Wie entstehen Fehler beim Investieren?

Update Juli 2026

Kurz zusammengefasst
  • Die häufigsten Verlust-Ursachen: fehlende Diversifikation, emotionales Handeln, Hebelprodukte und unrealistische Renditeversprechen.
  • Der Verlustaversions-Bias macht es psychologisch schwer, nach Verlusten wieder Vertrauen in die Börse aufzubauen.
  • Lösung: Finanzielle Bildung, seriöse Broker, breite Diversifikation via ETFs und ein langfristiger Sparplan.

Auf Instagram postete ich ein Reel mit dem Titel “7 Ausreden, warum du dein Geld nicht investierst”. Dieses Reel thematisiert das Mindset beim Investieren.

Die 7 häufigsten Ausreden, warum jemand nicht investiert

  1. Ich bin nicht gut mit Zahlen und kann nicht rechnen
  2. Investieren ist zu kompliziert für mich
  3. Ich habe Angst, Geld zu verlieren
  4. Ich brauche keine finanzielle Absicherung, es wird schon irgendwie reichen
  5. Geld zu wollen ist egoistisch
  6. Ich habe nicht genug Geld um zu investieren
  7. Ich lasse meinen Partner das Finanzielle regeln

Warum passieren Fehler beim Investieren?

Eine Followerin hat dieses Reel gesehen und schickte mir eine spannende Frage:

“Liebe Helga, ich habe eine Frage zu deinem Reel ‘Sieben Ausreden, warum du dein Geld nicht investierst’. Wenn eine Person so fest Angst hat, weil sie so unglaublich schlechte Erfahrungen gemacht hat mit Investieren und dabei sehr viel Geld in der Vergangenheit verloren hat, ist es dann auch noch eine Ausrede? Wie entstehen schlechte Erfahrungen beim Investieren?

Was, wenn die Person gar nicht mehr investieren will und alle Versuche abblockt, stattdessen das Geld nur auf dem Sparkonto versauern lässt? Meiner Meinung nach müsste die Person professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, an den Glaubenssätzen arbeiten und das Vertrauen langsam wieder aufbauen.

Aber ohne einen Willen zur Veränderung sehe ich sonst keine Chance und denke mir: ‘Geh deinen Weg, aber beschwere dich dann nicht jetzt und in 30 Jahren.'” Followerin

Meine Antwort

Jeder Mensch hat das Recht, seinen eigenen Weg zu gehen. Wenn es ums Investieren geht, bringt es nichts, jemanden zu überreden. Die Person muss aus eigener Motivation handeln.

Oft fehlt das nötige Wissen, wie man richtig investiert. Teile offen deine eigenen Erfahrungen und Erfolge. Menschen, die sich davon inspiriert fühlen, werden von selbst neugierig und möchten mehr darüber erfahren, wie du es geschafft hast. Druck und Zwang sind hier fehl am Platz. Jeder Mensch ist eigenverantwortlich dafür zuständig, sich um sein eigenes Vermögen zu kümmern. Es ist nicht deine Aufgabe.

Eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt, ist, warum gewisse Menschen beim Investieren Geld verlieren. Wie entstehen schlechte Erfahrungen beim Investieren?

Liegt es daran, dass sie nicht ausreichend diversifizieren? Wurden Entscheidungen emotional getroffen, aus Angst und Gier?

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen und nachzufragen, was denn genau passiert ist und warum Verluste eingefahren wurden. Oft fehlt das Verständnis für Risiken. Wegen diesen Erzählungen aus dem Umfeld trauen sich viele Leute nicht ans Investieren ran.

So entstehen Verluste beim Investieren

Oft beobachte ich diese Gründe, warum Menschen beim Investieren Geld verlieren:

1

Keine Diversifikation

Das ganze Geld steckt in wenigen Aktien oder sogar nur einer Kryptowährung. Aus Panik wird dann zum Tiefstand verkauft, oder das Unternehmen geht Konkurs (wie bei Wirecard oder Credit Suisse) und das Investment muss abgeschrieben werden.

Lösung: Breit streuen mit ETFs. Niemals alles auf eine oder wenige Aktien setzen.
2

Produkt nicht verstanden

Komplizierte, risikoreiche Produkte wie Derivate, CFDs, Hebelprodukte oder spekulative Kryptowährungen wurden gekauft, ohne sie zu verstehen. Oder man folgt dem Hype um Meme-Coins.

Lösung: Nur investieren, was man versteht. ETFs eignen sich für Anfänger, nicht auf den Hype-Train aufspringen.
3

Kauf bei Höchstständen

Investition im Allzeithoch, kurz darauf ein Crash, die Nerven verloren und verkauft.

Lösung: Langfristig investieren über einen Sparplan, kein Market-Timing betreiben.
4

Emotionales Kaufen oder Verkaufen

In Panik während eines Crashs verkauft, anstatt die Position zu halten.

Lösung: Eine definierte Anlagestrategie mit langfristigem Horizont macht emotionale Kontrolle einfacher.
5

Betrug oder unseriöse Beratung

Von Betrügern oder unseriösen Beratern in riskante Anlagen gelockt, mit Versprechen wie “garantierte Renditen” oder “sofort reich werden”.

Lösung: Vorsicht bei unrealistischen Renditeversprechen. Nur bei seriösen, regulierten Anbietern investieren.
6

Kredite oder Hebel genutzt

Auf Kredit oder mit Hebel investiert. Der Hebel multipliziert Gewinne, aber auch Verluste.

Lösung: Keine Kredite oder Hebel für Investitionen nutzen, besonders bei riskanten Anlagen.
7

Schicksalsschläge

Eine plötzliche Krise (Jobverlust, Krankheit) zwingt zum Verkauf der Investitionen zum schlechtesten Zeitpunkt.

Lösung: Ein Notgroschen ist Pflicht. Nur Geld investieren, auf das man verzichten kann.
8

Zu kurze Anlagedauer

Spekulation auf schnelle, hohe Gewinne, Anlagen wurden nicht lange genug gehalten.

Lösung: Verstehen, dass Investieren ein langfristiges Game ist.

Verlustaversions-Bias

Es ist normal, dass das Vertrauen in die Börse erschüttert wird, wenn man durch die oben genannten Fälle Geld verliert.

Der Verlustaversions-Bias bedeutet, dass Verluste emotional schwerer zu ertragen sind als gleichwertige Gewinne. Jede Bewegung am Markt wird zur Bedrohung, und die Angst vor weiteren Verlusten überschattet die Hoffnung auf Gewinne. Dies führt zu einem Teufelskreis aus Angst, Unsicherheit und einer verzerrten Wahrnehmung von Risiko, der es fast unmöglich macht, wieder mit Vertrauen an der Börse zu agieren.

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Mindset beim Investieren: So funktioniert’s

Was könntest du besser machen? Wenn du diese Punkte beachtest, kannst du dein Mindset beim Investieren viel besser fokussieren. Halte dich an bewährte, unspektakuläre Strategien, um dein Geld langfristig zu vermehren.

  • Finanzielle BildungKurse, Bücher oder Coaching nutzen, plus solides Money Management
  • Seriösen Broker wählenNur bekannte Schweizer Broker ohne horrende Gebühren
  • Robo-Advisor nutzenFalls dir die Nerven für die eigene Auswahl fehlen
  • Realistische ZieleInvestieren ist kein Mittel, um schnell reich zu werden
  • DiversifikationBreit streuen über ETFs statt auf einzelne Aktien zu setzen
  • Unabhängige BeratungHilft, eine passende Strategie zu entwickeln und Ängste abzubauen
  • Mit kleinen Beträgen startenPer ETF-Sparplan Vertrauen aufbauen
  • NotgroschenFinanzielles Polster gegen Panik-Verkäufe, siehe Notgroschen Schweiz
  • Langfristige PerspektiveHilft, Schwankungen am Markt auszuhalten
  • Sparplan erstellenKonservativer Portfolio-Mix mit breit gestreuten ETFs

Seriöse Schweizer Broker:

Dubiose Plattformen meiden: Liste mit verdächtigen Plattformen.

💡 Robo-Advisor als Alternative

Falls du nicht die Nerven hast, selber Aktien und ETFs auszuwählen: Bei Selma, Findependent, Inyova, TrueWealth oder Swissquote Easy Invest zahlst du ein und der Anbieter übernimmt Kauf und Verkauf zu einer Pauschalgebühr.

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Fazit: Mindset beim Investieren

Die Gründe, dass jemand an der Börse Geld verliert, liegen oft an emotionalem Handeln und fehlender Bildung.

Mit der richtigen Strategie ist es möglich, das Mindset beim Investieren und das Vertrauen an der Börse langsam wieder aufzubauen und weitere gröbere Fehler zu vermeiden.

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