Vorsorge Schweiz erklärt: finanziell und rechtlich richtig absichern

Vorsorge Schweiz erklärt: finanziell und rechtlich richtig absichern

Update Juli 2026

Vorsorge Schweiz: Dieses Wort liest du wahrscheinlich sehr oft. Aber was heisst Vorsorge eigentlich konkret für dich? Ich teile das Thema in zwei Bereiche: finanzielle Vorsorge und gesundheitliche sowie rechtliche Vorsorge. In diesem Beitrag gebe ich dir Impulse, worauf du achten solltest, inklusive einem unabhängigen Online-Check, mit dem du herausfindest, ob sich deine Lebensversicherung überhaupt lohnt.

Kurz zusammengefasst
  • Vorsorge Schweiz besteht aus zwei Teilen: finanzielle Vorsorge (Notgroschen, Investments, Säule 3a, 2. Säule) und rechtliche Vorsorge (Vorsorgeauftrag, Vollmacht, Patientenverfügung, Testament).
  • Verlasse dich nie allein auf Partner oder Familie, baue dir dein eigenes finanzielles Polster auf.
  • Viele Lebensversicherungen der Säule 3b sind teuer und intransparent, ein unabhängiger Check lohnt sich fast immer.
  • Mit dem Online-Kurs Lebensversicherungs-Check gehst du deine Police Schritt für Schritt selbst durch.

Vorsorge Schweiz erklärt: persönliche finanzielle Vorsorge

Die eigene Vorsorge heisst, ein finanzielles Polster für dich zu schaffen, damit du im Leben und später im Alter geldmässig gut dastehst. Dabei ist es wichtig, dich breit aufzustellen und diverse Säulen aufzubauen. Als Erstes solltest du deine momentanen Finanzen ordnen und ein Budget erstellen. So kannst du ermitteln, wie viel du sparen und investieren kannst. Setze dir Ziele und arbeite kontinuierlich an deinem Vermögensaufbau.

Grundsätzlich gilt: Du solltest in deinem Leben keine grossen Einkommenslücken haben. Das ist ein Hauptgrund für Altersarmut, besonders bei Frauen. Verlasse dich nicht auf andere Personen, weder auf deine Eltern noch auf deinen Partner. Sorge selbst für dein Vermögen, und kalkuliere dabei immer den Ernstfall mit ein: Trennung, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder Todesfall.

Notgroschen

Die Basis ist dein Cash-Bestand. Baue dir ein finanzielles Polster auf, damit du flexibel bleibst. Du solltest nie dein ganzes Geld in Aktien und ETFs investieren, sondern immer einen Notgroschen parat haben, zum Beispiel bei Neon oder Zak.

Investments in Aktien und ETFs

Wenn du früh genug anfängst, lässt sich über die Jahre ein grosses Depot aufbauen. Investiere langfristig und nutze den Zinseszinseffekt. Wenn du es clever anstellst, besteht die Möglichkeit, im Alter ein passives Einkommen aus Dividenden zu geniessen.

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Säule 3a

Die Säule 3a bietet dir während den Einzahlungsjahren Steuervorteile. Beim Bezug werden dann Steuern fällig. Daher lohnt es sich unter Umständen, mehrere Säule-3a-Konten zu eröffnen und diese gestaffelt zu beziehen. Generell ist es sinnvoll, die Säule 3a in Wertschriften anzulegen, um den langen Anlagezeitraum auszunutzen. Das Geld nur auf der Bank zu lagern, ist bei den tiefen Zinsen wenig zielführend.

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2. Säule (Berufliche Vorsorge)

Diese Beiträge bezahlt dein Arbeitgeber für dich ein. Die 2. Säule fällt weg, wenn du unter einem bestimmten Mindestlohn verdienst. Daher solltest du auch als Haupterziehungsperson von Kindern mindestens diesen Betrag verdienen, damit du in die Pensionskasse einbezahlst. Ohne diese Einzahlungen wird dir im Alter ein wichtiger Teil komplett fehlen.

Durch Pausen für die Kinderbetreuung entstehen gerade bei Frauen grössere Lücken in der Pensionskasse. Ich rate deshalb, keine sehr tiefen Teilzeitpensen anzusteuern und die Erwerbs- sowie Care-Arbeit partnerschaftlich aufzuteilen. Eine Scheidung wird für den Alleinverdiener sonst teuer, da die Pensionskassen beider Parteien geteilt werden. Die Sache ist ausgeglichener, wenn beide ähnlich viel verdienen und einzahlen.

Die Mischrechnung nicht vergessen

Frisst die Kita-Betreuung den ganzen Lohn auf? Oft wird hier zu wenig weit gedacht: Auch bei wenig Netto-Lohn zahlst du in die Säule 3a, die AHV und die 2. Säule ein und schliesst so wichtige Vorsorgelücken.

Lebensversicherung Schweiz: Lohnt sich deine Police?

Von Versicherungen wird dir oft eine Säule-3b-Lösung verkauft. Bei den klassischen Fonds-Lösungen der Versicherungen zahlst du hohe Einkaufsgebühren, und laufende Kosten schmälern deine Rendite über die Jahre erheblich. Baue dir stattdessen lieber einen eigenen ETF-Sparplan auf. Es macht wenig Sinn, Versicherung und Investieren zu vermischen.

Eine Lebensversicherung ist trotzdem wertvoll, wenn Angehörige finanziell von dir abhängig sind. Könnte dein Partner ohne dein laufendes Einkommen auskommen? Wenn nicht, solltest du dir das Thema Lebensversicherung unbedingt genauer anschauen.

Zahlst du drauf, ohne es zu merken?

Viele Policen in der Säule 3b sind teuer und intransparent. Hohe Abschlusskosten und laufende Gebühren fressen jahrelang an deiner Rendite, oft ohne dass du es auf den ersten Blick siehst.

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Vorsorge Schweiz erklärt: gesundheitliche und rechtliche Vorsorge

Die Ehe regelt viele rechtliche Belange, die Erbfolge ist dadurch meist klar. Wer unverheiratet ist, muss selbst unbedingt bestimmen, was im Ernstfall passieren soll.

Vorsorgeauftrag

Kommt zum Einsatz bei Urteilsunfähigkeit. Wer soll deine finanziellen, rechtlichen und persönlichen Anliegen vertreten, wenn du urteilsunfähig wirst? Notiere dies in einem Vorsorgeauftrag und informiere die bestimmte Person. Ohne Vorsorgeauftrag kann im Ernstfall die KESB übernehmen, was es für deine Angehörigen sehr mühsam macht.

Vollmacht

Kommt zum Einsatz bei Urteilsunfähigkeit. Soll dein Partner an dein Bankkonto herankommen und Rechnungen bezahlen können, wenn du urteilsunfähig bist? Dann gib ihm eine Vollmacht. Im Todesfall reicht eine Vollmacht allerdings nicht aus, dort müssen zuerst die rechtlichen Erben ermittelt werden, bevor ein Bankkonto aufgelöst werden kann.

Patientenverfügung

Kommt zum Einsatz im Spital oder beim Arzt. Informiere deine Angehörigen, wie du im Ernstfall behandelt werden möchtest. Für Angehörige ist es sehr schwierig, das in einer stressigen Akutsituation zu entscheiden. Mit einer Patientenverfügung sorgst du dafür, dass in deinem Sinne entschieden wird, und nimmst deinen Angehörigen eine schwere Last ab. Dazu gehört auch der Organspendeausweis.

Testament

Kommt zum Einsatz nach dem Todesfall. Ein Testament macht vor allem Sinn, wenn du unverheiratet bist und keine Kinder hast, oder nicht nach der gesetzlichen Erbfolge gehen möchtest. Bei komplizierteren Vermögensverhältnissen, einer gemeinsamen Firma oder einem gemeinsamen Haus mit dem unverheirateten Lebenspartner ist ein Testament unbedingt nötig. Sonst geht dein Partner komplett leer aus. Das Testament muss handschriftlich verfasst sein, lass es am besten von einer Notarin oder einem Notar prüfen und einlagern.

Lebenspartner bei der Pensionskasse anmelden

Lebst du im Konkubinat ohne Trauschein? Dann erbt dein Partner ohne Weiteres kein Geld aus deiner Pensionskasse. Die meisten Pensionskassen bieten an, den Partner formlos anzumelden, meist über ein Formular auf der Webseite der jeweiligen PK. Die Hinterlegung kostet nichts.

Hinterlegung von Passwörtern und Codes

Was oft vergessen geht, aber Angehörigen Nerven kosten kann, sind Online-Accounts, vergessene Konten und Logins. Notiere die wichtigsten Zugänge zu E-Banking und Depots wie Swissquote, Yuh oder Selma irgendwo sicher. Mehr dazu in meinem Beitrag Wissen deine Angehörigen, wo du überall Geld hast?


Häufige Fragen zur Vorsorge Schweiz

Was gehört alles zur Vorsorge in der Schweiz?

Finanzielle Vorsorge über Notgroschen, Investments, Säule 3a und 2. Säule, sowie rechtliche Vorsorge über Vorsorgeauftrag, Vollmacht, Patientenverfügung und Testament.

Lohnt sich eine Lebensversicherung immer?

Nein, viele Policen der Säule 3b sind teuer und intransparent. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn Angehörige finanziell von dir abhängig sind.

Wie finde ich heraus, ob sich meine bestehende Police lohnt?

Mit einem unabhängigen Online-Check wie dem Lebensversicherungs-Check kannst du deine Police Schritt für Schritt selbst durchgehen und siehst schwarz auf weiss, ob sich eine Kündigung lohnen könnte.

Was passiert ohne Vorsorgeauftrag bei Urteilsunfähigkeit?

Im Ernstfall kann die KESB übernehmen, was für Angehörige zusätzlichen Aufwand und Unsicherheit bedeutet.

Braucht ein unverheiratetes Paar ein Testament?

In den meisten Fällen ja, sonst geht der unverheiratete Lebenspartner bei einem Todesfall gesetzlich leer aus.

Fazit Vorsorge Schweiz erklärt

Das Vorsorgesystem der Schweiz ist stark auf Vollzeitbeschäftigte ausgerichtet. Je weniger Stellenprozente du arbeitest, desto mehr musst du privat für deine Vorsorge sorgen. Ich verstehe vollkommen, dass man nicht immer 100% arbeiten möchte, das bedingt aber, dass du andere Einkommensströme schaffst und privat mit Aktien, ETFs und der Säule 3a vorsorgst.

Prüfe zudem, ob deine bestehende Lebensversicherung überhaupt noch zu dir passt, viele Menschen zahlen jahrelang für eine Police, die sich für sie gar nicht lohnt.

*Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

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