ETF-Fehler, die dich richtig viel Geld kosten: Podcast

ETF-Fehler, die dich richtig viel Geld kosten: Podcast

Podcast-Folge · Update August 2026

Hast du das Gefühl, mit fünf oder sechs ETFs im Depot besonders gut diversifiziert zu sein? Genau das Gegenteil kann der Fall sein. In dieser Podcast-Folge geht es genau darum, warum mehr ETFs nicht automatisch mehr Diversifikation bedeuten, und welche ETF-Fehler dich am meisten Geld kosten. Falls du ETFs gerade erst für dich entdeckst, findest du die Basics in meinem Artikel Was sind ETFs? Und falls du noch zwischen Einzelaktien und ETFs schwankst, hilft dir mein Vergleich Aktien oder ETF: Was passt zu dir?


Antwort in Kürze

Sind viele ETFs im Depot automatisch besser diversifiziert?

Nein. Ein FTSE All-World oder MSCI ACWI ist schon sehr breit gestreut. Kommen weitere ETFs mit US-Fokus dazu, steigt meist nur die Gewichtung einzelner Länder oder Branchen. Mehr Streuung bringt das nicht.

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Kurz zusammengefasst
  • Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Streuung. Oft überschneiden sie sich stark.
  • MSCI World enthält nur Industrieländer. MSCI ACWI und FTSE All-World enthalten zusätzlich Schwellenländer.
  • Ein Schweizer Dividenden-ETF mit 50 % Depotgewicht ist ein klares Länder- und Branchenrisiko.
  • Der teuerste Fehler ist nicht die falsche TER. Es sind die Jahre, in denen dein Geld gar nicht investiert war.

Die 5 häufigsten ETF-Fehler im Überblick

  1. Zu viele ETFs im Depot. Mehr ETFs bringen selten mehr Streuung, oft nur mehr Überlappung.
  2. Doppelte Weltindizes. FTSE All-World und MSCI ACWI gleichzeitig halten bringt fast nichts.
  3. Klumpenrisiko durch Schweiz-Übergewicht. Ein zu hoher Anteil in wenigen Branchen ist ein stilles Risiko.
  4. Ständige Strategiewechsel. Jeder Wechsel kostet Geld und Zeit im Markt.
  5. Warten auf den perfekten Einstieg. Der teuerste ETF-Fehler von allen.

Warum landen so viele ETFs im Depot?

Wer viele Depots anschaut, sieht oft dasselbe Bild. Portfolios mit sechs, sieben oder noch mehr ETFs. Der Grund ist meist einfach. Man hört von einem guten ETF und kauft ihn. Ein paar Monate später kommt der nächste dazu. Am Ende liegen mehrere ETFs im Depot, die sich stark überschneiden.

Viele denken: Je mehr ETFs ich habe, desto besser bin ich diversifiziert. Aber so funktioniert es nicht.

Wichtiger als die Anzahl ist eine einzige Frage. Welche Aufgabe hat dieser ETF in meinem Depot? Wer darauf keine Antwort hat, braucht den ETF wahrscheinlich nicht.

MSCI World, MSCI ACWI und FTSE All-World: Was ist der Unterschied?

Gerade Einsteiger verwechseln diese drei Begriffe schnell. Der wichtigste Unterschied liegt darin, ob Schwellenländer mit abgedeckt sind.

MSCI World

Nur Industrieländer. Trotz des Namens “World” ist nicht die ganze Welt enthalten.

MSCI ACWI

Industrieländer plus Schwellenländer, breiter als der MSCI World.

FTSE All-World

Ebenfalls Industrie- und Schwellenländer, sehr ähnliches Konzept wie der MSCI ACWI.

Wer gleichzeitig einen FTSE All-World und einen MSCI ACWI hält, hat sehr viele Firmen doppelt. Zusätzlichen Nutzen bringt das nicht. Einen ausführlichen Vergleich der grossen Weltindizes findest du in meinem Artikel MSCI World vs. S&P 500.

Wer nur einen MSCI World hält, dem fehlen die Schwellenländer. Ob sich ein zusätzlicher Emerging-Markets-ETF lohnt, ist keine Frage der Vorhersage. Es ist deine eigene Entscheidung. Niemand weiss sicher, welche Region als Nächstes gewinnt.

Wann wird ein Schweiz-ETF zum Klumpenrisiko?

Ein Beispiel aus der Folge. Ein Depot mit 50 % Schweizer Dividenden-ETF und 50 % USA oder Welt. Das ist ziemlich einseitig. Ein Schweizer Dividenden-ETF besteht oft aus wenigen Firmen und Branchen. Meist sind das Gesundheit, Finanzwerte und Konsumgüter.

  • Ein hoher Schweiz-Anteil bedeutet ein klares Länder- und Branchenrisiko.
  • Das kann trotzdem gut sein, wenn du es bewusst so gewählt hast.
  • Wichtig ist, dass du weisst, weshalb du diese Gewichtung hast.

Eine Übersicht der beliebtesten Schweizer Optionen findest du in meinem Artikel Beste Dividenden-ETFs Schweiz.

Gehören Gold und Silber ins Depot?

Gold und Silber können zur Streuung sinnvoll sein. Für Einsteiger sind sie aber kein Muss. Aktien arbeiten langfristig für dich, sie bringen Gewinne und Dividenden. Gold bringt selbst nichts. Du hängst nur vom Preis ab. Wächst dein Vermögen, kannst du weitere Anlagen dazu mischen.

Der teuerste Fehler: auf den perfekten ETF warten

Auf die Frage, wo Anleger am meisten Geld verlieren, gibt es eine klare Antwort. Ständige Strategiewechsel. Heute MSCI World. Morgen Dividendenstrategie. Dann nur USA. Danach Emerging Markets. Irgendwann verkauft man wieder alles und beginnt von vorne. Bei jedem Wechsel entstehen Kosten. Und du läufst der vergangenen Performance hinterher.

Wenn der Aktienmarkt während deiner Wartezeit sieben Prozent gestiegen ist, hast du viel mehr Rendite verpasst, als du durch die tiefere TER einsparst.

Das gilt auch für die Angst vor Allzeithochs. Neue Höchststände sind an der Börse normal. Unternehmen wachsen langfristig, deshalb steigt auch der Index. Das bedeutet nicht, dass der Markt nicht auch fallen kann. Wer jahrelang auf den perfekten Einstieg wartet, verpasst oft deutlich mehr Rendite, als ein kurzfristiger Rückgang je kosten würde.

Sparplan oder Einmalanlage?

So kann das aussehen. Ein grosser Teil des Vermögens wird direkt investiert. Danach folgt ein Sparplan. Dazu kommt ein kleiner Cash-Puffer für stärkere Rückgänge von etwa fünf bis zehn Prozent. So investierst du zusätzlich, ohne ständig auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Der Sparplan läuft in der Zwischenzeit einfach weiter.

Wer noch nicht gestartet ist, muss nicht mit grossen Summen beginnen. Schon 100 Franken reichen für den Anfang. So lernst du, wie ein ETF-Kauf funktioniert. Und du merkst, wie sich Schwankungen im Depot anfühlen. Diese Erfahrung zahlt sich später aus. Einen Vergleich der günstigsten Sparplan-Anbieter findest du in meinem Artikel Saxo oder Yuh: Gratis ETF Sparplan Vergleich. Auch mit kleinem Budget lohnt sich der Einstieg, mehr dazu in 200 CHF monatlich investieren oder 1’000 Franken investieren. Einen Einstieg in Ruhe findest du in meinem Guide Investieren für Anfänger Schweiz.


Häufige Fragen

Sind mehrere ETFs automatisch besser diversifiziert?

Nein. Viele ETFs überschneiden sich stark, vor allem bei US-Tech-Werten. Ein zusätzlicher ETF erhöht oft nur die Gewichtung einzelner Länder oder Branchen. Mehr Streuung bringt das nicht.

Was ist der Unterschied zwischen MSCI World und MSCI ACWI?

Der MSCI World enthält nur Industrieländer. Der MSCI ACWI kombiniert Industrie- und Schwellenländer und ist damit breiter aufgestellt.

Muss ich einen doppelten ETF verkaufen?

Nicht zwingend. Prüfe zuerst Verkaufsgebühren und Stempelsteuer. Oft reicht es, den alten ETF liegen zu lassen und ab sofort nur noch den neuen zu besparen.

Sind Gold und Silber eine sinnvolle Beimischung?

Ein kleiner Anteil kann zur Streuung beitragen. Für Einsteiger ist das aber kein Muss. Gold bringt selbst keine Dividende, anders als Aktien.

Wo verlieren ETF-Anleger am meisten Geld?

Durch ständige Wechsel der Strategie. Und durch Jahre, in denen das Geld gar nicht investiert war. Nicht durch kleine Unterschiede bei den Gebühren.

Fazit

Fassen wir die Folge in wenigen Punkten zusammen. Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Streuung. Verstehe, was dein ETF im Depot überhaupt macht. Ändere deine Strategie nicht wegen jeder neuen Börsenstory. Versuche nicht ständig, den perfekten Zeitpunkt zu finden. Und fang irgendwann einfach an. Wahrscheinlich kostet dich nicht der ETF mit 0.20 statt 0.10 Prozent Gebühren am meisten Geld. Sondern die Jahre, in denen dein Geld gar nicht investiert war.

Mehr zum Thema

Auf etfschweiz.ch findest du einen einfachen Einstieg ins Thema ETFs, mit weiteren Artikeln und Rechnern.

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Keine Anlageberatung.

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