VZ Vermögenszentrum: Anlegen mit ETF

ETF Robo-Advisor des VZ Vermögenszentrum

Update: Ich habe mein VZ Vermögenszentrum Depot im April 2021 aufgelöst und das Geld zu Selma transferiert, mit einer Netto-Gesamtrendite von rund 13%. Dieser Beitrag beschreibt meine ursprünglichen Erfahrungen als Neukundin, sie sind daher als historischer Erfahrungsbericht zu lesen. Details zur Auflösung findest du in meinem Beitrag zur Kontoauflösung.

Das Produkt, das ich beim VZ Vermögenszentrum genutzt habe, heisst “Anlegen mit ETF” und funktioniert als Robo-Advisor. Anders als Inyova und Selma ist das VZ nicht auf junge Anlegerinnen und Anleger ausgelegt, sondern auf die ältere, wohlhabendere Generation. Das VZ setzt auf die persönliche Beratung von Berater zu Kunde. Trotzdem konnte ich ab CHF 2’000 Anlagesumme starten.

Alternative Schweizer Online Robo-Advisoren

  • ETF Sparplan: Selma. Bei diesem Anbieter kann die Kontoeröffnung komplett online gemacht werden, ohne dass man in ein Büro vorbeigehen muss.

VZ Vermögenszentrum Kontoeröffnung

Ich als junge Frau empfand das Konto-Eröffnungsverfahren schwerfälliger im Vergleich zu Inyova und Selma, wo man alles online erledigen kann. Meine Erfahrungen mit dem VZ Vermögenszentrum waren dennoch gut, denn alles lief freundlich, persönlich und geordnet ab.

Für die Eröffnung des Kontos “Anlegen mit ETF” musste ich im VZ Büro persönlich mit der Identitätskarte vorbeigehen. Es gibt insgesamt 31 Standorte in der ganzen Schweiz. Ich vereinbarte mit der Sekretärin einen Termin und liess mir vom VZ Berater nochmal alles erklären. Während des Gesprächs wurde mir Kaffee und Mineralwasser angeboten.

Zusammen mit dem Berater definierte ich mein Risikoprofil. Ich konnte dem Berater direkt Fragen stellen. Für mich hatte dies aber keinen direkten Nutzen, da ich mir schon im Klaren war, was ich wollte. Für Leute, die noch sehr unsicher sind, ist das sicher ein Pluspunkt.

Bei den ETF-Investments konnte ich selbst keine Wunsch-Themen gewichten. Nachhaltigkeit wurde nicht berücksichtigt. Die Investitionen wurden automatisch nach meinem Risiko-Profil vorgenommen.

Die Konto-Eröffnungsformulare unterschrieb ich gleich im Büro des VZ. Nach wenigen Tagen erhielt ich die definitiven Dokumente und die Bestätigung zur Kontoeröffnung bei der hauseigenen VZ Depotbank. Ich überwies die ersten CHF 2’000, die nach kurzer Zeit in erste ETFs investiert wurden.

VZ Vermögenszentrum Erfahrungen

Das VZ Vermögenszentrum ist ebenfalls in den Bereichen Pensionierung, Hypotheken, Versicherungen usw. tätig. Daher kann es sein, dass sie etwas in dieser Hinsicht vorschlagen. Man muss aber nicht einwilligen oder Zahlen offenlegen, wenn man nicht möchte.

Das VZ Vermögenszentrum gibt sich klassisch im “Banker-Style” mit dem freundlichen und kompetent wirkenden Berater im Anzug. Die ältere Zielgruppe wird dies durchaus zu schätzen wissen. Für mich war das eher eine Hemmschwelle. Die Kommunikation war noch sehr klassisch.

Was ich sehr geschätzt habe: Das VZ Team hat mich genauso zuvorkommend behandelt wie einen vermögenden 60-jährigen Herrn, der sicher viel mehr Geld investieren kann als ich.

VZ Vermögenszentrum: Sparen und Anlegen mit ETF

Das VZ Vermögenszentrum sucht die ETFs aus und investiert nach dem gewählten Risikoprofil. Man kann die Häufigkeit und Höhe der Einzahlungen selber bestimmen. Das VZ investiert neu, sobald mindestens CHF 500 auf das Konto eingegangen sind.

  • Anfangseinlage: ab CHF 2’000
  • Kosten: 0.55% pro Jahr (TER kommen noch dazu)
  • Auflösen: jederzeit möglich ohne Exit-Fee

Mein ETF Portfolio

VZ Vermögenszentrum investierte in meinem Sparplan-Portfolio folgendermassen: ETFs Schweiz, ETFs Welt wie den MSCI World, Immobilien-ETF und Rohstoff-ETF (Gold und Silber), dazu kamen Zinswerte Ausland und Zinswerte Schweiz.

Handy App VZ

Per Handy-App des VZ hatte ich jederzeit Zugriff auf die gekauften ETFs, deren Gewichtung und Rendite. Die Übersicht konnte ich mir auch am PC anschauen, ich habe aber die App bevorzugt.

Interessant: Ich konnte einzelne ETFs selber austauschen, kaufen und verkaufen. Ich bekam ca. 1-3 Gegenvorschläge, die ich auswählen konnte. Selber ISIN eingeben war nicht möglich.

Übersichtlichkeit im Interface: Ich musste mich etwas durchklicken, aber die Angaben zu den Käufen der ETF waren detailliert angegeben. Ich konnte das Datum nachschauen, wann ein ETF gekauft wurde. Weitere Angaben: Rendite seit Kauf, Einstandspreis, aktueller Kurs, Depot-Anteil % usw.

Das VZ Vermögenszentrum ist auch an der Börse: “VZ Holding”, VALOR: 52875158, ISIN: CH0528751586.


Fazit VZ Vermögenszentrum

Wer sich nicht vor dem seriösen “Banker-Style” des VZ Vermögenszentrum scheut, für den kann das Investieren mit dem hauseigenen ETF Robo-Advisor eine Option sein.

Jüngeren Leuten und Anfängern rate ich eher zu Selma, für nachhaltig Interessierte eher Inyova.

Ich konnte die teilweise negativen Kommentare zum VZ im Internet nicht nachvollziehen. Während meiner Zeit dort war ich mit der Rendite und dem Service zufrieden. Das Konto hatte ich mitten in der Corona-Krise Mitte März eröffnet.

Man muss sich einfach bewusst sein, dass das VZ keine unabhängige Institution ist, wie es manchmal in der Zeitschrift “Beobachter” oder im “Kassensturz” den Anschein hat. Das VZ Vermögenszentrum arbeitet übrigens mit Selma bei ihrer 3a-Sparlösung zusammen.

Mehr dazu, warum und wie ich das Depot letztlich aufgelöst habe.

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3 thoughts on “VZ Vermögenszentrum: Anlegen mit ETF

  1. Was hältst du denn von Raiffeisen Rio?
    Bin letztes Jahre ca. im August gestartet und hatte bis Ende Jahr eine Rendite von 17% (netto). Gefällt mir schon ganz gut!

    1. Hallo Frank, Raiffeisen Rio habe ich leider noch nicht getestet, aber die Rendite hört sich ja schon mal gut an. Aber sonst bin ich nicht so Fan von klassischen Bank-Angeboten. Ich bevorzuge Online-Lösungen wie Yova oder Selma.
      Grüsse
      Helga

    2. Die Rendite fiel ja nicht schwer nach dem März-Crash. Da konnte man auch mit dem klassischen Nobrainer “nimm den günstigsten MSCI World ETF, den du beim Broker deiner Wahl finden kannst” richtig absahnen. Dazu benötigte es in keiner Weise und zu keinem Zeitpunkt einen Roboadviser oder Roboinvestor.
      Die meisten Menschen lernen ihre tatsächliche Risikotoleranz erst kennen, wenn sie ordentlich “skin in the game” haben und tagtäglich zuschauen dürfen, wie sich der Depotwert um vierstellige Beträge schmälert. Wer letztes Jahr im März nicht mit wehenden Fahnen ausgestiegen ist, sondern die Tauchphase vom März für mutige und kräftige Nachkäufe genutzt hat, der/die hat alles richtig gemacht.

      Nix für ungut 🙂

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