Die bequeme Illusion vom informierten Leben
Nachteil Konkubinat: Wenn der Verzicht auf die Ehe zur Kostenfalle wird.
In einem Artikel auf 20min.ch mit dem Titel «Mein Partner starb – dann begann der finanzielle Albtraum» verliert eine 31-jährige Unternehmerin aus Zürich ihren Partner komplett unerwartet.
Sie lebten im Konkubinat ohne Testament.
Er stirbst vier Monate vor der Hochzeit an einem Herzinfarkt. Was folgt ist ein finanzieller Albtraum. Kein gesetzlicher Anspruch, kein Informationsrecht, kein Schutz.
Die Firmenanteile gehen in die Erbmasse, das Konto wird eingefroren, keine Hinterlassenenleistungen. Die Eltern erben alles.
Mit einem Testament hätte man das vorher regeln können, dass die Eltern nur den gesetzlichen Teil erben.
Und dann dieser Satz:
„Davon wusste ich nichts. Das hat mir niemand gesagt.“
Im heutigen Informationszeitalter.
Wenn man den Artikel ganz liest, erkennt man, dass die Erzählerin sogar vor Erbschleicherei nicht zurückschreckte. Auch aus Unwissen?
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Die bequeme Illusion vom informierten Leben
Wir leben in einer Zeit, in der Informationen immer verfügbar sind. Steuerrechner, Vorsorge-Guides, Kurse zu Testament und Erbrecht, Erklärvideos zu Pensionskassen. Alles ist abrufbar.
Beim Konkubinat ist die Rechtslage klar:
- Keine automatische Erbfolge
- Kein Anspruch auf Hinterlassenenrente aus der PK ohne vorherige Begünstigung
- Kein gesetzliches Informationsrecht wie in der Ehe
Die Ehe ist in der Schweiz ein klar geregelter Vertrag. Sie bringt bestimmte Rechte und Pflichten mit sich.
Das Konkubinat ist eine private Lebensform ohne automatische Absicherung zwischen den Partnern.
Aber man kann sich auch im Konkubinat absichern mit:
- Testament
- Vorsorgeauftrag
- Begünstigung in der Pensionskasse
Wer sich gegen die Ehe entscheidet wegen Steuern, verzichtet damit auch auf Vorsorge- und Erb-Vorteile.
Freiheit ohne Verantwortung gibt es nicht
Wir möchten persönliche Freiheit aber gesellschaftliche Absicherung, wenn etwas passiert.
Steuerlich optimieren, flexibel bleiben, keine staatliche Einmischung.
Ja, das wollen wir alle.
Doch im Ernstfall soll das System uns behandeln, als hätten wir den Vertrag unterschrieben, den wir bewusst nicht wollten.
Und “warnen” dann andere. Dieses Wissen könnte man schon längst haben. Warum weiss eine über 30-jährige Person nichts davon, die es sogar schafft eine Firma zu gründen, die komplexer ist?
Nie im Fach Wirtschaft und Recht aufgepasst? Nie Zeitungen gelesen? Den Beobachter aufgeschlagen? Nie Erzählungen von anderen Frauen gelauscht?
Ich kann es mir nicht erklären.
Was kann man um Gottes Willen tun, damit Frauen endlich finanzielle Verantwortung für sich als Individuum übernehmen?
Wer zusammenlebt und in Firmenkonstrukten oder Häuserkäufen verwickelt ist, sollte klären: Was passiert im Todesfall?
Testament. Begünstigung bei der Pensionskasse. Vollmachten. Konkubinatsvertrag.
All das ist möglich, auch ohne Trauschein.
Aber es braucht Eigenverantwortung.
Oder eben früh genug heiraten.
Viele tun es aber nicht wegen den Steuern. Das ist in Ordnung. Aber man muss sich eigenverantwortlich um die Konsequenzen kümmern.
Ich frage mich: wann übernehmen Frauen endlich die Verantwortung für die eigenen Finanzen?
Auch dieser Fall zeigt wieder, wie sehr man mit dem Mann auch finanziell verstrickt war.
Niemand fühlt sich zuständig
Tatsächlich gibt es kein Amt für Lebensrealität.
Keine Behörde, die bei Einzug in die gemeinsame Wohnung klingelt und sagt: „Hier ist Ihre Checkliste für existenzielle Risiken.“
Und wenn, dann glauben es die Leute doch wieder nicht oder sind zu geizig.
Wollen wir ein System, das Wahlfreiheit lässt und dafür Mitdenken verlangt?

Tragödie ist kein Argument für Systemumbau
Der Schmerz der Betroffenen ist real.
Das Gefühl, zusätzlich finanziell zu fallen, verschärft die Trauer brutal.
Aber in den letzten 20 Jahren waren soooo viele Fällen in den Medien von Frauen, die ähnliche Geschichten erzählen.
Schliessen wir die Augen mit Absicht?
Aus individueller Tragik folgt nicht automatisch ein struktureller Fehler.
Gesetze regeln Durchschnittsfälle, nicht Einzelschicksale.
Und sie bauen auf der Annahme mündiger Bürgerinnen und Bürger.
Vielleicht müssten wir weniger fragen:
„Warum hat es mir niemand gesagt?“
Und häufiger:
„Was habe ich bewusst nicht wissen wollen?“
Der unbequeme Teil
Eigenverantwortung ist unromantisch.
Sie verlangt Gespräche über Tod, Vollmachten, Erbschaft.
Sie kollidiert leider mit Optimismus.
Mit Liebe.
Mit dem Gefühl, dass schon alles gut kommt.
Freiheit bedingt die Bereitschaft, Risiken selbst zu strukturieren.
Und vielleicht ist das die ehrlichere Debatte:
Nicht, wie wir jede Lebensform gleich absichern sondern wie wir Verantwortung nicht immer weiter delegieren.
Welchen Weckruf braucht es, damit Frauen sich um ihre Absicherung kümmern, ohne alles auf den Mann zu stützen?
Unwissen schützt nicht vor Konsequenzen.
Und dann sollte man wenigstens die Grösse haben, die Schuld nicht auf andere abzuschieben, dass man nichts davon wusste.
Wir haben alle Informationskanäle offen.
Nutzen wir sie!
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