Dividenden versteuern Schweiz
Wie werden Dividenden in der Schweiz eigentlich versteuert? Diese Frage bekomme ich immer wieder, zuletzt von einer Followerin auf Instagram. Zu Beginn ging es mir genau gleich, ich habe nicht verstanden, wie das mit der Besteuerung von Dividenden auf Schweizer Aktien funktioniert. In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie die Verrechnungssteuer funktioniert, wie du sie zurückbekommst und was das an einem echten Beispiel bedeutet.
Kurz zusammengefasst
- Dividenden aus Schweizer Aktien gelten als Einkommen und werden zu deinem übrigen Einkommen dazugezählt.
- Auf Kursgewinne zahlst du als Privatperson keine Steuern, auf Dividenden schon.
- Bei der Ausschüttung werden 35 % Verrechnungssteuer direkt abgezogen und an die Eidgenössische Steuerverwaltung überwiesen.
- Gibst du die Dividenden in der Steuererklärung an, bekommst du die 35 % wieder zurück oder sie werden mit der neuen Steuerrechnung verrechnet.
- Bei US-Aktien gilt die Quellensteuer, die separat betrachtet werden muss.
Wie viel Steuern zahlst du auf Dividenden?
Liebe Followerin, vielen Dank für diese Frage. Mir ging es zu Beginn genau gleich. Schauen wir uns also an, wie das wirklich funktioniert.
Auf deinen normalen Lohn bezahlst du Einkommenssteuern. Dividenden werden zusätzlich auf dein Einkommen aufgerechnet. Das Gesamteinkommen, das du versteuern musst, wird also höher.
Beispiel: Swiss Re Dividende
Ich hatte im April 2022 81 Aktien der Schweizer Firma Swiss Re in meinem Swissquote Depot. Eine Aktie schüttete eine Dividende von CHF 5.90 aus, das ergibt eine Brutto-Dividende von CHF 477.90. So sieht die Aufteilung aus.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Brutto-Dividende (81 Aktien × CHF 5.90) | CHF 477.90 |
| Verrechnungssteuer (35 %), an die ESTV abgeführt | − CHF 167.27 |
| Netto-Dividende (65 %), sofort ausbezahlt | CHF 310.63 |
Von den CHF 477.90 wurden also direkt 35 % Verrechnungssteuer (CHF 167.27) abgezogen und von Swissquote an die Eidgenössische Steuerverwaltung weitergeleitet. Die restlichen 65 % (CHF 310.63) wurden sofort auf mein Konto ausbezahlt, dieses Geld hatte ich zur freien Verfügung.
Die Brutto-Dividende von CHF 477.90 muss ich in der Steuererklärung angeben. Die 35 % Verrechnungssteuer werden mir im Laufe des folgenden Jahres zurück überwiesen oder mit der neuen Steuerrechnung verrechnet.
Der Swissquote Beleg zur Dividende
Bei jeder Dividenden-Ausschüttung bekomme ich einen Beleg von Swissquote. Auf diesem PDF ist ersichtlich, wie viele Dividenden ich erhalten habe und wie viel Verrechnungssteuer abgezogen wurde.
- Verrechnungssteuer (CHF 167.27). Wird automatisch an die Eidgenössische Steuerverwaltung überwiesen.
- Brutto-Dividende (CHF 477.90). Diesen Betrag gebe ich bei den Steuern an.
- Netto-Dividende (CHF 310.63). Wird sofort auf mein Depot ausbezahlt.
Falls du dich fragst, wie das überhaupt geht, hier findest du meine Anleitung: Wie kauft man eine Aktie auf Swissquote?
Dividenden Übersicht behalten
Damit du bei deinen Ausschüttungen und Terminen den Überblick behältst, nutze ich ein paar Tools gerne.
- VPI Schweiz für Dividenden-Angaben und den Dividenden-Kalender zu Schweizer Aktien
- JustETF zum Recherchieren von ETFs
- Dividendenübersicht bei Swissquote anzeigen lassen
- getquin, die Portfolio App*
- Parqet, das Portfolio Performance Tool*
- Divvy Diary, der Dividenden-Tracker*
Warum wird die Verrechnungssteuer abgezogen?
Damit alle Aktionärinnen und Aktionäre brav ihre Dividenden in der Steuererklärung angeben, wird bei der Ausschüttung die Verrechnungssteuer abgezogen. Der Bund will damit Steuerhinterziehung vermeiden.
Ich gebe alle Wertschriften im Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärung an, damit der Anreiz da ist, die 35 % wieder zurückzubekommen. Wer die Dividende nicht deklariert, bekommt die Verrechnungssteuer schlicht nicht zurück.
Hältst du auch ETFs, etwa thesaurierende, oder fragst du dich, wie die Stempelsteuer und die Vermögenssteuer ins Spiel kommen? Den kompletten Überblick über alle Steuerthemen rund ums Depot findest du in meinem Beitrag ETF Steuern Schweiz.
Die Finanz-Zeitachse: Bring dein ganzes Finanzleben in die richtige Reihenfolge
Eric von Schwiizerfranke.com zeigt dir am 12.09.2026 um 10:00 Uhr live, wie Säule 3a, ETFs, Pensionskasse und Währungsthemen zusammenspielen. Kostenlos, live im Chat, ich empfehle es dir.
Jetzt kostenlos anmelden →Rückerstattung der Verrechnungssteuer
Mitte des Jahres 2022 erhielt ich den Gesamtbetrag aller abgezogenen Verrechnungssteuern meiner gesamten Dividenden aus dem Jahr 2021 von der Finanzverwaltung des Kantons Bern zurück. Ich musste über ein Jahr darauf warten. Die CHF 370.90 sind 35 % meiner gesamten Dividenden aus Schweizer Aktien aus dem Jahr 2021.
Die Praxis der Rückerstattung ist je nach Kanton unterschiedlich, und es soll auch auf die Höhe des Betrags ankommen. Diese Varianten gibt es.
- Auszahlung als Betrag auf dein hinterlegtes Bankkonto
- Verrechnung mit der neuen Steuerrechnung, der Betrag wird dir gutgeschrieben
Ist die Steuer ein Nachteil der Dividendenstrategie?
Für mich sind die Steuern auf Dividenden kein Hinderungsgrund, die Dividendenstrategie zu verfolgen. Wir nehmen ja auch gerne die jährliche Lohnerhöhung vom Arbeitgeber an, obwohl wir dieses Geld versteuern müssen.
Ich geniesse das Zusatzeinkommen dank Dividenden. Am Schluss bleibt immer noch eine schöne Summe übrig.
Jetzt eigenes Dividenden-Depot eröffnen
Möchtest du deine eigenen Dividenden kassieren? Falls du dein eigenes Swissquote Depot eröffnen möchtest, nutze meinen Code für ein Startguthaben.
Steuern auf Dividenden als Privatperson
Grundsätzlich gelten die Angaben in diesem Beitrag, solange du nicht als professioneller Trader eingestuft wirst. Das könnte theoretisch passieren, wenn du zu oft die gleichen Aktien kaufst und verkaufst, um systematisch Kursgewinne zu realisieren. Auch Lombard Loans, also Kredite auf Aktien, könnten das Risiko erhöhen.
Wichtige Begriffe rund um Dividenden und Steuern
- Verrechnungssteuer
- 35 % Steuer, die bei der Ausschüttung von Dividenden aus Schweizer Aktien direkt abgezogen und an die ESTV überwiesen wird.
- Quellensteuer
- Steuer, die im Ausland direkt auf Dividenden ausländischer Aktien erhoben wird, zum Beispiel bei US-Aktien.
- Brutto-Dividende
- Die volle Dividende vor Abzug der Verrechnungssteuer. Dieser Betrag gehört in die Steuererklärung.
- Netto-Dividende
- Der Betrag, der nach Abzug der Verrechnungssteuer sofort ausbezahlt wird.
- Wertschriftenverzeichnis
- Der Teil der Steuererklärung, in dem du deine Aktien, ETFs und weiteren Wertschriften angibst.
- Kursgewinn
- Der Gewinn aus dem Verkauf einer Aktie zu einem höheren Kurs, für Privatpersonen in der Regel steuerfrei.
FAQ: Steuern auf Dividenden Schweiz
Wie werden Dividenden in der Schweiz versteuert?
Muss ich am Ende gar keine Steuern auf Dividenden zahlen?
Zahle ich Steuern auf Kursgewinne?
Wie bekomme ich die Verrechnungssteuer zurück?
Wie lange dauert die Rückerstattung?
Gilt das auch für US-Aktien?
Werden meine Dividenden immer so besteuert?
Keine Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Dieser Beitrag bezieht sich auf Privatpersonen mit Wohnsitz in der Schweiz und auf Schweizer Aktien. Er ist keine Steuer- oder Anlageberatung, sondern gibt meine persönliche Erfahrung wieder. Bitte lass dich im Zweifelsfall von einem Finanzprofi beraten.

Finanzbloggerin
Zertifizierte Vermögensberaterin IAF
Mein Dividenden Depot I Eröffne dein Swissquote Depot und erhalte CHF 100 Trading Credits mit dem Code MKT_LIEBEFINANZEN I Meine Lieblings-Kreditkarte I Gratis Gutscheine

Guter Überblick. Eine spannende Ergänzung wären die Steuersätze auf die Dividende
toll wie du das alles erklärt hast. Wie sieht es aus, wenn man ein Broker im Ausland hat?
Hallo Jack
ich nutze keine ausländischen Broker, daher kann ich dir da nicht weiterhelfen.
Liebe Grüsse
Helga
Hallo helga (toller Blog!)
Hmm, die 35% Verrechnungssteuer wurden mir nie ausbezahlt. Auch nicht von Bankkonten. Diese sind immer direkt bei der ersten Steuerrechnung abgezogen worden.
Ist wohl ein Kantonales-Ding und typisch Schweiz 😀
Über die Kapitalgewinne hast du relativ wenig geschrieben (z. Bsp. Holcim). Diese werden nach mir “nur” über die Vermögenssteuer verrechnet.
Mach weiter so und lieben Gruss, Rene
Hallo Rene
ja, die VST wurden mir in den letzten Jahren auch über die Steuererklärung verrechnet.
Stimmt, über die Verrechnung der Kapitalgewinne müsste ich mich noch einmal genauer einlesen. Aber Steuerthemen sind nicht mein Lieblings-Feld 😉
Liebe Grüsse
Helga
Liebe Helga
Du hast für uns interessierte “Neo-Anleger” eine super Seite aufgebaut. Vielen Dank dafür.
Ich habe gelesen, dass du deine Steuern nicht selber erledigst und weiss deshalb nicht, ob du meine Frage beantworten kannst: sollte man sich beim z.B. ETF VHYL auch Quellensteuern (welche Irland für amerikanische Aktien in diesem ETF den USA bezahlen muss) rückerstatten lassen oder macht das wenig Sinn, wenn man jetzt nicht gerade Millionen investiert hat? …muss man bei ETF’s domiziliert in Irland noch etwas anderes beachten ausser den ETF in der Steuererklärung angeben?
Vielen Dank für ein kurzes Feedback und weiterhin viel Elan für weitere spannende Blogs.