In Gold investieren Schweiz: Lohnt sich das nach dem Rekordhoch?

In Gold investieren Schweiz

In Gold investieren Schweiz: Lohnt sich das nach dem Rekordhoch?

Der Goldpreis hat im Januar 2026 mit rund USD 4’600 pro Feinunze ein neues Rekordhoch erreicht. Seither hat sich der Preis wieder etwas zurückgebildet, Ende Juli 2026 notiert Gold bei rund USD 4’090 pro Feinunze. Für viele stellt sich jetzt die Frage, ob ein Einstieg noch sinnvoll ist, oder ob der Zug bereits abgefahren ist. In diesem Artikel ordne ich dir die aktuelle Lage ein, zeige dir die verschiedenen Wege in Gold zu investieren, und erkläre die Steuerregeln in der Schweiz.

Kurz zusammengefasst

  • Gold erreichte im Januar 2026 mit rund USD 4’600 pro Feinunze ein Rekordhoch, seither eine Korrektur auf rund USD 4’090 (Stand 27. Juli 2026).
  • Du kannst auf drei Arten in Gold investieren: physisch (Barren/Münzen), über einen Gold-ETC, oder über Goldminenaktien.
  • Anlagegold ist in der Schweiz von der Mehrwertsteuer befreit, unterliegt aber der Vermögenssteuer, anders als oft angenommen.
  • Verbraucherzentralen nennen häufig 5 bis 10% Gold als Beimischung im Depot, das ist eine verbreitete Faustregel, keine Empfehlung für dich persönlich.
  • Keine Anlageberatung, sondern eine sachliche Einordnung.

Zuletzt aktualisiert und faktengeprüft am 28. Juli 2026

Einordnung

Das Rekordhoch eingeordnet

2025 war für Gold eines der stärksten Jahre der Geschichte. Der Preis stieg um rund zwei Drittel und erreichte mehrfach neue Rekordhochs. Im Januar 2026 kletterte die Feinunze erstmals über USD 4’600. Seither hat sich der Preis wieder etwas zurückgebildet, Ende Juli 2026 liegt er bei rund USD 4’090, das entspricht in etwa einer Korrektur von 11% gegenüber dem Höchststand.

Was Analysten aktuell sagen. Grossbanken haben ihre Prognosen für Ende 2026 zuletzt eher nach unten angepasst. Goldman Sachs senkte sein Kursziel von USD 5’400 auf 4’900, HSBC von rund 4’900 auf 4’560, J.P. Morgan rechnet mit etwa 4’500 im letzten Quartal 2026. Ein Institut (StoneX) hält sogar einen Rückgang auf rund 4’000 für möglich. Die Prognosen liegen also weit auseinander, das zeigt vor allem eines, niemand weiss zuverlässig, wohin sich der Preis als Nächstes bewegt.

Getrieben wurde der Anstieg vor allem durch geopolitische Unsicherheit, Zinserwartungen und einen anhaltend starken Nachfrageüberhang bei den Zentralbanken, die allein im ersten Quartal 2026 netto rund 244 Tonnen Gold gekauft haben. Für dich als Privatperson bedeutet das vor allem eines, ein Rekordhoch allein sagt nichts darüber aus, ob sich ein Einstieg für dich lohnt oder nicht.

Optionen

Die drei Wege, in Gold zu investieren

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Arten, wie du an der Wertentwicklung von Gold teilhaben kannst.

Physisches Gold

  • Barren oder Münzen, die du selbst besitzt
  • Kein Gegenparteirisiko, du hältst das Metall direkt
  • Lagerung nötig, zu Hause oder gegen Gebühr eingelagert
  • Anlagegold ist mehrwertsteuerfrei

Gold-ETC

  • Ein börsengehandeltes Wertpapier, das physisch mit Gold hinterlegt ist
  • Einfach über ein normales Depot handelbar
  • Keine eigene Lagerung nötig
  • Läuft steuerlich wie ein normales Wertpapier

Goldminenaktien

  • Aktien von Unternehmen, die Gold fördern
  • Können stärker schwanken als der Goldpreis selbst
  • Zusätzliches unternehmerisches Risiko
  • Chance auf Dividenden, anders als bei physischem Gold

Physisches Gold und Gold-ETCs bilden die Wertentwicklung von Gold am direktesten ab. Goldminenaktien sind eine eigene Anlageklasse mit zusätzlichem Unternehmensrisiko, sie schwanken oft stärker als der Goldpreis selbst, nach oben wie nach unten.

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Portfolio

Wie viel Gold als Beimischung sinnvoll ist

Gold zahlt keine Dividende und keine Zinsen, der Ertrag entsteht ausschliesslich über die Preisentwicklung. Deshalb wird Gold in der Regel nicht als Kern eines Portfolios verwendet, sondern als Beimischung neben Aktien und Obligationen.

Verbreitete Faustregel, keine Empfehlung. Verbraucherzentralen nennen häufig einen Goldanteil von maximal 5 bis 10% des Gesamtvermögens als Richtwert. Wer mit anhaltenden Krisen oder hoher Staatsverschuldung rechnet, setzt diesen Anteil manchmal höher an. Das ist eine allgemeine Faustregel aus der Finanzberatung, keine persönliche Empfehlung für deine Situation. Wie viel Gold für dich sinnvoll ist, hängt von deinem gesamten Vermögen, deinem Anlagehorizont und deiner Risikofähigkeit ab.

Der Grund, warum überhaupt eine Beimischung diskutiert wird, ist die geringe Korrelation von Gold zu Aktien. In Krisenphasen entwickelt sich Gold historisch oft anders als der Aktienmarkt, das kann ein Portfolio insgesamt stabilisieren. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht, auch Gold kann über längere Phasen an Wert verlieren, wie die aktuelle Korrektur seit Januar 2026 zeigt.

Steuern

Steuern auf Gold in der Schweiz

Bei Gold spielen in der Schweiz drei verschiedene Steuerarten eine Rolle, die oft durcheinandergebracht werden.

SteuerartGilt für Anlagegold?Details
MehrwertsteuerNein, befreitBarren ab 995/1000 Feingehalt und anerkannte Anlagemünzen (z.B. Vreneli, Krügerrand, Maple Leaf) sind von der MWSt befreit
EinkommenssteuerMeist neinPrivate Kapitalgewinne aus dem Verkauf sind für Privatpersonen in der Regel steuerfrei, ausser bei gewerbsmässigem Handel
VermögenssteuerJaPhysisches Gold muss jährlich zum Wert der ESTV-Kursliste in der Steuererklärung deklariert werden
Wichtiger Fact-Check. Anders als man manchmal liest, ist physisches Gold in der Schweiz nicht von der Vermögenssteuer befreit. Barren und Münzen zählen zu deinem steuerbaren Vermögen und müssen jedes Jahr deklariert werden, bewertet nach den offiziellen Kurslisten der Eidgenössischen Steuerverwaltung zum Jahresende. Eine Ausnahme gilt nur für Eheringe und üblichen Alltagsschmuck. Silber, Platin und Palladium unterliegen zudem, anders als Anlagegold, grundsätzlich der regulären Mehrwertsteuer, ausser bei Lagerung im Zollfreilager.

Diese Angaben sind eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung. Die genaue Behandlung kann je nach Kanton und persönlicher Situation variieren, im Zweifel lohnt sich eine Rückfrage bei deiner Steuerbehörde oder einer Fachperson.

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Mehr Details zur Kontoeröffnung, den Gebühren und den FAQ findest du in meinem Beitrag Gold Avenue Schweiz.

Risiko

Risiken, die du kennen solltest

Gold gilt zwar oft als sicherer Hafen, das heisst aber nicht, dass der Preis nicht fallen kann. Wie die Korrektur seit Januar 2026 zeigt, sind auch bei Gold zweistellige Rückgänge innerhalb weniger Monate möglich.

Weitere Punkte, die du einplanen solltest. Physisches Gold wirft keine laufenden Erträge ab, im Gegensatz zu Dividenden oder Zinsen. Bei physischem Gold kommen ausserdem Kosten für Lagerung oder Versicherung dazu, und beim Kauf sowie Verkauf gibt es eine Spanne zwischen An- und Verkaufspreis (den sogenannten Spread), die deine Rendite schmälert. Wer Gold als Krisenschutz sieht, sollte sich zudem bewusst sein, dass Prognosen von Grossbanken, wie oben gezeigt, sehr weit auseinanderliegen können.
Fragen & Antworten

Häufige Fragen zu Gold als Investment

Lohnt sich ein Einstieg in Gold nach dem Rekordhoch noch?
Das kann niemand seriös vorhersagen, auch grosse Analysehäuser liegen mit ihren Prognosen für Ende 2026 weit auseinander, zwischen rund USD 4’000 und 4’900 pro Feinunze. Diese Frage lässt sich nur individuell beantworten, im Zweifel hilft eine unabhängige Beratung.
Ist physisches Gold in der Schweiz mehrwertsteuerfrei?
Ja, Anlagegold, also Barren ab 995/1000 Feingehalt und anerkannte Anlagemünzen wie Vreneli, Krügerrand oder Maple Leaf, ist von der Mehrwertsteuer befreit. Silber, Platin und Palladium sind dagegen grundsätzlich mehrwertsteuerpflichtig.
Muss ich Gold in der Steuererklärung angeben?
Ja, physisches Gold zählt zu deinem steuerbaren Vermögen und unterliegt der Vermögenssteuer. Es muss jährlich zum Wert der ESTV-Kursliste deklariert werden, ausgenommen sind nur Eheringe und üblicher Alltagsschmuck.
Muss ich Gewinne aus dem Verkauf von Gold versteuern?
Für Privatpersonen sind private Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Gold in der Regel steuerfrei. Eine Ausnahme gilt, wenn du als gewerbsmässige Goldhändlerin oder gewerbsmässiger Goldhändler eingestuft wirst.
Was ist der Unterschied zwischen physischem Gold und einem Gold-ETC?
Physisches Gold besitzt du direkt als Barren oder Münze, ohne Gegenparteirisiko, dafür mit Aufwand für Lagerung. Ein Gold-ETC ist ein Wertpapier, das mit physischem Gold hinterlegt ist und sich einfach über ein Depot handeln lässt, ohne dass du dich um die Lagerung kümmern musst.
Wie viel Gold sollte ich im Portfolio haben?
Verbraucherzentralen nennen oft 5 bis 10% des Vermögens als Richtwert für eine Beimischung. Das ist eine allgemeine Faustregel, keine persönliche Empfehlung, die richtige Quote hängt von deiner individuellen Situation ab.
Fazit

Fazit

Gold bleibt auch nach der Korrektur seit Januar 2026 auf einem historisch hohen Niveau. Ob sich ein Einstieg für dich lohnt, hängt nicht vom aktuellen Kurs allein ab, sondern von deiner Gesamtsituation, deinem Anlagehorizont und davon, welche Rolle Gold in deinem Portfolio spielen soll. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.

Keine Anlageberatung. Angaben ohne Gewähr, bitte prüfe steuerliche Fragen mit deiner Steuerbehörde oder einer Fachperson. Kursangaben Stand 27. Juli 2026, können sich jederzeit ändern.

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