Warum die ersten CHF 100’000 alles verändern
Update August 2026
Es gibt eine Zahl, die beim Vermögensaufbau immer wieder auftaucht. CHF 100’000. Viele sagen, das sei der schwierigste Teil. Danach werde es leichter.
Stimmt das? Ja. Und es hat einen einfachen Grund. Ich erkläre dir hier Schritt für Schritt, warum diese Zahl so wichtig ist. Und wie du sie erreichst. Ohne komplizierte Wörter. Ohne Vorwissen.
Wenn du ganz am Anfang stehst, lies zuerst meinen Einstieg Investieren für Anfänger in der Schweiz. Dort erkläre ich die Grundlagen. Hier geht es um den Weg zu den ersten 100’000 Franken.
Antwort in Kürze
Die ersten CHF 100’000 sind der härteste Teil beim Vermögensaufbau, weil sie fast nur aus eigenem Sparen bestehen. Der Zinseszins hilft bei kleinen Beträgen kaum, ab rund CHF 100’000 arbeitet dein Geld spürbar mit. Bei 6% Rendite wirft dieses Kapital etwa CHF 6’000 pro Jahr ab, ohne dass du dafür arbeitest.
- Am Anfang wächst dein Geld fast nur, weil du selber sparst.
- Zinsen bringen bei kleinen Beträgen fast nichts.
- Ab CHF 100’000 arbeitet dein Geld spürbar mit.
- CHF 100’000 werfen bei 6 Prozent rund CHF 6’000 pro Jahr ab.
- Am wichtigsten ist, wie viel du jeden Monat zur Seite legst.
- Der Kern Die ersten CHF 100’000 sind fast nur dein eigenes Sparen
- Ab CHF 100’000 hilft dein Geld spürbar mit
- Bei 6 Prozent rund CHF 6’000 pro Jahr auf CHF 100’000
- Wichtigster Punkt jeden Monat gleich viel sparen, automatisch
- Zeit je früher du startest, desto weniger musst du sparen
Zuerst die wichtigsten Wörter
In Finanztexten stehen oft Wörter, die niemand erklärt. Hier sind die wichtigsten. Lies sie kurz durch. Danach verstehst du den ganzen Beitrag.
Willst du mehr über einen Begriff wissen? Klicke auf das Wort, dann kommst du zur ausführlichen Erklärung.
- Rendite
- Der Gewinn auf dein Geld, meist in Prozent pro Jahr. 6 Prozent auf CHF 1’000 sind CHF 60 im Jahr.
- Zinseszins
- Dein Gewinn bleibt liegen und macht selber wieder Gewinn. So wächst dein Geld mit der Zeit immer schneller.
- Sparquote
- Der Teil von deinem Lohn, den du nicht ausgibst. Bei CHF 5’000 Lohn und CHF 500 sparen sind das 10 Prozent.
- Depot
- Ein Konto für Wertpapiere. Dort liegen deine Aktien und ETFs, so wie dein Geld auf dem Bankkonto liegt.
- ETF
- Ein Korb mit vielen Aktien. Du kaufst einen Anteil und bist damit bei hunderten Firmen dabei.
- Dauerauftrag
- Deine Bank überweist jeden Monat automatisch einen fixen Betrag. Du musst nie daran denken.
- Säule 3a
- Ein Vorsorgekonto in der Schweiz. Du zahlst freiwillig ein und sparst dabei Steuern.
- Lifestyle-Inflation
- Du verdienst mehr und gibst automatisch auch mehr aus. Am Ende bleibt gleich wenig übrig wie vorher.
Warum die ersten CHF 100’000 alles ändern
Stell dir zwei Situationen vor.
Situation 1. Du hast CHF 5’000 im Depot. Ein gutes Jahr bringt dir 7 Prozent. Das sind CHF 350. In dieser Zeit hast du selber vielleicht CHF 6’000 eingezahlt. Der Gewinn fällt daneben kaum auf.
Situation 2. Du hast CHF 100’000 im Depot. 6 Prozent bringen dir CHF 6’000 im Jahr. Das ist so viel, wie viele Menschen in einem ganzen Jahr sparen können. Und du musstest dafür nichts tun.
Das ist der ganze Unterschied. Am Anfang bist du der Motor. Später wird dein Geld zum zweiten Motor. Der Weg wird nicht kürzer, aber leichter.
Der Tipp von Charlie Munger
Charlie Munger war viele Jahre der Partner von Warren Buffett. Er sagte sinngemäss, der schwierigste Teil seien nicht die ersten Millionen. Sondern die ersten CHF 100’000. Danach könne man etwas vom Gas gehen.
Munger hat über Jahrzehnte beobachtet, wer diese Marke schnell erreicht. Es waren nicht die Menschen mit dem höchsten Lohn. Es waren Menschen mit drei Eigenschaften.
Die Zahlen dazu
Hier siehst du, wie sich das entwickelt. Das Beispiel rechnet mit CHF 800 pro Monat und 6 Prozent Rendite.
Die letzte Spalte ist die wichtigste. Sie zeigt, wie viel vom Depot nicht von dir kommt, sondern vom Gewinn.
| Jahr | Selber einbezahlt | Wert im Depot | Davon Gewinn |
|---|---|---|---|
| Jahr 2 | CHF 19’200 | ~CHF 20’400 | ~6% |
| Jahr 5 | CHF 48’000 | ~CHF 55’800 | ~14% |
| Jahr 9 (≈100k) | CHF 86’400 | ~CHF 103’000 | ~16% |
| Jahr 15 | CHF 144’000 | ~CHF 199’000 | ~28% |
| Jahr 20 | CHF 192’000 | ~CHF 315’000 | ~39% |
Vereinfachte Beispielrechnung bei 6% Rendite pro Jahr, ohne Steuern und Gebühren, gerundet.
In 6 Schritten starten
Jetzt wird es konkret. Diese sechs Schritte kannst du der Reihe nach abarbeiten. Du brauchst dafür kein Vorwissen.
1Schau nach, was übrig bleibt
Nimm deine Kontoauszüge der letzten drei Monate. Rechne aus, wie viel reinkommt und wie viel rausgeht. Die Differenz ist dein Startbetrag.
Wichtig. Auch CHF 100 im Monat sind ein Start. Der Betrag darf später wachsen.
Mit meinem Budget Rechner für die Schweiz siehst du in wenigen Minuten, wie viel bei dir wirklich drin ist.
2Lege zuerst einen Notgroschen an
Das ist Geld für kaputte Waschmaschinen, Zahnarzt oder eine Kündigung. Es liegt auf einem Sparkonto und wird nicht investiert.
Faustregel. Drei bis sechs Monatslöhne. Erst danach fängst du mit Investieren an.
Wie hoch dein Notgroschen genau sein sollte, rechnest du mit meinem Notgroschen Rechner in einer Minute aus.
3Eröffne ein Depot
Ein Depot ist dein Konto für ETFs und Aktien. Die Eröffnung läuft online und dauert bei den meisten Anbietern etwa 15 Minuten. Du brauchst deine ID oder deinen Pass.
Tipp. Vergleiche zuerst die Gebühren. Bei kleinen Beträgen fressen hohe Gebühren viel vom Gewinn. Meine Anbieter mit Startguthaben findest du weiter unten im Beitrag.
Die zwei beliebtesten Anbieter für Einsteiger vergleiche ich im Test Yuh vs Swissquote.
4Richte einen Dauerauftrag ein
Wähle einen Tag kurz nach dem Zahltag, zum Beispiel den 26. Deine Bank überweist dann automatisch deinen Sparbetrag auf das Depot.
Warum das wirkt. Was gar nie auf dem Konto liegt, gibst du auch nicht aus.
Ein einfaches Konto per App wie neon, Zak oder Alpian reicht dafür völlig.
5Kaufe jeden Monat den gleichen ETF
Ein breiter Welt-ETF reicht am Anfang völlig. Du kaufst jeden Monat für den gleichen Betrag, egal ob die Kurse hoch oder tief stehen.
Der Vorteil. Bei tiefen Kursen bekommst du automatisch mehr Anteile für dein Geld.
Welcher ETF zu dir passt, findest du mit meiner ETF Auswahl Checkliste oder in der Übersicht Beste ETFs Schweiz 2026.
6Lass es liegen und schau selten hin
Jetzt kommt der schwierigste Teil. Nichts tun. Keine Kurse am Handy checken. Nicht verkaufen, wenn es rot wird.
Faustregel. Einmal im Jahr reinschauen reicht. Alles andere macht nur nervös.
Warum uns der eigene Kopf dabei im Weg steht, erkläre ich im Beitrag Wie entstehen Fehler beim Investieren.
8 Tipps, die den Weg kürzer machen
1Sparen automatisch machen
Spare nicht das, was am Monatsende übrig bleibt. Am Monatsende bleibt meistens nichts übrig. Behandle das Sparen wie eine Rechnung, die zuerst bezahlt wird.
2Den Sparbetrag langsam erhöhen
Du musst nicht sofort die Hälfte deines Lohns sparen. Erhöhe deinen Dauerauftrag alle paar Monate ein wenig. So merkst du es kaum.
3Mehr Lohn nicht sofort ausgeben
Das ist der stillste Vermögenskiller. Du bekommst mehr Lohn und lebst sofort teurer. Am Ende bleibt gleich wenig übrig wie vorher.
4Bei den grossen Kosten sparen
Der Kaffee am Bahnhof ist nicht dein Problem. Deine grössten Posten sind Miete, Krankenkasse, Versicherungen und Steuern. Dort liegt das Geld.
5Ein zweites Einkommen aufbauen
Sparen hat eine Grenze. Irgendwann kannst du nicht mehr weniger ausgeben. Beim Verdienen gibt es diese Grenze nicht.
6Die Säule 3a nutzen
In die Säule 3a kannst du jedes Jahr einen bestimmten Betrag einzahlen. Diesen Betrag darfst du von deinem steuerbaren Einkommen abziehen. Du sparst also doppelt.
7Investieren statt liegen lassen
Geld auf dem Sparkonto verliert jedes Jahr an Wert, weil alles teurer wird. Investiertes Geld arbeitet dagegen mit.
8Ruhig bleiben, wenn es runter geht
Die Kurse fallen manchmal. Das gehört dazu. Der grösste Fehler ist, dann aus Angst zu verkaufen. Dann machst du den Verlust echt.
Wie lange dauert es bei dir?
Das hängt vor allem von einer Sache ab. Von deinem monatlichen Sparbetrag. Die Rendite spielt am Anfang eine kleinere Rolle, als die meisten denken.
| Du sparst pro Monat | Dauer bis CHF 100’000 (bei 6% Rendite) |
|---|---|
| CHF 300 | ca. 20 Jahre |
| CHF 500 | ca. 13 Jahre |
| CHF 800 | ca. 9 Jahre |
| CHF 1’200 | ca. 6.5 Jahre |
| CHF 2’000 | ca. 4 Jahre |
Vereinfachte Beispielrechnung, ohne Steuern und Gebühren, ohne Startkapital, gerundet.
Suche deine Zeile und erschrick nicht. Die meisten fangen klein an und werden mit der Zeit schneller, weil der Lohn steigt.
Rechne dein eigenes Beispiel aus
Stell die Regler auf deine Zahlen ein und sieh live, wann du deine ersten CHF 100’000 erreichst.
Vereinfachtes Modell, ohne Steuern und Gebühren. Keine Anlageberatung.
Häufige Fehler
- Du wartest auf den perfekten Moment. Den gibt es nicht.
- Du lässt zu viel Geld auf dem Sparkonto liegen.
- Du verkaufst, sobald die Kurse fallen.
- Du gibst jede Lohnerhöhung sofort aus.
- Du sparst von Hand, wenn gerade etwas übrig ist.
- Du vergleichst dich mit anderen statt mit dir vor einem Jahr.
Wo du starten kannst
Für die 6 Schritte brauchst du zwei Dinge. Ein Konto für den Alltag und den Dauerauftrag. Und ein Depot für deine ETFs.
Hier sind die Anbieter, die ich selber nutze oder empfehle. Mit meinem Code bekommst du bei der Eröffnung ein Startguthaben. Die Links sind Affiliate-Links. Für dich kostet das nichts.
| Wofür du es brauchst | Passende Anbieter |
|---|---|
| Depot für ETFs und Aktien (Schritt 3 und 5) | Swissquote, Yuh |
| Konto für Lohn und Dauerauftrag (Schritt 1 und 4) | neon, Zak, Alpian |
Ich nutze Swissquote für mein eigenes Depot.
CHF 100 Trading Credits bei Swissquote
Nur für Schweizer Einwohner, nach Einzahlung von CHF 1’000.
Weitere Anbieter mit Startguthaben
Tippe auf einen Code, dann wird er kopiert.
Konto, Karte und Depot in einer App. Du kannst schon ab kleinen Beträgen ETFs kaufen. Gut für alle, die alles an einem Ort wollen.
Gratis Konto der Bank Cler per App. Du kannst dein Geld in Töpfe aufteilen. Das hilft bei Schritt 1 und beim Notgroschen.
Gratis Konto per App, ohne Grundgebühr. Ideal als einfaches Lohnkonto, von dem dein Dauerauftrag abgeht.
Digitale Schweizer Bank mit Konto in mehreren Währungen und Anlageteil. Spannend, wenn dein Vermögen wächst.
Fragen und Antworten
Warum sind die ersten CHF 100’000 so wichtig?
Weil ab diesem Betrag der Gewinn spürbar wird. Vorher wächst dein Depot fast nur, weil du selber einzahlst. Danach hilft dein Geld mit.
Wie lange dauert es bis zu den ersten CHF 100’000?
Das kommt auf deinen Sparbetrag an. Bei CHF 800 pro Monat und 6 Prozent Rendite sind es rund 9 Jahre.
Ist Sparen oder Investieren wichtiger am Anfang?
Am Anfang ist der Sparbetrag wichtiger. Die Rendite wird erst bei grösseren Summen spürbar.
Mit wie wenig Geld kann ich starten?
Bei vielen Anbietern reichen schon CHF 50 oder CHF 100 pro Monat. Wichtiger als der Betrag ist, dass du regelmässig einzahlst.
Was mache ich, wenn die Börse abstürzt?
Nichts verkaufen. Wenn möglich weiter einzahlen. Du kaufst dann günstiger ein als vorher.
Lohnt sich die Säule 3a auf dem Weg zu 100’000?
Ja. Du sparst bei der Einzahlung Steuern und baust gleichzeitig Vermögen auf. Beachte aber, dass das Geld bis zur Pensionierung gebunden ist.
Fazit zu den ersten 100’000 Franken
Die ersten 100’000 Franken sind harte Arbeit. Sie kommen fast nur von dir. Deshalb dauert dieser Teil am längsten und fühlt sich am zähsten an.
Danach kippt es. Dein Geld verdient mit. Der Weg von 100’000 auf 200’000 geht deutlich schneller als der von null auf 100’000, obwohl der Betrag der gleiche ist.
Du brauchst dafür kein hohes Einkommen und kein Talent. Du brauchst einen Dauerauftrag, einen breiten ETF und Geduld. Fang mit dem Betrag an, der heute möglich ist. Und erhöhe ihn, sobald du mehr verdienst.
Keine Anlageberatung. Alle Beispielrechnungen sind vereinfacht und ohne Gewähr. *Affiliate.

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