Swissquote vs Saxo Bank 2026: Der ehrliche Broker-Vergleich mit 10-Jahres-Rechnung

Swissquote vs Saxo Bank 2026: Wer ist wirklich günstiger?

Swissquote vs Saxo Bank 2026: Gebühren, Aktienregister und Alltag im Vergleich

Swissquote vs Saxo Bank: Beide sind beliebte Schweizer Online-Broker. Beide sind von der FINMA reguliert. Beide eignen sich für ETFs und Aktien. Bei den Gebühren gibt es aber grosse Unterschiede. Ich zeige dir alle Unterschiede, mit einem Rechenbeispiel über 10 Jahre.

Antwort in Kürze

Saxo ist bei den laufenden Kosten günstiger. Grund: keine Depotgebühr und tiefere Wechselgebühr. Swissquote punktet dafür mit dem Aktienregister, der grösseren Auswahl und dem normalen Zahlungsverkehr wie bei einer echten Bank.

Kurz zusammengefasst

  • Saxo: keine Depotgebühr, gratis e-Steuerauszug, tiefere Wechselgebühr (0.25%), dafür kein Aktienregister, und der gratis Sparplan umfasst nur iShares- und Amundi-ETFs.
  • Swissquote: Depotgebühr bis CHF 200/Jahr, höhere Wechselgebühr (0.95%), dafür Aktienregister-Zugang, breitere Auswahl und eine vollwertige, an der SIX kotierte Bank mit normalem Zahlungsverkehr.
  • Bank oder Broker: Swissquote funktioniert wie eine normale Bank, Zahlungen gehen an beliebige Konten hin und her. Bei Saxo fliessen Auszahlungen nur auf Konten, von denen du vorher eingezahlt hast.
  • Nur bei Swissquote gibt es einen Rabattcode von mir: MKT_LIEBEFINANZEN gibt dir CHF 100 Trading Credits geschenkt. Saxo bietet aktuell kein Affiliate-Programm an.
  • Keine Anlageberatung, sondern meine persönliche Einordnung.

Zuletzt aktualisiert am 7. August 2026

Swissquote
VS.
Saxo Bank

🏦 Bank oder nur Broker?

Swissquote ist eine vollwertige, börsenkotierte Bank, Zahlungen gehen an beliebige Konten hin und her. Saxo ist ein reiner Broker ohne Zahlungsverkehr, Auszahlungen fliessen nur auf Konten, von denen du vorher eingezahlt hast. Im Alltag oft wichtiger als jede Gebühr.

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🗳️ Dividenden & Generalversammlungen

Nur Swissquote trägt dich ins Namensregister ein. Das bringt dir Stimmrecht an der GV und Zugang zu Aktionärsgeschenken wie dem Lindt-Koffer oder der Swatch-Uhr, für Saxo ein klarer Minuspunkt.

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🇨🇭 Schweizer Aktien

Bei CH-Aktien fällt keine Wechselgebühr an, hier zählt vor allem die Depotgebühr. Über 10 Jahre kann das bei Saxo mehrere Hundert Franken sparen, selbst bei einem reinen Schweizer Portfolio.

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Kosten im Detail

Swissquote oder Saxo: der Gebührenvergleich 2026

Handelst du zum Beispiel einen ETF wie den iShares MSCI World an der Schweizer Börse SIX, zahlst du diese Gebühren:

KostenpunktSwissquoteSaxo
HandelsgebührGestaffelt: CHF 3 (<500), CHF 5 (500–1’000), CHF 9 flat (>1’000, nur “ETF Leaders”)0.08%, mindestens CHF 3, unabhängig vom Betrag
Währungsumrechnungca. 0.95%ca. 0.25%
Depotgebühr p.a.CHF 80 bis 200Keine
Stempelsteuer0.075% / 0.15%0.075% / 0.15%
e-Steuerauszug p.a.CHF 85 (auf Bestellung)Gratis
Gratis ETF-SparplanNein, Dauerauftrag zu regulären GebührenJa, AutoInvest mit über 100 ETFs, aber nur von iShares und Amundi

Eigene Recherche, Stand Juli 2026. Die Staffelpreise bei Swissquote gelten nur für “ETF Leaders”-Titel an der SIX, für andere ETFs sind die Kosten höher, mehr dazu in meinem Beitrag Swissquote Gebühren Erfahrungen. Ausführliche Details zu allen vier grossen Schweizer Brokern findest du in meinem Beitrag Swissquote vs. Saxo vs. Yuh vs. neon.

Rechenbeispiel

Swissquote vs Saxo: Rechenbeispiel über 10 Jahre

Ein Beispiel: Du investierst CHF 10’000 in einen ETF an der SIX, der in USD gehandelt wird. Du hältst ihn 10 Jahre. Bei 7% Rendite pro Jahr wächst er auf rund CHF 19’672. Dann verkaufst du.

GebührSwissquoteSaxo
Handel (Kauf + Verkauf)CHF 18.00CHF 23.74
FremdwährungCHF 281.88CHF 74.18
Depot (10 Jahre)CHF 600.00CHF 0.00
StempelsteuerCHF 44.51CHF 44.51
TotalCHF 944.39CHF 142.42
Warum der Unterschied so gross ist: Hältst du den ETF lange, zahlt fast nur die Depotgebühr eine Rolle, nicht die einmalige Handelsgebühr. Swissquote verlangt die Depotgebühr jedes Jahr. Saxo kennt sie gar nicht. Handelst du kürzer oder öfter, wird der Unterschied kleiner. Saxo bleibt aber trotzdem günstiger.

Eigene Berechnung auf Basis der oben genannten Gebühren, Stand Juli 2026. Die Swissquote-Depotgebühr basiert auf dem Quartalsminimum von CHF 15 (0.025% des Vermögens würde bei dieser Depotgrösse darunter liegen). Vereinfachtes Rechenbeispiel bei angenommener konstanter Rendite, keine Anlageberatung.

Broker 1

Swissquote: Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Zugang zum Aktienregister, damit Stimmrecht an Generalversammlungen und Aktionärsgeschenke
  • Grösste Auswahl an Wertpapieren und Börsenplätzen
  • Über 25 Jahre am Markt, seit 2000 selbst an der SIX kotiert, mit öffentlich einsehbaren Zahlen
  • Vollwertige Bank mit Konto, Karte, Twint und e-Banking, Zahlungen an beliebige Konten wie bei jeder anderen Bank
Nachteile
  • Depotgebühr bis CHF 200 im Jahr
  • Deutlich höhere Wechselgebühr als bei Saxo
  • e-Steuerauszug kostet CHF 85
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Namensregister, Generalversammlung und Aktionärsgeschenke im Detail

Reine Gebührenvergleiche vergessen diesen Punkt oft. Für viele ist er trotzdem ein starkes Argument für Swissquote. Wie der Namensregister-Eintrag bei Swissquote genau funktioniert, erkläre ich in einem eigenen Beitrag. Kurz gesagt: Kaufst du eine Namenaktie über Swissquote, trägt dich Swissquote automatisch ins Aktienregister der Firma ein. Namenaktien erkennst du am “N” im Titel, zum Beispiel “Nestlé N”. Das bringt dir konkret:

  • Stimmrecht an der Generalversammlung. Persönlich vor Ort, oder per Vollmacht, auch ohne Anreise.
  • Geschäftsbericht und GV-Einladung direkt von der Firma. Nicht nur über Umwege via Broker.
  • Zugang zu Aktionärsgeschenken. Die gibt es nur für eingetragene Aktionärinnen und Aktionäre.

Ein paar aktuelle Beispiele für solche Geschenke: Der berühmte Schoggikoffer von Lindt & Sprüngli, mit über 3.5 kg Schokolade. Die Aktie dafür kostet aber einen sechsstelligen Betrag. Deutlich zugänglicher: Swatch verschickt eine eigene Aktionärsuhr, Titlis Bergbahnen lässt dich für CHF 20 statt CHF 100 auf den Berg fahren, Zoo Zürich schenkt dir gratis Eintritt, und Calida gibt einen Rabatt. Nicht jedes Geschenk bleibt für immer. Der Novartis-Kalender zum Beispiel wurde eingestellt, ein Hinweis darauf, dass sich solche Programme jederzeit ändern können.

Wichtig zu wissen: Diese Geschenke gibt es nur für echte, ganze Namenaktien mit Registereintrag. Nicht für ETFs, meist auch nicht für Bruchteile. Bei Swissquote kostet der Registereintrag nichts extra. Yuh, neon und Saxo bieten ihn gar nicht an. Dort gehört dir die Aktie zwar trotzdem, du tauchst aber nicht im Register der Firma auf. Mehr dazu, mit Terminen und einer laufenden Liste, in meinem Beitrag Aktionärsgeschenke Schweiz.
Broker 2

Saxo Bank Schweiz: Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Keine Depotgebühr, seit 2025 abgeschafft
  • Gratis ETF-Sparplan (AutoInvest) für über 100 ETFs von iShares und Amundi
  • Tiefere Wechselgebühr (0.25% statt 0.95%)
  • Gratis e-Steuerauszug
Nachteile
  • Kein Aktienregister, keine Teilnahme an Generalversammlungen
  • Reiner Broker ohne Zahlungsverkehr, Auszahlungen nur auf Konten, von denen du vorher eingezahlt hast
  • Im gratis Sparplan nur iShares und Amundi, der beliebte Vanguard FTSE All-World (VWRL) ist nur manuell handelbar
  • Keine Bruchteile handelbar, nur ganze Anteile (bei Yuh geht das)
  • Oberfläche wirkt sperrig, gerade die ETF Suche ist für Einsteiger nicht intuitiv aufgebaut

Mehr zu Saxo im Detail, inklusive der Übernahme durch J. Safra Sarasin, findest du in meinem Beitrag Swissquote vs. Saxo vs. Yuh vs. neon und in Saxo Bank Nachteile.

Swissquote vs Saxo bei Schweizer Aktien: der unterschätzte Kostenvorteil

Kaufst du reine Schweizer Aktien, zahlst du bei beiden Brokern keine Wechselgebühr. Schweizer Aktien laufen ja in CHF. Der FX-Vorteil von Saxo spielt hier keine Rolle. Trotzdem lohnt sich Saxo oft für Schweizer Aktien, wegen der Depotgebühr.

Bei der Handelsgebühr selbst ist das Bild gemischt. Saxo verlangt immer 0.08%, mindestens CHF 3, ohne Deckel. Swissquote hat bei normalen Aktien eine Staffel von CHF 3 bis maximal CHF 190. Für die meisten Käufe ist Saxo gleich teuer oder günstiger. Nur bei sehr grossen Käufen, im hohen sechsstelligen Bereich, kann der Deckel von Swissquote günstiger sein.

Der eigentliche Hebel ist die Depotgebühr. Sie fällt bei Swissquote jedes Jahr an, egal ob du handelst oder nur hältst. Bei Saxo fällt sie ganz weg. Für eine reine Halte-Position in Schweizer Dividendenaktien über 10 Jahre heisst das:

Gebühr (10 Jahre, CHF 5’000 → 10’000, nur CH-Aktien)SwissquoteSaxo
Handel (Kauf + Verkauf)ca. CHF 8–15CHF 12.00
FremdwährungCHF 0.00CHF 0.00
Depot (10 Jahre)CHF 800.00CHF 0.00
StempelsteuerCHF 11.25CHF 11.25
Totalca. CHF 820–835CHF 23.25

Eigene Berechnung, Stand Juli 2026. Die exakte Swissquote-Handelsgebühr hängt von der genauen Positionsgrösse innerhalb der Staffel ab, deshalb als Bandbreite angegeben. Auch hier dominiert die Depotgebühr die Rechnung fast vollständig, nicht die einmalige Handelsgebühr.

Der ehrliche Trade-off: Diesen Vorteil erkaufst du dir mit dem Verzicht auf Namensregister, Stimmrecht und Aktionärsgeschenke, siehe oben. Willst du einfach nur Dividenden und legst keinen Wert auf GV-Teilnahme oder Geschenke, ist Saxo damit auch für ein 100% Schweizer Aktienportfolio die günstigere Wahl. Manche kombinieren beides: den grössten Teil des Portfolios günstig bei Saxo halten, und nur für 1 bis 2 Titel mit schönen Geschenken zusätzlich ein kleines Swissquote-Depot führen.
Sehr wichtig

Vollbank gegen reinen Broker: Ein- und Auszahlungen im Alltag

Der Unterschied in einem Satz

Swissquote ist eine Bank, du machst Zahlungen normal hin und her wie bei jeder anderen Bank. Saxo ist nur ein Broker. Dein Geld kommt nur über den Umweg deiner Hausbank wieder raus.

Der vielleicht wichtigste Unterschied steht in keiner Gebührentabelle. Swissquote ist eine vollwertige, börsenkotierte Schweizer Bank. Du hast ein normales Konto mit e-Banking, Karte und Twint. Zahlungen gehen an beliebige Konten, hin und her, wie bei jeder anderen Bank.

Saxo ist dagegen ein reiner Broker. Saxo schreibt selbst, dass das Handelskonto nicht als Girokonto vorgesehen ist und sich nicht für den täglichen Zahlungsverkehr eignet. Bei Auszahlungen heisst das konkret: Geld fliesst nur auf Konten zurück, von denen du vorher bei Saxo eingezahlt hast. Eine IBAN manuell eingeben oder anpassen kannst du nicht, Saxo speichert die Kontoangaben automatisch bei der Einzahlung. Ein neues Auszahlungskonto registrierst du nur, indem du zuerst von genau diesem Konto aus einzahlst und bis zu drei Werktage wartest.

Was heisst das im Alltag? Bei Saxo macht dein Geld immer den Umweg über die Hausbank. Jeder Franken braucht zuerst eine Auszahlung auf das hinterlegte Konto. Direkt bezahlen kannst du von Saxo aus nichts. Ein paar typische Situationen zeigen den Unterschied.

AlltagssituationSwissquoteSaxo
Dividenden als Einkommen nutzenDirekt vom Konto zahlen, per e-Banking, Karte oder TwintZuerst auf die Hausbank auszahlen, erst dort kannst du das Geld ausgeben
Aktien verkauft, Geld kurzfristig nötigVerkaufen und direkt bezahlenVerkaufen, Auszahlung aufs hinterlegte Konto anstossen, warten, dann zahlen
Rechnung mit QR-Code zahlenJa, ganz normal im e-BankingNicht möglich, Saxo bietet keinen Zahlungsverkehr
Hausbank gewechseltNeues Konto einfach als Zahlungsziel erfassenNeues Konto zuerst per Einzahlung registrieren, bis zu 3 Werktage warten
Geld an eine Drittperson sendenNormale Überweisung an ein beliebiges KontoNicht möglich, Auszahlungen gehen nur auf eigene, registrierte Konten

Fair bleibt: Zahlst du nur ein und hältst jahrelang, fällt das kaum ins Gewicht. Brauchst du dein Geld aber regelmässig, etwa Dividenden als Einkommen, wird der Umweg über die Hausbank im Alltag zum spürbaren Nachteil.

Ein Fall aus einem Nutzerbericht: Eine Auszahlung von CHF 200 auf eine Schweizer IBAN kostete CHF 25 Gebühren. Grund: Die automatisch hinterlegte IBAN war falsch gespeichert, die Zahlung lief deshalb über die UBS als Zwischenbank. Der Support verwies nur darauf, dass die Kontoangaben korrekt sein müssen, was Kunden selbst aber nicht anpassen können, und schloss das Ticket. Saxo selbst verlangt für Auszahlungen keine Gebühr, Zwischenbanken können aber Gebühren abziehen. Prüfe darum vor der ersten Auszahlung, welches Konto bei Saxo hinterlegt ist, und zahle im Zweifel zuerst einen kleinen Betrag vom richtigen Konto ein.
Oft übersehen

Wenig bekannte Nachteile von Saxo

Die meisten Vergleiche enden bei Depotgebühr und Handelskosten. Ein paar Punkte werden dabei selten erwähnt, sind aber je nach Nutzung relevant.

Währungsumtausch: mehr Aufwand als es scheint

Die tiefere Wechselgebühr von Saxo klingt zuerst nach einem klaren Vorteil. In der Praxis braucht sie aber etwas Aufwand. Fremdwährungskonten musst du bei Saxo selbst einrichten und mit Geld auffüllen. Eine automatische Verrechnung mit deinem CHF-Konto gibt es nicht. Beim Kauf in Fremdwährung zeigt dir Saxo auch keinen ungefähren CHF-Betrag an, du musst selbst umrechnen. Bei Swissquote läuft das über die eigenen Verrechnungskonten einfacher.

Der AutoInvest-Sparplan hat mehr Einschränkungen als gedacht

Auf den ersten Blick wirkt der gratis Sparplan grosszügig, mit über 100 ETFs. Im Detail zeigen sich aber mehrere Einschränkungen:

  • Nur 1x im Monat, fix am 5. Du kannst weder Datum noch Rhythmus selbst wählen, anders als bei Yuh oder neon.
  • Nur ganze Anteile. Reicht deine Sparrate nicht für einen ganzen ETF-Anteil, bleibt der Rest bis zum nächsten Termin ungenutzt liegen.
  • Läuft nur in CHF. Wählst du einen ETF in USD oder EUR für deinen Sparplan, zahlst du bei jedem Kauf die Wechselgebühr. Das “gratis” gilt also nur für die Kaufgebühr, nicht für den Wechselkurs.
  • Nur die vorgegebene Liste. Gratis besparen kannst du ausschliesslich die von Saxo festgelegten ETFs, nicht jeden beliebigen Titel deiner Wahl.

Drei verschiedene Plattformen statt einer

Saxo bietet gleich drei verschiedene Plattformen an: SaxoInvestor für den einfachen Einstieg, SaxoTraderGO für aktivere Anlegerinnen und Anleger, und SaxoTraderPRO für Profis am Desktop. Für Einsteiger kann das am Anfang verwirren, weil nicht klar ist, welche Plattform die richtige ist. Swissquote hat dagegen nur eine App für alle.

Börsenkotiert oder nicht: ein Unterschied bei der Transparenz

Swissquote ist seit dem Jahr 2000 selbst an der Schweizer Börse SIX kotiert. Als börsenkotierte Firma muss Swissquote seine Zahlen offenlegen. Quartalszahlen und Jahresberichte sind öffentlich einsehbar, jeder kann sich so ein eigenes Bild machen.

Saxo Bank (Schweiz) AG ist dagegen nicht selbst börsenkotiert. Es ist eine Tochterfirma der dänischen Saxo Bank A/S. Seit 2025 gehört sie mehrheitlich der privaten Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin. Davor, von 2018 bis 2025, gehörte sie mehrheitlich dem chinesischen Autokonzern Zhejiang Geely. Als private Firma zeigt Saxo keine vergleichbar offenen Zahlen. Das ist keine Sicherheitsfrage, die Einlagensicherung gilt für beide gleich. Es geht nur um Transparenz und darum, wie stabil der Eigentümer über die Zeit war.

Kurz gesagt: Ist dir Transparenz und ein stabiler Eigentümer wichtig, findest du bei Swissquote mehr offene Informationen. Legst du zusätzlich Wert auf eine rein Schweizer Eigentümerstruktur statt einer dänisch-privaten, lohnt sich auch ein Blick auf Yuh: die App gehört zu 100% der börsenkotierten Swissquote, ist also faktisch dieselbe Schweizer Eigentümerschaft, nur in einer schlankeren App verpackt. Schaust du vor allem auf die Kosten, ist das eher eine Randnotiz für dich.
Bedienung im Alltag

Swissquote vs Saxo: App und Desktop im Vergleich

Gebühren sind das eine. Genauso wichtig ist, wie gut du im Alltag mit App und Desktop zurechtkommst. Hier unterscheiden sich die beiden Broker spürbar.

Die Swissquote App

Bei Swissquote läuft alles in einer einzigen App. Trading, Bankkonto, Karte, Twint und Krypto sind unter einem Dach. Du musst dich also nicht zwischen verschiedenen Apps entscheiden. Die Kehrseite davon ist die schiere Menge an Funktionen. Beim ersten Öffnen wirkt die App voll. Es braucht ein paar Tage, bis du weisst, wo was liegt. Danach ist der Alltag angenehm. Kaufen, verkaufen und Dividenden prüfen geht schnell, und die App zeigt dir vor jedem Kauf den ungefähren CHF-Betrag inklusive Gebühren an. Die Sprache ist durchgehend Deutsch, auch bei Detailfunktionen.

Swissquote am Desktop

Am Computer nutzt du das e-Banking im Browser. Es wirkt etwas altmodischer als die App, ist aber übersichtlich und stabil. Praktisch für die Steuererklärung und für Auswertungen. Wer aktiver handelt, kann zusätzlich die erweiterte Handelsplattform nutzen, muss aber nicht.

Die Saxo Apps

Bei Saxo startest du wie oben beschrieben mit der Wahl zwischen drei Plattformen. Für Einsteigerinnen und Einsteiger ist SaxoInvestor gedacht, im Alltag wirkt die Oberfläche aber sperriger als bei Swissquote. Besonders die ETF Suche zeigt das deutlich. Statt einer einfachen Namenssuche mit Vorschlägen landest du schnell in Filtermasken mit ISIN, Börsenplatz und Handelswährung, ohne dass klar ist, welche Angabe für den eigenen Kauf überhaupt wichtig ist. Wer noch nie einen ETF gekauft hat, tut sich hier merklich schwerer als bei Swissquote, wo die Suche direkter zum passenden Titel führt. Wer mehr will, wechselt zu SaxoTraderGO. Die Umstellung zwischen den Plattformen ist aber ein Bruch, die Menüs und Begriffe unterscheiden sich. Dazu kommt das Thema aus dem Abschnitt oben. Beim Kauf in Fremdwährung fehlt die CHF-Anzeige, und Fremdwährungskonten richtest du selbst ein. Einzelne Begriffe und Hilfetexte wirken zudem aus dem Englischen übersetzt.

Dazu kommt eine Einschränkung beim ETF-Sparplan. Saxo AutoInvest ist zwar gratis, bespart aber nur eine kuratierte Liste von aktuell 102 ETFs, alle an der SIX gehandelt. Sämtliche Titel stammen ausschliesslich von iShares und Amundi, die offizielle Saxo-Liste zählt aktuell 85 iShares- und 17 Amundi-ETFs, andere Anbieter fehlen komplett. Zum Vergleich: Bei Yuh stammen die 21 gratis ETFs von verschiedenen Anbietern, darunter Vanguard, iShares, Invesco und Xtrackers. Willst du gezielt einen ETF von Vanguard, Invesco, UBS, Xtrackers oder SPDR gratis besparen, geht das über AutoInvest schlicht nicht.

Was fehlt dir also im AutoInvest? Stand August 2026 vor allem das hier:

  • Sämtliche ETFs von Vanguard, Invesco, UBS, Xtrackers, SPDR und allen anderen Anbietern, gratis besparbar sind ausschliesslich iShares und Amundi
  • Nicht von jedem Index gibt es beide Anteilsklassen, die Wahl zwischen ausschüttend und thesaurierend hast du also nicht überall
  • Der beliebte Vanguard FTSE All-World (VWRL), er ist bei Saxo nur manuell zu den normalen Gebühren kaufbar
  • Alles, was nicht an der SIX kotiert ist

Prüfe darum vor der Kontoeröffnung die aktuelle AutoInvest-Liste bei Saxo, ob dein Wunsch-ETF drauf ist. Steht er nicht drauf, bleibt nur der manuelle Kauf zu den normalen Gebühren. Und noch ein Detail für Dividendenfans: Ausschüttungen aus dem Sparplan fliessen aufs Konto und werden nicht automatisch reinvestiert, das machst du von Hand.

Saxo am Desktop

Am Desktop spielt Saxo seine Stärke aus. SaxoTraderGO im Browser ist modern, schnell und mit guten Charts. SaxoTraderPRO geht nochmals weiter und richtet sich klar an Profis, mit mehreren Bildschirmen und Profi-Werkzeugen. Für reine Buy-and-Hold-Anlegerinnen und -Anleger ist das mehr, als sie je brauchen. Stören tut es aber auch nicht.

Mein Eindruck: Für Einsteigerinnen und Einsteiger ist Swissquote im Alltag die rundere Lösung, weil alles in einer App liegt und auf Deutsch sauber beschriftet ist. Saxo lohnt sich für alle, die vor allem am Desktop arbeiten und sich nicht daran stören, dass gerade die ETF Suche etwas Einarbeitung braucht. Die einfachste App von allen bleibt Yuh, die reine Schweizer Alternative aus dem Hause Swissquote.
Nach Anlageklasse

Saxo oder Swissquote: was ist besser für wen?

Die pauschale Antwort “Saxo ist günstiger” stimmt bei Swissquote vs Saxo nicht für jede Situation. Je nachdem, was und wie du anlegst, kippt die Empfehlung. Willst du nur mit sehr kleinen Beträgen starten, lohnt sich neben Saxo auch ein Blick auf Yuh (21 gratis ETFs ab CHF 10) oder neon (7 gratis ETFs), beide im grösseren Vergleich Swissquote vs. Saxo vs. Yuh vs. neon mit dabei. Hier die wichtigsten neun Fälle für Swissquote und Saxo einzeln durchgegangen.

KategorieSwissquoteSaxoEmpfehlung
DividendeninvestorenAktienregister-Eintrag, Stimmrecht, AktionärsgeschenkeKein Register, dafür tiefere laufende KostenSwissquote bei Fokus auf Mitsprache/Geschenke, sonst Saxo
Schweizer AktienKein Wechselkurs nötig, ETF Leaders gedeckelt0.08%, kein RegisterSwissquote fürs Register, sonst Saxo günstiger
US-Aktien+ ca. 0.95% Wechselgebühr ohne USD-Konto+ ca. 0.25% WechselgebührSaxo, deutlich tiefere Devisenmarge
Andere internationale AktienBreite Börsenauswahl, höhere WechselgebührTiefere Wechselgebühr, ebenfalls breite AuswahlSaxo bei viel Fremdwährung, Swissquote bei Nischenmärkten
KryptowährungenDirektkauf über eigene Börse SQX, 50+ CoinsNur indirekt über ETPs, kein DirektkaufSwissquote, klar
ETFs allgemeinETF Leaders gedeckelt, Sparplan nicht gratis100+ ETFs gratis im AutoInvest-SparplanSaxo, besonders für Sparpläne
ETF Schweiz (SIX, CHF)Kein Wechselkurs, ETF Leaders gedeckeltKeine Depotgebühr, oft trotzdem günstigerSaxo insgesamt, Swissquote bei sehr grossen Einzelkäufen
ETF USA (US-domiziliert)+ Wechselgebühr ohne USD-Konto+ tiefere Wechselgebühr, manuell über USD-Unterkonto handelbar, nicht im AutoInvestSaxo
ETF IE (Irland-domiziliert)Handelbar an SIX oder internationalIE-ETFs von iShares und Amundi im gratis AutoInvest enthaltenSaxo, besonders im Sparplan

Dividendeninvestoren

Hier zählt mehr als nur die Gebühr. Willst du wirklich mitreden, an Generalversammlungen teilnehmen oder Aktionärsgeschenke sammeln, etwa bei Nestlé, Lindt oder Swatch, führt kaum ein Weg an Swissquote vorbei. Nur dort bekommst du den Registereintrag. Geht es dir nur um die Dividende selbst, ohne Mitsprache, sparst du bei Saxo über die Jahre mehr, dank der fehlenden Depotgebühr.

Kryptowährungen

Ein klarer Fall für Swissquote. Über die eigene Krypto-Börse SQX kaufst du über 50 Coins direkt, du besitzt sie wirklich. Bei Saxo bekommst du nur indirekten Zugang über Krypto-ETPs oder Zertifikate. Das sind Schuldverschreibungen auf den Kurs, keine echten Coins.

ETF IE, ETF USA und ETF Schweiz im Detail

Die meisten beliebten ETFs, zum Beispiel der Vanguard FTSE All-World oder der iShares Core MSCI World, sind in Irland domiziliert, kurz “IE”. Das bringt Steuervorteile bei US-Dividenden. Diese ETFs kannst du meist an der SIX in CHF kaufen, oder international in USD oder EUR. Kaufst du sie in CHF an der SIX, fällt bei beiden Brokern keine Wechselgebühr an. Die iShares- und Amundi-Varianten darunter, etwa der iShares Core MSCI World, sind bei Saxo zudem Teil der über 100 gratis ETFs im AutoInvest-Sparplan. Der Vanguard FTSE All-World gehört nicht dazu, den kaufst du bei Saxo nur manuell zu den normalen Gebühren. Rein US-domizilierte ETFs sind für Schweizer Anlegerinnen und Anleger oft die schlechtere Wahl, wegen der US-Erbschaftssteuer. Das gilt unabhängig vom Broker.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zu Swissquote vs Saxo

Ist Saxo günstiger als Swissquote?
Bei langfristigem Buy-and-Hold ja, vor allem wegen der fehlenden Depotgebühr und der tieferen Wechselgebühr. In unserem Rechenbeispiel über 10 Jahre lag Saxo CHF 802 günstiger.
Warum hat Swissquote eine Depotgebühr, Saxo nicht?
Das hängt vom Geschäftsmodell ab. Swissquote finanziert sich unter anderem über die Depotgebühr, dafür bietet es die breitere Auswahl und Zusatzleistungen wie das Aktienregister.
Kann ich bei Saxo an Generalversammlungen teilnehmen?
Nein, Saxo bietet keinen Zugang zum Aktienregister. Wer Stimmrecht oder Aktionärsgeschenke nutzen möchte, ist bei Swissquote besser aufgehoben.
Sind beide Broker in der Schweiz sicher?
Ja, beide sind FINMA-reguliert mit Schweizer Einlagensicherung bis CHF 100’000. Swissquote ist an der SIX kotiert, Saxo gehört seit 2025 mehrheitlich der Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin.
Kann ich bei Saxo Geld auf ein beliebiges Konto auszahlen?
Nein. Saxo zahlt nur auf Konten aus, von denen du vorher eingezahlt hast, eine IBAN manuell eingeben oder anpassen geht nicht. Ein neues Auszahlungskonto registrierst du, indem du zuerst von diesem Konto aus einzahlst. Swissquote ist dagegen eine vollwertige Bank, dort machst du Zahlungen an beliebige Konten wie bei jeder anderen Bank.
Ist Yuh dasselbe wie Swissquote?
Yuh gehört seit Juli 2025 zu 100% Swissquote, ist also eine reine Schweizer Alternative innerhalb derselben Eigentümerstruktur, nur mit einer einfacheren App und tieferen Einstiegshürden. Mehr dazu in meinem Beitrag Yuh Erfahrungen.
Fazit

Mein Fazit: Swissquote oder Saxo Bank?

Im Duell Swissquote vs Saxo liegt Saxo rein bei den Kosten für langfristige Buy-and-Hold-Anlegerinnen und -Anleger klar vorne und gehört damit aktuell zu den günstigsten Online Brokern der Schweiz. Ist dir aber das Aktienregister mit Stimmrecht und Aktionärsgeschenken wichtig, oder legst du Wert auf einen etablierten, breit bekannten Schweizer Namen, bleibt Swissquote die naheliegendere Wahl. Startest du dagegen mit sehr kleinen, unregelmässigen Beträgen, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Yuh oder neon. Nichts spricht dagegen, mehrere Broker parallel zu nutzen.

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📝 Update-Log

  • 30. Juli 2026: Artikel veröffentlicht, mit direktem Gebührenvergleich und konkretem 10-Jahres-Rechenbeispiel. Gleichentags erweitert um Namensregister/GV-Sektion, Saxo für Schweizer Aktien, Yuh als Schweizer Alternative, App- und Desktop-Vergleich sowie aktualisierte Rechenbeispiele.
  • 7. August 2026: Neuer Abschnitt Vollbank gegen reinen Broker mit den Saxo-Auszahlungsregeln und einem Nutzerbericht, Swissquote als börsenkotierte Vollbank in Kurzfassung, Antwortbox und Vorteilen geschärft, neue FAQ ergänzt, Abschnitt später als eigene Sektion mit Inhaltsverzeichnis-Eintrag, Hervorhebungs-Box und Highlight-Karte zuoberst prominent gemacht. Ausserdem AutoInvest-Angaben anhand der offiziellen Saxo-Liste korrigiert, im gratis Sparplan sind ausschliesslich iShares- und Amundi-ETFs (aktuell 85 plus 17), der VWRL ist nicht dabei.

Keine Anlageberatung. Angaben ohne Gewähr, bitte prüfe die aktuellen Konditionen direkt bei den Anbietern. Kennzahlen Stand Juli 2026.

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