Säule 3a Reform: Wird die 3. Säule bald unattraktiv?
Ursprünglich Oktober 2024 · Update Juli 2026
Die hier beschriebene Reform ist weiterhin nur ein geprüfter Vorschlag des Bundesrats, kein beschlossenes Gesetz. Der politische Prozess läuft seit Herbst 2024, ein definitiver Entscheid steht bis heute aus. Meine Einschätzung unten stammt aus dem ursprünglichen Zeitpunkt der Ankündigung, bleibt aber relevant, solange die Reform hängig ist.
Gibt es bald eine Säule 3a Reform? Der Bundesrat prüft eine grosse Reform der privaten Altersvorsorge, unterstützt von Finanzministerin Karin Keller-Sutter. Das Ziel: die Steuervorteile bei der Auszahlung von Geldern aus der Pensionskasse und der Säule 3a spürbar zu verringern.
- Der Bundesrat prüft, die Steuerprivilegien bei der Auszahlung von PK- und Säule-3a-Geldern einzuschränken.
- Besonders betroffen wären mittlere und höhere Einkommen, in einem Beispiel könnte sich die Steuer nahezu verdreifachen.
- Die Reform soll dem Staat rund CHF 250 Millionen mehr Steuereinnahmen pro Jahr bringen.
- Beschlossen ist bis heute nichts, die Vorlage befindet sich weiterhin im politischen Prozess.
- Meine persönliche Konsequenz: noch stärker auf freien, flexiblen Vermögensaufbau statt ausschliesslich auf gebundene Vorsorge setzen.
Besonders betroffen wären Menschen mit mittlerem und höherem Einkommen, deren Steuern sich teilweise verdreifachen könnten. Ein Beispiel aus der damaligen Berichterstattung: Jemand mit einem Einkommen von CHF 140’000 und einer Auszahlung von CHF 350’000 würde neu CHF 17’800 Steuern zahlen, statt bisher CHF 6’580 (Quelle: 20 Minuten).
Die Reform soll dem Staat rund CHF 250 Millionen mehr Steuereinnahmen pro Jahr bringen und die bisher legalen Steuereinsparungen dank der Säule 3a einschränken. Trotz Kritik aus der Finanz- und Versicherungsbranche verfolgt der Bundesrat das Ziel weiter, die private Altersvorsorge zu reformieren.
Wie Nau.ch es damals zusammenfasste:
Für uns Aktionärinnen und Aktionäre, Unternehmerinnen und alle, die selbst Vermögen aufbauen wollen, ist eine solche Einschränkung aus meiner Sicht grundsätzlich unerfreulich.
Finanzwissen wird noch wichtiger
Für mich bedeutet das: noch stärker auf den freien Vermögensaufbau setzen. Aktien und ETFs werden dadurch noch wichtiger, weil wir darüber die volle Kontrolle behalten, sie sind nicht bis zur Pensionierung gebunden. Wir können jederzeit selbst entscheiden, ob wir kaufen oder Geld beziehen möchten.
Fiele der Steuervorteil der Säule 3a weg, sähe ich persönlich kaum noch einen Grund, in die gebundene Vorsorge einzuzahlen. Der Steuervorteil war für mich stets der Hauptgrund, die 3. Säule zu füllen, sonst wäre das Geld für mich in meinem eigenen Swissquote Depot besser aufgehoben. Dort habe ich volle Kontrolle über meine Dividenden, entscheide selbst über Kursgewinne und habe jederzeit Zugriff auf meine Aktien und ETFs.
Meine Sorge: Der Mittelstand könnte die 3a dann schlicht ignorieren, ohne eine Alternative über Aktien und ETFs zu verfolgen, weil das Finanzwissen bei vielen noch ausbaufähig ist. Das Resultat wäre, dass viele Schweizerinnen und Schweizer insgesamt weniger sparen, was das Risiko für Altersarmut erhöht, sicher nicht im Sinn der Finanzministerin.
Es bleibt deshalb wichtig, möglichst früh die eigene finanzielle Unabhängigkeit anzustreben und sich nicht ausschliesslich auf staatliche Vorsorgesysteme zu verlassen. Genau deshalb baue ich mein eigenes Vermögen zusätzlich über ein Dividenden-Depot auf. Da sich heute kaum abschätzen lässt, wie viel ich in 25 Jahren aus der Pensionskasse erhalte, möchte ich nicht ausschliesslich auf die 2. Säule und die Säule 3a setzen. Zudem will ich mir die Freiheit nehmen können, auch mehrere Monate oder Jahre nicht angestellt zu sein, ohne Panik vor Vorsorgelücken.
Falls du dich weiterhin für die Säule 3a entscheidest: Investiere sie in Wertschriften statt sie auf dem Bankkonto liegen zu lassen. Einen aktuellen Vergleich der besten Anbieter 2026 findest du in meinem Säule 3a Ranking.
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Achtung: Kombiniere die Säule 3a nie mit einer Lebensversicherung. Wer mit dem Gedanken spielt, seine Vorsorge beim Austritt aus der Pensionskasse gezielt aufzuteilen, findet mehr dazu in meinem Beitrag Pensionskasse splitten.
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Weiterführende Quelle: Tages-Anzeiger, “Keller-Sutters Angriff auf den Mittelstand”. Dieser Beitrag gibt meine persönliche Einschätzung wieder und ist keine Anlage- oder Steuerberatung.

Finanzbloggerin
Zertifizierte Vermögensberaterin IAF
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das ist doch wieder einmal ein typischer beitrag eines mitglieds des bundesrats, um auf sich aufmerksam zu machen – rationell gesehen eine absolute schnapsidee, welche nur verlierer erzeugt….damit wird von anderen wirklich wichtigen themen abgelenkt mit denen der bundesrat definitiv überfordert ist…
Vor allem, weil ja bekannt ist, dass KKS nur ein Sparkonto hat und nicht investiert.
Ich finde schon, dass mehr rationale Finanzexperten am Ruder sein sollten.
KKS sieht natürlich die Sache aus Sicht des Staates, der mehr Steuern generieren will. Das wird aber irgendwann zum Bumerang, wenn die Ergänzungsleistungen steigen – weil die Leute zu wenig gespart haben im Alter.
Es gibt eine Petition von der FDP dazu: https://www.nein-zur-vorsorgesteuer.ch/
Ich habe unterschrieben, und ich denke nicht, das es durchkommt. Dazu gab es in den Medien zu viel negatives Backlash.
Danke, ich habe unterschrieben.