So baust du dir ein Einkommen mit Dividenden

Passives Einkommen mit der Dividendenstrategie

Dividendenaktien Schweiz: Dein Weg zum passiven Einkommen (Guide 2026) | liebefinanzen.ch
Dividendenstrategie Erfahrungen Schweiz: Zinseszinseffekt mit Dividendenaktien und ETFs

Dividendenaktien Schweiz: Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt den Weg zu Dividendenaktien in der Schweiz, von der Frage, was eine Dividende ist, über das erste Depot und das Berechnen von Dividenden und ETF-Ausschüttungen, bis zur eigenen Strategie. Ob du Anfängerin bist oder schon deine erste Dividende kassiert hast, hier findest du echte Beispiele aus meinem Depot, einen Rechner und ein Quiz zum Schluss.

Antwort in Kürze

Wie baue ich mir mit Dividenden ein Einkommen auf?

Du kaufst Dividendenaktien oder Dividenden-ETFs und bekommst die Ausschüttungen laufend aufs Konto gutgeschrieben, ganz ohne Verkauf. Für 1’000 CHF Dividenden im Monat brauchst du je nach Rendite zwischen CHF 240’000 und 1.2 Millionen, das baut sich über Jahre durch regelmässiges Sparen und Reinvestieren auf. Wichtiger als die Rendite heute ist, ob ein Unternehmen seine Dividende Jahr für Jahr steigert. Falls du noch ganz am Anfang stehst, lies zuerst meinen Investieren für Anfänger Schweiz Guide.

Kurz zusammengefasst

  • Dividenden zahlen dir laufend einen Teil des Unternehmensgewinns aus, ganz ohne Verkauf.
  • Wichtiger als die heutige Rendite ist, ob ein Unternehmen die Dividende Jahr für Jahr steigert.
  • In der Schweiz gelten Dividenden als Einkommen, bei Schweizer Aktien werden 35 % Verrechnungssteuer einbehalten und bei korrekter Deklaration zurückerstattet.
  • Für 1’000 CHF Dividenden im Monat brauchst du je nach Rendite zwischen CHF 240’000 und CHF 1.2 Millionen, das baut sich über Jahre auf, nicht über Nacht.
  • Mit Dividenden-ETFs streust du automatisch über 1’000 Firmen, mit Einzelaktien bekommst du dafür Stimmrecht und teils Sachdividenden.

Aktualisiert im Juli 2026.

Dein Weg auf einen Blick

So gehst du bei Dividendenaktien Schweiz am besten vor

  1. Grundlagen verstehen. Was eine Dividende ist, warum sie sich lohnt, und in welcher Lebensphase du stehst. Zu Teil 1
  2. Depot eröffnen und loslegen. Der erste konkrete Schritt, danach weisst du, wie und wann Dividenden bei dir ankommen. Zu Teil 2
  3. Rechnen lernen. Rendite, Dividende und ETF-Ausschüttung selbst berechnen, mit dem interaktiven Rechner ausprobieren. Zu Teil 3
  4. Steuern verstehen und dein Einkommen aufbauen. Warum Dividendensteigerungen wichtiger sind als die reine Rendite, und wie du daraus Schritt für Schritt ein echtes Einkommen machst. Zu Teil 4
  5. Die richtige Auswahl treffen. ETF oder Einzelaktie, Checkliste, und wie meine eigene Strategie aussieht. Zu Teil 5
  6. Dranbleiben und dein Wissen testen. Tools für den Alltag, das Aktionärsleben, Quiz und alle offenen Fragen im FAQ. Zu Teil 6

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Bevor es losgeht, hier die Fachbegriffe aus diesem Guide in einfachen Worten.

  • Dividende

    Der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionärinnen und Aktionäre auszahlt.

  • Ausschüttung

    Das Pendant zur Dividende bei ETFs, die Dividenden vieler Firmen gebündelt weitergeleitet.

  • Dividendenrendite

    Dividende geteilt durch Aktienkurs, mal 100, zeigt das Verhältnis zum aktuellen Kurs.

  • Ex-Dividende

    Der Stichtag, nur wer die Aktie vorher im Depot hat, bekommt die nächste Ausschüttung.

  • Verrechnungssteuer

    35 % Steuer, die der Broker bei Schweizer Aktien automatisch abzieht und die bei korrekter Steuererklärung zurückerstattet wird.

  • Ausschüttungsquote

    Zeigt, welcher Anteil des Gewinns als Dividende ausgezahlt wird, 40 bis 70 % gilt als gesund.

  • Dividendenaristokrat

    Ein Unternehmen, das seine Dividende viele Jahre in Folge ohne Unterbruch erhöht hat.

  • Einstandspreis

    Der Preis, für den du deine Aktien über die Zeit im Durchschnitt gekauft hast.


Teil 1 · Grundlagen

Was sind Dividendenaktien?

Dividendenaktien sind Aktien von Firmen, die einen Teil ihres Gewinns an die Aktionärinnen und Aktionäre auszahlen. Diese Auszahlung heisst Dividende.

Stell dir ein Unternehmen wie einen Kuchen vor. Der Gewinn ist der ganze Kuchen. Ein Teil davon bleibt in der Firma, für neue Maschinen, Forschung oder Reserven. Den anderen Teil verteilt die Firma an alle, die ein Stück des Kuchens besitzen, also an die Aktionärinnen und Aktionäre. Besitzt du eine Aktie, gehört dir automatisch ein kleines Stück.

Verdient die Firma Geld und stimmen die Aktionäre einer Ausschüttung zu, erhältst du deinen Anteil automatisch auf das Verrechnungskonto deines Depots. Kein Antrag, keine Rechnung, einfach passives Einkommen.

Wichtig dabei Passives Einkommen heisst nicht, dass du nichts tust. Es heisst, dass du regelmässig Geld bekommst, ohne aktiv dafür arbeiten zu müssen. Bis es so weit ist, braucht es Aufbauarbeit und ein Depot, das mit der Zeit wächst.

Warum sich Dividenden lohnen: drei einfache Beispiele

Manchmal hilft ein Alltagsvergleich mehr als eine Formel. Hier drei einfache Bilder, die zeigen, was Dividenden im Kern ausmacht.

🐄
Die Kuh, die du nicht schlachtest

Verkaufst du eine Aktie, bekommst du einmalig Geld, aber sie ist weg. Melkst du sie stattdessen, bekommst du jeden Tag etwas Milch, und die Kuh bleibt dir erhalten. Die Dividende ist die Milch.

🏠
Wie eine vermietete Wohnung

Die Miete kommt regelmässig rein, ohne dass du die Wohnung verkaufst. Der Unterschied: keine Hausverwaltung, keine defekte Heizung, und du kannst mit wenigen Franken einsteigen statt mit einer Anzahlung von Hunderttausenden.

🌱
Der stille Nebenjob

Ein Depot von 50’000 CHF bei 3.5 % Rendite bringt dir ca. 1’750 CHF im Jahr, ganz ohne Arbeitsstunden. Ein Nebenjob, der weiterläuft, während du schläfst oder in den Ferien bist.

Vor- und Nachteile von Dividenden

Vorteile
  • Planbarer Cashflow, der oft sogar jedes Jahr steigt, Beispiel: Nestlé zahlte 2015 noch 2.25 CHF pro Aktie, 2025 bereits 3.00 CHF
  • Passives Einkommen, frei verfügbar oder reinvestierbar, Beispiel: meine CHF 64 Novartis-Dividende konnte ich frei verwenden
  • Das Depot kann sich mit der Zeit selbst finanzieren, wenn die Dividenden die Gebühren decken, Beispiel: CHF 15 Depotgebühr im Jahr, gedeckt durch nur CHF 15 Dividende
  • Reinvestition nutzt den Zinseszinseffekt, Beispiel: aus 40 Aktien werden über 10 Jahre rund 55, ohne dass du zusätzliches Geld einzahlst
  • Eigene Entscheidung, wie die Dividenden verwendet werden, ausgeben fürs Znacht oder reinvestieren
  • Motivation und Belohnungsgefühl, Beispiel: selbst 50 Rappen Dividende fühlen sich wie ein kleiner Erfolg an
Nachteile
  • Fokus auf Dividenden lässt Wachstumsaktien manchmal aussen vor, Beispiel: eine Firma wie ein junges Tech-Unternehmen zahlt oft keine Dividende, obwohl der Kurs stark steigen kann
  • Dividenden werden als Einkommen versteuert, Beispiel: CHF 477.90 Bruttodividende zählen voll zu deinem steuerbaren Einkommen dazu
  • Bei Schweizer Aktien konzentrieren sich Ausschüttungen meist auf März bis Mai, dazwischen fliesst oft wenig
  • Reinvestieren kostet jedes Mal Broker-Gebühren, Beispiel: CHF 9 Courtage für den Kauf von zusätzlichen Aktien im Wert von CHF 200
  • Für ein spürbares Einkommen brauchst du ein grosses Depot, Beispiel: CHF 400’000 für 1’000 CHF Dividenden im Monat bei 3 % Rendite
  • Dividenden sind nie garantiert und können gekürzt werden, gerade in Krisenjahren

Sechs Grundregeln, bevor du startest

  1. Risikotoleranz und Risikofähigkeit kennen. Wie viel Schwankung hältst du emotional aus, und wie viel kannst du dir finanziell leisten zu verlieren. Beispiel: Verliert dein CHF 10’000 Depot kurzzeitig 20 %, also CHF 2’000, kannst du das aushalten, ohne schlaflose Nächte zu haben?
  2. Notgroschen zuerst. Faustregel: 3 bis 6 Monatsausgaben auf einem separaten Konto, zum Beispiel CHF 9’000 bis 18’000 bei CHF 3’000 monatlichen Ausgaben. So musst du nie mitten in einer Börsenflaute Aktien verkaufen, nur weil die Waschmaschine kaputtgeht.
  3. Langfristig denken. Plane mit einer Haltedauer von mindestens 10 Jahren, wie bei den Dividendenaristokraten weiter unten, die teils seit über 30 Jahren steigern.
  4. Schwankungen aussitzen können. Der Kurs wird fallen, garantiert. Beispiel: Ein Kurseinbruch von 30 % während einer Krise erholt sich bei soliden Firmen historisch oft wieder, die Frage ist nur, ob du dranbleibst.
  5. Kein ständiges Kaufen und Verkaufen. Jede Transaktion kostet Gebühren, Beispiel: 12 Käufe im Jahr à CHF 9 Courtage sind CHF 108, die deine Rendite direkt schmälern.
  6. Dividenden reinvestieren. Zumindest am Anfang, so nutzt du den Zinseszinseffekt, siehe das Nestlé-Beispiel bei den Vorteilen oben.
Strategie nach Lebensalter

In welchem Alter lohnen sich Dividenden besonders?

Der Schwerpunkt verschiebt sich mit der Zeit. Am Anfang zählt vor allem Wachstum, später zählt vor allem verlässliches Einkommen.

  • 20 – 35 Jahre

    Vermögen aufbauen

    Zeit ist dein grösster Vorteil. Breit streuen und alle Dividenden reinvestieren, statt schon auf hohes Einkommen zu schauen. Beispiel: CHF 200 pro Monat über 15 Jahre bei 6 % Wertentwicklung ergeben ein deutlich grösseres Depot, als später auf einen Schlag zu investieren.

  • 35 – 50 Jahre

    Wachstum und Qualität mischen

    Weiterhin reinvestieren, aber zunehmend gezielt in Unternehmen mit langer Dividendensteigerungs-Historie, wie Roche mit 35+ Jahren oder Nestlé mit 29 Jahren.

  • 50 – 65 Jahre

    Vorbereitung auf die Rente

    Stabilere Zahler, weniger Risiko. Beispiel: Ein Depot von CHF 500’000 bei 3.5 % Rendite bringt bereits ca. 1’460 CHF Zusatzeinkommen pro Monat, ein Teil davon kann schon jetzt als Zustupf dienen.

  • Ab 65 Jahren

    Einkommensphase

    Dividenden ergänzen AHV und Pensionskasse, kein Verkaufsdruck bei Börsencrashs, weil die Ausschüttungen unabhängig vom aktuellen Kurs weiterfliessen.

FaustregelJe jünger du bist, desto mehr lohnt sich Wachstum und Reinvestition. Je näher die Pensionierung rückt, desto wichtiger wird ein verlässliches, laufendes Einkommen.
Teil 2 · Loslegen

Depot eröffnen, dein erster Schritt

Jetzt, wo die Grundlagen sitzen, geht es auf deinem Weg zu Dividendenaktien in der Schweiz um den ersten konkreten Schritt: ein Depot. Das sind die Anbieter, mit denen ich selbst arbeite. Mit meinem Code erhältst du beim Start jeweils ein Startguthaben dazu.

Swissquote

Grösster Schweizer Online Broker, mein persönliches Hauptdepot.

CHF 100 Trading Credits
Swissquote Gutscheincode: CHF 100 Trading Credits

Nur für Schweizer Einwohner, nach Einzahlung von CHF 1’000.

Zum Anbieter

Yuh

All-in-One Finanzapp ohne Depotgebühren.

CHF 50 + 250 Swissqoin
Yuh Gutscheincode: CHF 50 Trading Credits

Nach Einzahlung von CHF 500.

Zum Anbieter

Neon

Modernes Schweizer Bankkonto.

CHF 10 bei Kontoeröffnung
Neon Gutscheincode: CHF 10 Startguthaben

 

Zum Anbieter

*Affiliate-Links, bei einer Kontoeröffnung erhalte ich unter Umständen eine kleine Provision, für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Wie bekommt man Dividenden? Schritt für Schritt

So läuft es vom Depot bis zum Geld auf deinem Konto ab, auf einen Blick.

1

Depot eröffnen

Bei einem Broker wie Swissquote oder Yuh.

2

Dividendenaktie kaufen

Vor dem Ex-Dividende-Tag im Depot haben.

3

Generalversammlung beschliesst

Aktionärinnen und Aktionäre stimmen der Dividendenhöhe zu.

4

Ex-Dividende-Tag, der Stichtag

Die Aktie muss vorher im Depot sein, sonst gibt es diese Dividende nicht.

5

Zahlungsdatum, Gutschrift

Bei Schweizer Aktien bereits abzüglich 35 % Verrechnungssteuer.

6

Geld ist auf deinem Konto

Ausgeben oder reinvestieren, deine Entscheidung.

  1. Depot eröffnen. Dividenden werden auf dem zugehörigen Konto gutgeschrieben.
  2. Dividendenaktien kaufen. Schweizer, internationale Titel oder ETFs, passend zu deiner Strategie.
  3. Die Aktie rechtzeitig besitzen. Nach dem Beschluss an der Generalversammlung folgt der Ex-Dividende-Tag, der Stichtag. Du musst die Aktie vorher im Depot haben.
  4. Auf die Auszahlung warten. Am Zahlungsdatum wird dir die Dividende automatisch gutgeschrieben, bei Schweizer Aktien bereits abzüglich der 35 % Verrechnungssteuer.
  5. Dividende ausgeben oder reinvestieren. Die Wiederanlage nutzt den Zinseszinseffekt.
Ex-Dividende: An diesem Tag musst du die Aktie im Depot haben, um die nächste Dividende zu erhalten.
Zahlungsdatum: An diesem Tag wird dir die Dividende effektiv gutgeschrieben.

Ein echtes Beispiel: meine erste Novartis Dividende

Ich besitze 20 Novartis Aktien. Am 7. März fand die Generalversammlung in Basel statt, eine Woche später, am 13. März, wurden CHF 3.20 pro Aktie ausgeschüttet.

7. MärzGeneralversammlung
13. MärzDividendenzahlung
20 Aktien × 3.20 CHF64.00 CHF brutto
Erste Novartis Dividende im Swissquote Depot, März 2023
Meine erste Novartis Dividende, März 2023.

CHF 64 passives Einkommen fürs “Nichts tun”, ich musste die Aktien allerdings vorher kaufen. Die meisten Schweizer Firmen zahlen zwischen Frühling und Sommer, einzelne wie Richemont im Herbst. Termine findest du im Dividendenkalender von VPI Schweiz, direkt in deiner Broker-App, auf der Firmenwebsite oder im Geschäftsbericht.

Lohnt sich schnelles Ein- und Aussteigen um die Dividende? Der Kurs fällt am Ex-Dividende-Tag meist genau um die Höhe der Dividende, dazu kommen Gebühren bei jedem Kauf und Verkauf. Aktien langfristig halten und die Dividende jährlich mitnehmen, lohnt sich deutlich mehr.

Dividenden-Übersicht bei Swissquote anzeigen

Ich habe erst 5 Monate nach meinem ersten Aktienkauf herausgefunden, wie man sich eine Dividenden-Übersicht im Swissquote Dashboard anzeigen lassen kann. Vorher hatte ich alle Dividenden mühsam von Hand ins Excel eingetippt. Diese Anleitung bezieht sich auf die Swissquote-Webseite am Desktop, nicht auf die App.

  1. Auf swissquote.ch einloggen, Desktop-Ansicht.
  2. Login und dann E-Trading anklicken.
  3. Auf “Transaktionen” klicken, unter dem schwarzen Balken.
    Swissquote Transaktionsübersicht
    Klicken zum Vergrössern.
  4. Im Dropdown-Menü “Art” die Option “Dividenden/Kapitalgewinne” wählen.
    Dividenden im Dropdown-Menü auswählen
    Klicken zum Vergrössern.
  5. Zeitraum wählen und “Filter anwenden” klicken.
    Zeitraum-Filter für Dividendenübersicht setzen
    Klicken zum Vergrössern.
  6. Übersicht ablesen. Dividenden pro Aktie oder ETF, sowie der Totalbetrag als Nettosumme.
    Totalbetrag der Dividenden auf Swissquote
    Klicken zum Vergrössern.
  7. In CSV exportieren, praktisch für Excel oder die Steuererklärung.
    Dividendenübersicht als CSV exportieren
    Klicken zum Vergrössern.
Teil 3 · Rechnen verstehen

Dividendenrendite berechnen: die Formel

Sobald dein Depot steht, lohnt sich das Rechnen, denn nur so erkennst du, ob eine Aktie zu deinem Ziel passt. Die Formel dafür ist einfach: Dividende pro Aktie geteilt durch den Aktienkurs, mal 100.

  1. Dividende pro Aktie nehmen. In unserem Beispiel 4.00 CHF.
  2. Durch den Aktienkurs teilen. 4.00 CHF geteilt durch 100.00 CHF ergibt 0.04.
  3. Mit 100 multiplizieren. 0.04 mal 100 ergibt 4.0 %, das ist die Dividendenrendite.
Dividende pro Aktie4.00 CHF
Aktienkurs100.00 CHF
Dividendenrendite4.0 %
Achtung, Dividendenfalle Fällt eine Aktie stark im Kurs, während die Dividende gleich bleibt, sieht die Rendite plötzlich hoch aus. Fällt der Kurs aus unserem Beispiel von 100 auf 50 CHF, steigt die Rendite rechnerisch auf 8 %. Oft steckt das Unternehmen dann in Schwierigkeiten, eine extrem hohe Rendite ist ein Warnsignal, kein Kaufargument.

Konkretes Beispiel: Zurich Insurance

Nehmen wir eine bekannte Schweizer Aktie als Beispiel: Zurich Insurance zahlte zuletzt eine Dividende von rund CHF 26 pro Aktie. So sieht die Rechnung für zwei unterschiedlich grosse Positionen aus.

5 Aktien1’000 Aktien
Bruttodividende130 CHF26’000 CHF
− Verrechnungssteuer 35 %−45.50 CHF−9’100 CHF
Sofort ausbezahlt84.50 CHF16’900 CHF

Bei 5 Aktien ist das ein netter kleiner Betrag fürs Portemonnaie, bei 1’000 Aktien wird daraus schon ein ernstzunehmendes Zusatzeinkommen. Der Unterschied zwischen den beiden Positionen zeigt gut, warum die Depotgrösse am Ende alles entscheidet, nicht die einzelne Aktie.

Dividende rückwärts berechnen: wie viel Kapital steckt dahinter?

Ich teilte auf Instagram, dass ich CHF 810 Nestlé Dividenden erhalten habe. Daraufhin wollten viele Follower wissen: Wie viel Geld steckt dahinter? Diese Frage kannst du dir mit drei öffentlichen Zahlen selbst beantworten.

  1. Dividende pro Aktie finden. Die Nestlé Dividende betrug CHF 3 pro Aktie, das findest du per Google Suche, über eine Portfolio-App oder direkt in deiner Broker-App.
    Dividende pro Aktie in der Swissquote App nachschauen
    So findest du die Dividende pro Aktie direkt in der App.
  2. Anzahl Aktien berechnen. CHF 810 geteilt durch CHF 3 ergibt 270 Aktien.
    Dividendengesamtbetrag810 CHF
    ÷ Dividende pro Aktie3 CHF
    Anzahl Aktien270 Stück
  3. Investiertes Kapital berechnen. Aktueller Kurs mal Anzahl Aktien: CHF 90 mal 270 ergibt CHF 24’300.
    Aktienkurs90 CHF
    × Anzahl Aktien270 Stück
    Investiertes Kapitalca. 24’300 CHF

Was ist der Einstandspreis?

Der Einstandspreis ist der Preis, für den du deine Aktien über die Jahre im Durchschnitt gekauft hast. Ein einfaches Bild: Kaufst du dreimal Äpfel ein, einmal für CHF 1.20, einmal für CHF 1.10, einmal für CHF 0.90, hast du im Schnitt nicht CHF 1.20 pro Apfel bezahlt, sondern etwa CHF 1.07. Genauso ist es bei Aktien.

Einstandspreis in der Swissquote App anzeigen lassen
Beispiel: Holcim (HOLN) mit einem Einstandspreis von durchschnittlich CHF 58.34.

Übungsbeispiel

Du erhältst CHF 486 Dividenden von Roche. Die Dividende beträgt CHF 9.60 pro Aktie, der Kurs liegt bei CHF 270. Wie viele Aktien besitzt du, wie viel Kapital steckt darin?

Lösung: CHF 486 ÷ 9.60 ≈ 51 Aktien. CHF 270 × 51 ≈ CHF 13’770 investiertes Kapital.

Dividendenrechner

Spiel mit den Zahlen und sieh selbst, wie sich Kapital und Rendite auf deine jährliche Dividende auswirken.

Was bringt dein Depot?

Verschiebe die Regler und beobachte das Ergebnis unten.

Dividende pro Jahr300 CHF
Dividende pro Monat, umgerechnet25 CHF

Vor Steuern und Gebühren. Vergangene und angenommene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.

ETF Ausschüttung berechnen

Bei ausschüttenden ETFs spricht man nicht von Dividenden, sondern von Ausschüttungen, weil ein ETF viele Firmen bündelt. Als Beispiel nutze ich meinen Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF. Auf JustETF findest du für jeden ETF die nötigen Angaben, ISIN oder Titel in die Suche eingeben genügt.

ETF Suche auf JustETF.com
Screenshot JustETF.com: ETF suchen.
ETF Fact Sheet auf JustETF.com
Übersichtsseite mit Ausschüttungshäufigkeit und Fondsdomizil.
Ausschüttungsrendite = Ausschüttungen der letzten 12 Monate pro Anteil, geteilt durch den aktuellen Kurs. In meinem Beispiel: CHF 2.19 ÷ CHF 55.34 ≈ 3.94 %.
Ausschüttungsrendite eines ETFs auf JustETF.com
Screenshot JustETF.com: Ausschüttungsrendite ablesen.

Mit 334 Anteilen und CHF 2.16 Ausschüttung pro Anteil im letzten Jahr ergeben sich zwei Rechenwege, die zu einem ähnlichen Ergebnis führen.

334 Anteile × 2.16 CHF
Weg 1: Erwartete Ausschüttung721.44 CHF
18’483 CHF ÷ 100 × 3.94 %
Weg 2: Erwartete Ausschüttung728.23 CHF

Da der ETF quartalsweise ausschüttet, setzt sich die CHF 2.16 aus vier Zahlungen zusammen:

Vierteljährliche Ausschüttungen eines ETFs auf JustETF.com
Screenshot JustETF.com: die vier Einzelzahlungen der letzten 12 Monate.
März
0.33
Juni
0.89
September
0.47
Dezember
0.47

Achtung: 3.94 % sind die Summe aller 4 Zahlungen zusammen, nicht 4x im Jahr 3.94 % einzeln.

Sobald dein ETF ausgeschüttet hat, bekommst du eine Nachricht in der Swissquote App unter “Dokumente”, die Ausschüttung wird direkt auf dein Verrechnungskonto gutgeschrieben.

ETF Ausschüttung Dokument in der Swissquote App
Screenshot Swissquote Dokument.
ETF Ausschüttungsdatum in der Swissquote App
Swissquote App, Übersicht zum VHYL ETF mit Zahlungsdatum.
Teil 4 · Steuern & Qualität

Wie werden Dividenden in der Schweiz besteuert?

Weisst du, wie viel Dividende du erwarten kannst, stellt sich die Frage, was davon bei dir ankommt. Auf Kursgewinne zahlst du als Privatperson keine Steuern. Auf Dividenden schon, sie zählen als Einkommen und werden zu deinem gesamten steuerbaren Einkommen dazugezählt.

Echtes Beispiel: Swiss Re

81 Aktien à CHF 5.90 Dividende ergaben CHF 477.90 brutto. Davon wurden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen.

Bruttodividende477.90 CHF
− Verrechnungssteuer 35 %−167.27 CHF
Sofort ausbezahlt310.63 CHF
Swissquote Dividendenbeleg mit Verrechnungssteuer, Beispiel Swiss Re April 2022
Swiss-Re-Dividendenbeleg von April 2022.
Gut zu wissenDie 35 % sind nicht verloren. Deklarierst du korrekt, werden sie zurückerstattet oder mit der Steuerrechnung verrechnet. Die Einkommenssteuer auf die Dividende zahlst du trotzdem, wie bei deinem Lohn.

Meine eigene Rückerstattung aus dem Jahr 2021 (CHF 370.90) erhielt ich erst Mitte 2022 vom Kanton Bern zurück, über ein Jahr Wartezeit. Das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

Rückerstattung der Verrechnungssteuer auf dem Bankkonto
Die Rückerstattung der Verrechnungssteuer aus dem Jahr 2021.

Und bei US-Aktien?

US-Unternehmen ziehen 30 % Quellensteuer ab. Mit dem Formular W-8BEN sinkt der Satz auf 15 %, die du danach über das Formular DA-1 in der Steuererklärung anrechnen lassen kannst. Beispiel: Bei CHF 100 Bruttodividende einer US-Aktie ohne W-8BEN blieben dir nur CHF 70, mit W-8BEN sind es CHF 85, und die einbehaltenen CHF 15 kannst du über DA-1 zurückfordern.

Einen ausführlichen Guide zu allen ETF- und Dividenden-Steuerthemen, inklusive thesaurierender ETFs, der Vermögenssteuer und der Stempelsteuer, findest du in meinem Beitrag ETF Steuern Schweiz.

Keine Steuerberatung, bei Unsicherheit lohnt sich eine Steuerfachperson.

Der wichtigste Punkt

Warum Dividendensteigerungen so wichtig sind

Die Höhe der Rendite heute ist nur die halbe Geschichte. Entscheidender ist, ob ein Unternehmen die Dividende Jahr für Jahr steigern kann.

Nestlé29 Jahre in Folge erhöht
2.25
2.45
2.70
2.80
3.00
20152018202120232025
2015
2.25 CHF
2025
3.00 CHF
Wachstum
+33 %
Roche35+ Jahre in Folge erhöht
8.10
8.60
9.00
9.30
9.60
20152018202120232025
2015
8.10 CHF
2025
9.60 CHF
Wachstum
+19 %
Swiss LifeSeit 2015 jährlich gesteigert
8.00
14.00
20.00
26.00
32.00
20152018202120232025
2015
8.00 CHF
2025
32.00 CHF
Wachstum
+300 %
Zurich InsuranceSeit 2010 nie gekürzt
17.00
19.00
20.00
24.00
26.00
20152018202120232025
2015
17.00 CHF
2025
26.00 CHF
Wachstum
+53 %

Gerundete, vereinfachte Beispielwerte zur Illustration, keine exakten historischen Zahlen und keine Anlageempfehlung.

Die Zusammenfassung

So baust du dir ein Einkommen mit Dividenden auf

Alle Bausteine dafür hast du in diesem Guide jetzt schon gesehen, hier sind sie zu einem klaren Weg in vier Schritten zusammengefasst.

  1. Ziel festlegen. Wie viel Dividendeneinkommen willst du am Ende im Monat oder im Jahr? CHF 100 fürs Handy-Abo, CHF 1’000 als grosses Ziel oder CHF 3’333 wie bei den CHF 40’000 im Jahr, die manche Rentnerinnen und Rentner heute schon kassieren. Konkrete Beispiele dazu findest du bei den Anwendungsbeispielen im Alltag.
  2. Nötiges Kapital berechnen. Teile dein Ziel durch die erwartete Dividendenrendite, meist 3 bis 4 % bei einem diversifizierten Depot. Die Formel und den interaktiven Rechner findest du im Abschnitt Dividendenrendite berechnen, konkrete Zieltabellen bei 1’000 CHF im Monat und den kühnen Rechnungen zu CHF 40’000 im Jahr.
  3. Den passenden Weg wählen. Monatlich sparen, einen grösseren Betrag einmalig investieren, oder beides kombinieren. Die drei Wege mit Zahlen zum Nachrechnen stehen bei den kühnen Rechnungen.
  4. Konsequent bleiben und anpassen. In jungen Jahren reinvestierst du alles, näher an deinem Ziel schaltest du zunehmend auf Auszahlung um. Wie sich das über dein Leben verändert, steht bei Dividenden nach Lebensalter, und wie ich das für mich selbst handhabe, bei meiner eigenen Dividendenstrategie.
Kurz gesagt Einkommen mit Dividenden aufzubauen ist reine Mathematik plus Zeit, kein Geheimnis. Ziel festlegen, Kapital ausrechnen, Weg wählen, dranbleiben. Je früher du anfängst, desto kleiner darf die monatliche Sparrate sein, wie die drei kühnen Wege weiter unten zeigen.

Anwendungsbeispiele im Alltag

Hier sechs plausible Etappen, damit die Zahlen nicht abstrakt bleiben.

📱
Handy-Abo

Erste kleine Etappe.

Depot
8’000
Rendite
3 %
≈ 20 CHF/Monat
🍕
Pizza-Abend

Einmal im Monat essen gehen.

Depot
40’000
Rendite
3 %
≈ 100 CHF/Monat
🚗
Autoversicherung

Fixkosten mitfinanzieren.

Depot
120’000
Rendite
3 %
≈ 300 CHF/Monat
🏠
Teil der Miete

Ein grosser Meilenstein.

Depot
200’000
Rendite
3 %
≈ 500 CHF/Monat
🎯
Das 1’000-CHF-Ziel

Ambitioniert, aber erreichbar.

Depot
400’000
Rendite
3 %
≈ 1’000 CHF/Monat
🌿
Frühere Pensionierung

Der grosse Ausblick.

Depot
800’000
Rendite
3 %
≈ 2’000 CHF/Monat

Die Frage aus der Community: 1’000 CHF Dividenden im Monat

“Ich bin 19 Jahre alt und habe diesen Sommer die Lehre abgeschlossen. Während der Lehre habe ich bereits ein Portfolio von CHF 1’100 aufgebaut. Wie viel müsste ich investieren, damit ich jeden Monat CHF 1’000 Dividenden kassiere?” Instagram Follower, 19 Jahre

CHF 1’000 im Monat bedeuten CHF 12’000 im Jahr. Wie viel Kapital du dafür brauchst, hängt allein von der Dividendenrendite ab.

DividendenrenditeNötiges Kapital für 12’000 CHF/Jahr
1 %1’200’000 CHF
2 %600’000 CHF
3 %400’000 CHF
4 %300’000 CHF
5 %240’000 CHF

Du musst dieses Kapital nicht auf einen Schlag haben, es baut sich über Jahre durch Sparen und den Zinseszinseffekt auf. Startest du schon mit 19 Jahren, hast du einen riesigen Vorteil: Zeit.

Teil 5 · Auswahl & Strategie

Dividenden-ETF oder einzelne Dividendenaktie?

Nachdem du rechnen und Steuern einordnen kannst, geht es um die Auswahl: welche Aktien oder ETFs am besten zu dir passen.

Einzelne DividendenaktieDividenden-ETF
Eine Firma, Dividende direktÜber 1’000 Firmen gebündelt
Höhere Dividende möglichZahlt eine Firma weniger, gleichen andere aus
Grösseres Risiko pro FirmaDurchschnittsrendite, dafür TER-Kosten
GV und teils Sachdividenden möglichKeine GV, keine Sachdividenden
Ein konkreter Vergleich Investierst du CHF 10’000 in eine einzelne Aktie wie Roche mit 3.5 % Rendite, bekommst du ca. CHF 350 im Jahr, aber dein ganzes Geld hängt an einer Firma. Investierst du dieselben CHF 10’000 in einen Dividenden-ETF mit über 1’000 Titeln und 3 % Ausschüttungsrendite, bekommst du ca. CHF 300 im Jahr, dafür verteilt über tausend Unternehmen. Fällt eine einzelne Firma darin aus, merkst du es kaum.

Schweizer Dividendenaristokraten

Unternehmen mit langer, möglichst ununterbrochener Steigerungshistorie. Bei einigen Titeln ist die Historie kürzer oder mit einzelnen Pausen, das ist entsprechend vermerkt.

Unternehmen Branche Jahre erhöht
RochePharma35+
NovartisPharma31
NestléNahrungsmittel29
GivaudanAromen & Duftstoffe25
SGSPrüfdienstleistungenca. 20
Swiss LifeVersicherungca. 10, dafür stetig steigend seit 2015
Partners GroupPrivate Equityca. 15
BâloiseVersicherungca. 10
HelvetiaVersicherungca. 10
Zurich InsuranceVersicherungseit 2010 nie gekürzt, unregelmässige Steigerung

US-amerikanische Dividendenaristokraten und Dividend Kings

In den USA gelten Firmen mit mindestens 25 Jahren Steigerung als “Dividend Aristocrats”, ab 50 Jahren als “Dividend Kings”. Einige der bekanntesten Namen.

Unternehmen Branche Jahre erhöht
Procter & GambleKonsumgüter65+
Coca-ColaGetränke60+
Johnson & JohnsonGesundheit60+
3MIndustrie60+
Colgate-PalmoliveKonsumgüter60+
Kimberly-ClarkKonsumgüter50+
PepsiCoGetränke & Snacks50+
WalmartDetailhandel50+
Abbott LaboratoriesGesundheit50+
McDonald’sGastronomie45+

Weitere internationale Dividendenaristokraten

Auch ausserhalb der Schweiz und der USA gibt es Firmen mit langer Steigerungshistorie, hier eine Auswahl aus Europa und Kanada.

Unternehmen Land Jahre erhöht
L’OréalFrankreichca. 30
Air LiquideFrankreichca. 30
SanofiFrankreichca. 25, mit einzelnen Pausen
DiageoGrossbritannienca. 25
UnileverGrossbritannien/NLca. 20, mit einzelnen Pausen
Novo NordiskDänemarkca. 20
IberdrolaSpanienca. 15
Fortis Inc.Kanadaca. 50
Canadian UtilitiesKanadaca. 50, teils mit Unterbrüchen
Toronto-Dominion BankKanadaca. 15, sehr lange Zahlhistorie insgesamt

Dividenden-ETFs als Alternative

Willst du nicht einzelne Aristokraten auswählen, geben dir diese ETFs breit gestreuten Zugang zu Dividendenaktien.

ETF Fokus Ausschüttung
Vanguard FTSE All-World High Dividend YieldGlobal, hohe DividendenrenditeQuartalsweise
iShares STOXX Global Select Dividend 100100 globale DividendentitelJährlich
SPDR S&P Global Dividend AristocratsGlobale DividendenaristokratenHalbjährlich
iShares Euro Dividend UCITSEurozone, hohe DividendenrenditeJährlich
VanEck Morningstar Developed Markets Dividend LeadersEntwickelte Märkte, DividendenqualitätJährlich

Gerundete Werte, Stand der Recherche, keine Anlageempfehlung. Streaks und Ausschüttungsrhythmen können sich ändern, prüfe die aktuellen Zahlen vor einer Investition selbst, zum Beispiel über die Investor-Relations-Seite oder JustETF. Bei US- und internationalen Aktien gilt zusätzlich die jeweilige Quellensteuer-Regelung aus dem Steuerabschnitt weiter oben.

Checkliste zur Auswahl

  • Das Geschäftsmodell verstehen, bevor du kaufst, Beispiel: Nestlé verkauft Nahrungsmittel, ein Geschäft, das du sofort nachvollziehen kannst
  • Die Ausschüttungsquote prüfen, idealerweise 40 bis 70 %, Beispiel: 10 CHF Gewinn, 4 CHF Dividende, ergibt 40 %
  • Die Dividendenhistorie anschauen, seit 10 Jahren gesteigert ist top, wie bei Roche mit 35+ Jahren
  • Diversifizieren, nicht nur eine Aktie, Beispiel: 15 bis 20 verschiedene Titel aus mehreren Branchen statt nur zwei oder drei
  • Maximal etwa 5 % des Depots in eine einzelne Aktie, Beispiel: bei einem Depot von CHF 50’000 wären das höchstens CHF 2’500 in einer Position
  • Vorsicht bei einer Dividendenrendite über 7 %, Beispiel: Kurs fällt von 100 auf 50 CHF, die Rendite verdoppelt sich rechnerisch, ohne dass sich am Geschäft etwas verbessert hat
  • Vorsicht bei einer Ausschüttungsquote über 80 %, dann bleibt kaum Spielraum für ein schwächeres Jahr

So sieht die Checkliste in der Praxis aus

Nimm eine Aktie mit 4 CHF Gewinn und 2.40 CHF Dividende pro Aktie, das ergibt eine Ausschüttungsquote von 60 %, im gesunden Bereich. Die Firma hat die Dividende seit 15 Jahren jährlich gesteigert, ein gutes Zeichen. Bei einem Kurs von 80 CHF entspricht das einer Rendite von 3 %, unauffällig und plausibel, kein Warnsignal.

Dividendenaktie Check: die Kurzversion

Zum schnellen Nachschlagen vor dem Kauf, in fünf Fragen.

  • Verstehe ich das Geschäftsmodell?
  • Liegt die Ausschüttungsquote zwischen 40 und 70 %?
  • Wurde die Dividende seit mindestens 10 Jahren gesteigert?
  • Mache ich weniger als 5 % meines Depots mit dieser einen Aktie aus?
  • Liegt die Rendite unter 7 %, ohne Warnsignal?

Alle fünf mit Ja beantwortet? Dann spricht auf den ersten Blick nichts gegen die Aktie. Ein Nein ist kein automatisches Kaufverbot, aber ein Grund, genauer hinzuschauen.

Meine eigene Dividendenstrategie

Als ich mich zum ersten Mal mit Aktien beschäftigte, stiess ich schnell auf Dividenden-Blogs und war sofort fasziniert vom passiven Einkommen. Das war ein Grund, warum ich mit Einzelaktien statt nur ETFs gestartet bin, ich wollte diesen regelmässigen Cashflow.

Willst du sehen, wie mein eigenes Dividendendepot konkret aussieht, welche Aktien ich halte und wie viel ich bisher an Dividenden kassiert habe? Ich zeige es dir transparent in meinem Beitrag Mein Swissquote Dividendendepot.

Schon bald dämmerte es mir, dass ich ein grosses Depot brauche, um von Dividenden leben zu können. Für ein passives Einkommen von CHF 45’000 pro Jahr bräuchte ich bei 3 % Rendite ein Depot von über CHF 1.5 Millionen.

Gewünschtes Einkommen45’000 CHF/Jahr
÷ Dividendenrendite3 %
Nötiges Depot1’500’000 CHF

Mein grösstes Ziel ist der Vermögensaufbau, darum reinvestiere ich meine Dividenden konsequent, statt sie mir auszahlen zu lassen, solange ich nicht darauf angewiesen bin. Ich frage mich dabei immer wieder, ob nicht thesaurierende ETFs, die automatisch reinvestieren, oder ein Robo-Advisor wie Selma Finance genauso gut wären. Beispiel: Bei einem ausschüttenden ETF bekomme ich CHF 200 Ausschüttung aufs Konto und zahle beim Wiederkauf nochmals Courtage, ein thesaurierender ETF kauft diese CHF 200 automatisch nach, ganz ohne zusätzliche Gebühr für mich.

Falls ich mit 50 Jahren CHF 500’000 im ETF-Depot habe, könnte ich auf Dividendenaristokraten umschichten und von den Dividenden teilweise leben. Momentan brauche ich das Geld nicht zum Leben und fülle erstmal meine Depots ordentlich. Trotzdem freue ich mich jedes Jahr auf die Dividenden-Saison im März und April.

Das sind meine persönlichen Gedanken, keine Anlageberatung. Richte dir deine eigene Strategie nach deinen Bedürfnissen ein.

Ist das wirklich realistisch?

Kühne Rechnungen: CHF 40’000 Dividenden im Jahr

Ich habe schon Rentnerinnen und Rentner kennengelernt, die CHF 40’000 Dividenden pro Jahr kassieren. Ja, das ist wirklich möglich. Es braucht dafür kein Lottogewinn und keine Erbschaft, nur ein grosses Depot und viel Zeit. Hier zeige ich dir konkrete Wege dorthin, mit Zahlen zum Nachrechnen.

So viel Kapital brauchst du für CHF 40’000 im Jahr

DividendenrenditeNötiges Depot für 40’000 CHF/JahrEntspricht pro Monat
3 %1’333’000 CHF3’333 CHF
3.5 %1’143’000 CHF3’333 CHF
4 %1’000’000 CHF3’333 CHF
5 %800’000 CHF3’333 CHF

Eine glatte Million bei 4 % Rendite, das ist die Schallmauer, die viele meiner Rentner-Bekanntschaften irgendwann geknackt haben. Aber wie kommt man dorthin?

Drei kühne Wege zur Million

🐢
Der geduldige Weg

CHF 800 pro Monat, 35 Jahre lang investiert, bei durchschnittlich 7 % Wertentwicklung inklusive reinvestierter Dividenden.

Monatlich
800 CHF
Dauer
35 Jahre
≈ 1’330’000 CHF Depot, ≈ 40’000 CHF Dividenden bei 3 %
🎯
Der Einmalzahler

CHF 100’000 Startkapital mit 30 Jahren, einmalig investiert, ohne weitere Einzahlungen, bei 7 % Wertentwicklung.

Startkapital
100’000 CHF
Dauer
35 Jahre
≈ 1’070’000 CHF Depot, ≈ 42’800 CHF Dividenden bei 4 %
🚀
Der Kombinierer

CHF 50’000 Start plus CHF 1’000 pro Monat über 30 Jahre, bei 7 % Wertentwicklung, der schnellste der drei Wege.

Start + monatlich
50k + 1’000
Dauer
30 Jahre
≈ 1’510’000 CHF Depot, ≈ 60’400 CHF Dividenden bei 4 %
Wichtig bei diesen Zahlen 7 % jährliche Wertentwicklung ist ein historischer Durchschnitt breiter Aktienmärkte über lange Zeiträume, keine Garantie für die Zukunft. Die Rechnung ignoriert Steuern, Gebühren und Börsenschwankungen unterwegs, in der Realität verläuft der Weg nie so glatt wie in der Tabelle. Trotzdem zeigen diese drei Wege: CHF 40’000 Dividenden im Jahr sind kein Wunder, sondern das Ergebnis von Zeit, Konsequenz und Zinseszins.
Teil 6 · Praxis & Abschluss

Tools im Überblick

Auf dem letzten Stück deines Wegs geht es nur noch ums Dranbleiben. Diese Tools begleiten dich im Alltag, damit du den Überblick über deine Dividenden nie verlierst.

Ein Anwendungsbeispiel Willst du wissen, wann deine nächste Novartis-Dividende kommt, schaust du im VPI-Kalender nach dem Ex-Dividende-Datum. Willst du prüfen, ob ein ETF zu deiner Strategie passt, gibst du seine ISIN bei JustETF ein und siehst sofort Ausschüttungsrendite und -häufigkeit. Hast du mehrere Positionen bei verschiedenen Brokern, gibst du sie einmal in Parqet oder getquin ein und siehst danach alle Dividenden an einem Ort, statt in jeder App einzeln nachzuschauen.

Mehr zum Aktionärsleben

Wer Schweizer Einzelaktien besitzt, wird automatisch Aktionärin oder Aktionär und darf an der Generalversammlung teilnehmen. Ein netter Nebeneffekt bei einigen Firmen sind Sachdividenden.

Teste dein Wissen

Fünf kurze Fragen, kein Zeitdruck.

Häufige Fragen zu Dividendenaktien

Grundlagen

Was ist eine Dividende, ganz einfach erklärt?
Geld, das dir eine Firma auszahlt, weil du eine Aktie von ihr besitzt, automatisch aufs Depotkonto, ohne dass du etwas verkaufen musst.
Muss ich das ganze Kapital sofort haben?
Nein, das Kapital baut sich über Jahre durch Sparen, Wertentwicklung und Reinvestition auf.
Ist ein grosses Ziel auch mit wenig Geld realistisch?
Ja, wichtig ist der frühe Start und regelmässiges Dranbleiben, nicht die Höhe des Startkapitals.

Rechnen & Rendite

Was ist eine gute Dividendenrendite?
In der Schweiz gelten 2 bis 4.5 % als normal, deutlich über 7 % ist eher ein Warnsignal.
Was ist der Unterschied zwischen Dividende und ETF-Ausschüttung?
Eine Dividende kommt von einer einzelnen Firma, eine Ausschüttung kommt von einem ETF, der Dividenden vieler Firmen bündelt.
Warum weichen zwei Rechenwege oft leicht voneinander ab?
Durch Rundungen und Wechselkursschwankungen, vor allem bei US-ETFs zwischen USD und CHF.

Steuern

Muss ich Dividenden in der Schweiz versteuern?
Ja, Dividenden gelten als Einkommen und müssen in der Steuererklärung angegeben werden.
Zahle ich am Ende wirklich Steuern, wenn ich die Verrechnungssteuer zurückbekomme?
Ja, die Rückerstattung betrifft nur die Verrechnungssteuer, die Bruttodividende bleibt Teil deines steuerbaren Einkommens.
Gilt die Verrechnungssteuer auch für US-Aktien?
Nein, dort gilt die amerikanische Quellensteuer mit den Formularen W-8BEN und DA-1.

Auswahl & Strategie

Sind Dividenden-ETFs oder Einzelaktien besser?
Beides funktioniert, ETFs sind pflegeleichter, Einzelaktien bieten Stimmrecht und teils Sachdividenden.
Warum sind jährliche Dividendensteigerungen wichtiger als eine hohe Rendite?
Ein Unternehmen, das die Dividende jedes Jahr steigert, lässt dein Einkommen von selbst wachsen, ohne dass du mehr investierst.
Kann man in der Schweiz wirklich von Dividenden leben?
Ja, aber es braucht ein sehr grosses Depot, für CHF 45’000 Jahreseinkommen bei 3 % Rendite sind das CHF 1.5 Millionen.

Depot & Gutscheincodes

Gibt es einen Rabattcode für Swissquote?
Ja, mit dem Code MKT_LIEBEFINANZEN erhältst du bei der Depoteröffnung CHF 100 Trading Credits, nach Einzahlung von CHF 1’000. Der Code steht weiter oben im Abschnitt “Depot eröffnen”.
Welche Gutscheincodes gibt es für den Depot-Start?
Bei Swissquote gilt MKT_LIEBEFINANZEN für CHF 100 Trading Credits, bei Yuh YUHLIEBE für CHF 50 plus 250 Swissqoin, bei neon liebefinanzen für CHF 10 Startguthaben. Alle drei Codes sind Affiliate-Codes, für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Fazit: dein Weg zu Dividendenaktien Schweiz

Du hast jetzt den ganzen Weg gesehen, von der Frage, was eine Dividende überhaupt ist, über das erste Depot und das Rechnen, bis zu Steuern, Auswahl und deiner eigenen Strategie. Dividendenaktien können eine interessante Möglichkeit sein, langfristig Vermögen und ein zusätzliches Einkommen aufzubauen. Der Ablauf dahinter ist einfach: Depot eröffnen, Aktien oder ETFs kaufen, Ausschüttungen automatisch erhalten.

Die Herausforderung liegt nicht darin, die Dividende zu kassieren, sondern gute Unternehmen zu erkennen, die ihre Ausschüttung Jahr für Jahr steigern, und typische Anfängerfehler zu vermeiden. Lass dich nicht entmutigen, wenn du noch kleine Dividenden kassierst oder erst am Anfang deines Wegs stehst, jede und jeder fängt einmal klein an. 💰

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