Investieren für Anfänger Schweiz

Investieren für Anfänger Schweiz 2026: Der komplette Guide

Investieren für Anfänger Schweiz: Der komplette Guide 2026

Investieren für Anfänger Schweiz

Investieren für Anfänger Schweiz: Du willst in Aktien und ETFs investieren und dir ein Vermögen aufbauen. Aber du weisst nicht, wo du anfangen sollst. Dieses überforderte Gefühl kenne ich noch gut.

Welcher Broker? Wie viel Geld? In was investieren?

In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du startest. Solltest du unterwegs über einen Fachbegriff stolpern, den du nicht kennst, findest du die wichtigsten Begriffe kurz erklärt im Glossar weiter unten.

Antwort in Kürze

Welcher Broker eignet sich für Anfänger in der Schweiz?

Für einen einfachen ETF-Sparplan können günstige Smartphone-Broker wie Yuh interessant sein. Wer Schweizer Einzelaktien, ein breites Börsenangebot und zusätzliche Funktionen möchte, findet bei klassischen Brokern wie Swissquote mehr Möglichkeiten. Wer sich lieber gar nicht selbst kümmert, fährt oft mit einem Robo-Advisor am einfachsten.

Kurz zusammengefasst

  • Investieren ist wichtig, weil dein Geld auf dem Sparkonto real an Wert verliert, wegen der Inflation.
  • Bevor du investierst: Notgroschen aufbauen (3 bis 6 Monatsausgaben) und ein Budget machen.
  • Zwei Wege: Online-Broker (du wählst selbst, z. B. Swissquote oder Yuh) oder Robo-Advisor (automatisch, z. B. finpension, Selma oder Findependent).
  • Fünf Strategien für den Start: Welt-ETF, Core-Satellite-Strategie, Dividendenaktien, nachhaltig investieren oder Robo-Advisor Rundum-Sorglos
  • Wichtiger als der perfekte Broker: Investiere regelmässig und langfristig.
  • Das ist keine Anlageberatung. Es ist meine persönliche Meinung als Orientierungshilfe.

Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2026

1
Grundlagen legenBudget und Notgroschen aufbauen, Börse, Aktien und ETFs verstehen
2
Strategie festlegenZ. B. Welt-ETF, Dividendenstrategie oder Robo-Advisor
3
Anbieter wählenDepot eröffnen
4
Sparplan einrichtenBetrag, Rhythmus und Ausführungstag
5
Überblick behaltenDepot tracken, Steuern verstehen

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Bevor du investierst: die Grundlagen für Anfänger

Die Brokerwahl geht später schnell. Wichtiger ist zuerst, dass du die Basics verstehst und dein finanzielles Fundament stimmt. Erst dann investierst du dein erstes Geld.

Warum überhaupt investieren?

Die kurze Antwort: wegen der Inflation. Dein Geld verliert auf dem Sparkonto real an Kaufkraft, auch wenn die Zahl auf dem Kontoauszug gleich bleibt oder sogar leicht wächst.

Beispiel

Bei 2 % Inflation pro Jahr kannst du dir mit CHF 10’000 in 20 Jahren nur noch etwa das kaufen, wofür du heute ca. CHF 6’700 brauchst, selbst wenn der Betrag auf dem Konto unverändert bei CHF 10’000 steht. Legst du das Geld stattdessen an und erzielst im Schnitt 5 % Rendite pro Jahr, bleiben nach Abzug der 2 % Inflation real noch ca. 3 % Wertzuwachs pro Jahr übrig. Diese um die Inflation bereinigte Rendite nennt man Realrendite, im Unterschied zur Nominalrendite, die einfach die Rendite vor Abzug der Inflation ist.

Investieren ist also kein “Nice-to-have”, sondern der Versuch, deine Kaufkraft über die Zeit zumindest zu erhalten, im besten Fall zu vermehren.

Die wichtigsten Begriffe, kurz erklärt

Bevor es weitergeht, kurz die vier Grundbegriffe, die im ganzen Guide immer wieder vorkommen. Ausführlicher findest du sie im Glossar am Ende.

Aktie
Ein Anteilsschein an einem Unternehmen. Kaufst du eine Aktie, wirst du Miteigentümerin dieser Firma, im kleinen Rahmen.
ETF
Ein Fonds, der viele Aktien in einem einzigen Produkt bündelt. Mit einem Kauf investierst du automatisch breit gestreut.
Börse
Der Marktplatz, an dem Aktien und ETFs gehandelt werden. Die Schweizer Börse heisst SIX.
Broker
Der Anbieter, über den du dein Depot eröffnest und an der Börse kaufst und verkaufst, zum Beispiel Swissquote oder Yuh.
Was passiert technisch, wenn du auf “Kaufen” klickst? Du gibst beim Broker eine Order auf. Der Broker leitet sie an die Börse weiter, dort wird sie mit einem Verkaufsangebot zusammengeführt. Die gekauften Aktien oder ETF-Anteile werden danach in deinem Depot verbucht, meist innerhalb weniger Sekunden bis Minuten.

Wo passt das freie Investieren ins Schweizer Vorsorgesystem?

In der Schweiz gibt es das sogenannte 3-Säulen-System. Dieser Guide dreht sich um die dritte Säule, genauer um deren freien Teil.

SäuleWas ist das?
Säule 1Die staatliche AHV, eine Basisrente für alle, finanziert über Lohnabzüge.
Säule 2Die berufliche Vorsorge (Pensionskasse), automatisch über deinen Arbeitgeber.
Säule 3aFreiwillig, aber steuerlich stark begünstigt, dafür ist dein Geld bis kurz vor der Pension gebunden.
Säule 3bDas freie Investieren, um das es in diesem Guide geht. Keine Steuervorteile, dafür jederzeit verfügbar und ohne Betragslimite.

Die Säule 3a lohnt sich wegen der Steuervorteile meist zusätzlich zum freien Investieren, nicht anstelle davon. Mehr dazu in ETF oder Säule 3a?

Dieser Guide dreht sich um Säule 3b. Merk dir das gut, denn genau darum geht es hier: um das freie, unbeschränkte Investieren, nicht um die AHV, die Pensionskasse oder die Säule 3a. Diese drei Säulen reichen für die meisten Menschen nicht aus, um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten, geschweige denn, um schon vorher finanziell unabhängiger zu werden. Die Säule 3a ist zudem gedeckelt, du darfst dort nur einen begrenzten Betrag pro Jahr einzahlen.
Warum die Säule 3b dein grösster Hebel ist: Bei der Säule 3b gibt es keine Einzahlungslimite und keine Bindung. Du kannst so viel investieren, wie du willst, und jederzeit darauf zugreifen. Genau das macht sie zu deinem grössten Hebel, um dir zusätzliches Vermögen aufzubauen, weit über das hinaus, was dir die drei Säulen allein ermöglichen. Je früher und regelmässiger du damit startest, desto stärker wirkt dieser Hebel über die Jahre.

Bevor du investierst: die Checkliste

  • Money Management: Ein Budget und ein Notgroschen sind Pflicht, bevor du investierst
  • Notgroschen: 3 bis 6 Monatsausgaben auf einem eigenen Konto, das du jederzeit nutzen kannst, z.B. bei neon (mein Code liebefinanzen , CHF 10 Startguthaben)
  • Investiere nur Geld, das du in den nächsten Jahren nicht brauchst
  • Plane deinen Vermögensaufbau in 8 Schritten
  • Starte mit kleinen Beträgen. Steigere dich langsam, aber stetig
  • Überlege dir: Welches Risiko kannst und willst du eingehen?
  • Definiere dein Ziel. Willst du früher in Pension gehen? Ein passives Einkommen durch Dividenden? Oder dir bald etwas leisten können?
Warum der Notgroschen zuerst kommt: Ohne Reserve musst du im Notfall deine Aktien und ETFs verkaufen. Zum Beispiel bei Jobverlust. Oder bei einer teuren Reparatur. Das kann ausgerechnet in einer schlechten Börsenphase passieren. Ein Notgroschen schützt dich davor.
Rechner-Beispiel

Gibst du monatlich ca. CHF 3’500 aus, brauchst du einen Notgroschen zwischen CHF 10’500 und CHF 21’000 (3 bis 6 Monatsausgaben). Wie hoch dein persönlicher Betrag ist, findest du in wenigen Klicks im Notgroschen-Rechner. Dein Budget dafür kannst du dir vorher im Budget-Rechner Schweiz zusammenstellen.

Börsen-Basics: kurzfristig schwankt, langfristig wächst

Das ist die wichtigste Grundregel, bevor du investierst. An der Börse geht es kurzfristig auf und ab, teilweise heftig. Über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg haben sich die Weltmärkte aber von jedem grossen Einbruch wieder erholt und neue Höchststände erreicht.

Weltmarkt seit 1920: schematischer Verlauf
1929 Weltwirtschaftskrise 1987 Schwarzer Montag 2000 Dotcom-Blase 2008 Finanzkrise 2020 Corona-Crash Marktwert (schematisch) heute

Schematische, vereinfachte Darstellung, keine exakten Indexwerte. Zeigt das immer wiederkehrende Muster: Nach jedem grossen Einbruch folgte historisch eine Erholung und ein neuer Höchststand. Vergangene Entwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft.

  • Kursschwankungen sind normal, sie gehören zum Investieren dazu, nicht die Ausnahme
  • Wer bei einem Einbruch verkauft, macht aus einem “Buchverlust” einen echten Verlust
  • Historisch hat sich der Weltmarkt nach jeder Krise wieder erholt, das ersetzt aber keine Garantie für die Zukunft
  • Ein langer Anlagehorizont (10+ Jahre) und regelmässiges Investieren gleichen Schwankungen am besten aus

2Schritt 2 von 5

In was investieren? 5 Strategien, die sich für Anfänger eignen können

Jetzt kommt die zweite grosse Frage. Was kaufst du eigentlich? Es gibt nicht die eine richtige Antwort. Es gibt verschiedene Strategien. Sie unterscheiden sich im Aufwand, im Risiko und in der Streuung. Hier stelle ich dir fünf Strategien für den Einstieg vor, rein informativ und ohne Empfehlung. Was zu dir passt, hängt von deiner Zeit, deinem Risiko und deinen Zielen ab.

1
Strategie 1

Die Ein-ETF-Strategie (Welt-ETF)

Was ist das? Du kaufst einen einzigen ETF, der tausende Unternehmen weltweit bündelt, zum Beispiel MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI. Mit einem einzigen Kauf investierst du also gleich in sehr viele Firmen.

IndexWas steckt drin?Deckt ab
MSCI World Ca. 1’300 grössere und mittelgrosse Unternehmen Nur Industrieländer (23 Länder), keine Schwellenländer wie China oder Indien
MSCI ACWI Ca. 2’800 Unternehmen Industrie- und Schwellenländer zusammen (ACWI = All Country World Index)
FTSE All-World Ca. 4’000 Unternehmen Industrie- und Schwellenländer, zusätzlich auch kleinere Unternehmen (Small Caps)

Grössenordnungen zur Orientierung, die genaue Anzahl Unternehmen ändert sich laufend leicht. Details und aktuelle Zusammensetzung findest du direkt beim jeweiligen Indexanbieter oder auf JustETF.

So funktioniert sie, Schritt für Schritt:

  • Du wählst einen Index. Zum Beispiel den MSCI World (nur Industrieländer) oder den FTSE All-World (Industrie- und Schwellenländer).
  • Du suchst dir einen ETF auf diesen Index aus, zum Beispiel über JustETF oder ExtraETF, oder direkt in meinem Welt-ETF-Vergleich. Vergleiche dabei die laufenden Kosten, die sogenannte TER (Total Expense Ratio, die jährliche Gesamtkostenquote), und die Fondsgrösse.
  • Du kaufst den ETF einmalig oder richtest einen monatlichen Sparplan darauf ein, zum Beispiel bei Swissquote (mein Code MKT_LIEBEFINANZEN , CHF 100 Trading Credits) oder Yuh (mein Code YUHLIEBE , CHF 50 Trading Credits).
  • Du hältst diese eine Position über Jahre, ohne oft zu verkaufen oder zu tauschen.
Vorteile
  • Sehr breite Diversifikation: ca. 1’300 Firmen aus 23 Industrieländern beim MSCI World
  • Wenig Zeitaufwand, da nur eine Position verwaltet wird
  • Historisch stabile langfristige Renditen, sehr tiefe Kosten (TER)
Nachteile
  • Starkes Übergewicht USA, ca. 70 % des Index beim MSCI World. Dieser Anteil ändert sich mit der Zeit
  • Beim reinen MSCI World fehlen Schwellenländer wie China oder Indien
  • USD-Währungsrisiko, weil viele Welt-Indizes stark auf US-Dollar setzen
MSCI World: ungefähre Ländergewichtung
USA ca. 70 % Japan ca. 6 % Grossbritannien ca. 4 % Übriges Europa ca. 10 % Weitere Industrieländer ca. 10 %

Ungefähre Grössenordnungen zur Orientierung, keine exakten, tagesaktuellen Werte. Die tatsächliche Gewichtung verschiebt sich laufend mit der Kursentwicklung, aktuelle Zahlen findest du direkt beim Indexanbieter oder auf JustETF.

Rechner-Beispiel

Sparst du monatlich CHF 200 in einen Welt-ETF mit angenommenen 6 % Rendite pro Jahr, hast du nach 20 Jahren ca. CHF 90’000 angespart, davon nur CHF 48’000 selbst einbezahlt, der Rest ist Zinseszins. Rechne es mit deinem eigenen Betrag im Zinseszinsrechner für Anfänger nach.

CHF 200 monatlich über 20 Jahre: Einzahlung vs. Zinseszins
Wert in CHF (schematisch) Start nach 20 Jahren Depotwert: ca. CHF 90’000 Eigene Einzahlungen: CHF 48’000

Schematische Darstellung des Beispiels oben, keine Prognose. Zeigt das Prinzip: Je länger dein Geld investiert bleibt, desto grösser wird der Abstand zwischen dem, was du selbst einzahlst, und dem, was am Ende im Depot liegt.

Worauf du bei der ETF-Auswahl achten solltest

Ganz einfach erklärt sind das die wichtigsten Punkte.

  • Kosten (TER): Je tiefer, desto besser. Gute Welt-ETFs kosten meist unter 0,3 % pro Jahr.
  • Fondsgrösse: Mindestens CHF 100 bis 300 Millionen. Kleine Fonds werden manchmal geschlossen.
  • Alter des Fonds: Mindestens 3 bis 5 Jahre am Markt, das zeigt dir eine gewisse Stabilität.
  • Physisch statt synthetisch: Der ETF sollte die Aktien wirklich kaufen, nicht nur nachbilden. Das ist einfacher zu verstehen und meist transparenter.
  • Breite Streuung: Viele Firmen, mehrere Länder und Branchen, nicht nur eine Handvoll Titel.
  • Thesaurierend oder ausschüttend: Willst du die Dividende automatisch wieder anlegen, oder lieber ausbezahlt bekommen?

Diese Angaben findest du direkt auf JustETF oder ExtraETF, wenn du einen ETF anschaust.

2
Strategie 2

Die Core-Satellite-Strategie

Was ist das? Meist stecken 70 bis 90 % deines Portfolios in einem breiten Welt-ETF, dem sogenannten „Kern”. Der Rest fliesst gezielt in „Satelliten”, zum Beispiel Themen-ETFs (Nasdaq 100, S&P 500), Schwellenländer, Dividendenaktien oder Bitcoin.

Core-Satellite: typische Aufteilung eines Portfolios
80 % Kern Kern: Welt-ETF (MSCI World / FTSE All-World) Satelliten: Themen-ETFs, Schwellenländer, Dividendenaktien oder Bitcoin

Beispielhafte Aufteilung, keine feste Regel. Die genaue Gewichtung zwischen Kern und Satelliten legst du selbst fest, je nach Risikobereitschaft.

So funktioniert sie, Schritt für Schritt:

  • Du legst den Kern fest, zum Beispiel 80 % des Portfolios in einem MSCI-World- oder FTSE-All-World-ETF.
  • Du überlegst: Was fehlt im Kern? Was möchtest du stärker gewichten? Zum Beispiel Technologie, Schwellenländer oder einzelne Branchen.
  • Du wählst ein bis zwei Satelliten aus. Ihr Anteil bleibt begrenzt, oft zusammen 10 bis 30 % des Portfolios.
  • Du prüfst regelmässig die Gewichtung. Hat sie sich stark verschoben? Dann gleichst du wieder aus. Das nennt man Rebalancing.
Zu Nasdaq 100, S&P 500 und Bitcoin als Satellit: Der Nasdaq 100 und der S&P 500 überschneiden sich schon stark mit einem MSCI-World-ETF. Prüfe das auf Doppelungen, zum Beispiel bei JustETF.com. Bitcoin gilt als sehr schwankungsanfällig. Ein Anteil von 25 % im Portfolio, wie er manchmal genannt wird, gilt als sehr hohes Risiko. Wer Bitcoin als Satellit nutzt, begrenzt den Anteil meist auf wenige Prozent des Gesamtportfolios, gekauft zum Beispiel über Relai (mein Code LIEBEFINANZEN ).
Vorteile
  • Kombiniert breite Diversifikation im Kern mit gezielten Akzenten in den Satelliten
  • Flexibel anpassbar an persönliche Überzeugungen oder Themen
  • Du kannst an einzelnen Trends teilhaben, ohne den Kern zu gefährden
  • Chance auf eine Überrendite, wenn die Satelliten gut laufen. Ohne Garantie
Nachteile
  • Mehr Recherche- und Verwaltungsaufwand als eine Ein-ETF-Strategie
  • Satelliten wie einzelne Branchen oder Kryptowährungen schwanken oft stärker
  • Risiko von unbeabsichtigten Überschneidungen mit dem Kern
3
Strategie 3

Die Dividendenstrategie

Was ist das? Statt eines ETFs wählst du einzelne Aktien aus. Diese Aktien zahlen regelmässig Dividende. Im Idealfall steigt die Dividende sogar jedes Jahr. Dein Ziel ist ein wachsendes passives Einkommen, unabhängig vom Aktienkurs. Wie viel Kapital du dafür brauchst, testest du im Rechner: Wann kannst du von deinen Dividenden leben?

Rechner-Beispiel

Willst du dir ein monatliches Zusatzeinkommen von CHF 500 aufbauen, brauchst du bei einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,5 % ein Depot von ca. CHF 171’000. Trage deine eigenen Zielwerte in den Rechner ein, um zu sehen, wie lange du dafür sparen müsstest.

So funktioniert sie, Schritt für Schritt:

  • Du recherchierst Unternehmen. Wichtige Kennzahlen: Dividendenrendite, Ausschüttungsquote (Payout Ratio) und die Historie des Dividendenwachstums. Ein Tool dafür ist der Aktienfinder, für Schweizer Aktien auch mein SMI Dividendenrechner.
  • Du baust Schritt für Schritt mehrere Positionen auf, zum Beispiel bei Swissquote, wo ich auch mein eigenes Dividenden-Depot führe. Verteile sie auf verschiedene Branchen und Länder, so streust du das Risiko.
  • Du entscheidest bei jeder Ausschüttung: Geld reinvestieren oder als Einkommen auszahlen lassen?
  • Du prüfst regelmässig: Zahlt das Unternehmen weiter zuverlässig Dividende? Falls nötig, passt du dein Depot an.
Vorteile
  • Regelmässiges passives Einkommen durch Ausschüttungen
  • Teilnahme an Generalversammlungen und Sachdividenden möglich
  • Für viele Einsteigende anschaulich, denn die Ausschüttung ist sichtbar und greifbar
  • Chance auf eine Überrendite durch gezielte Auswahl. Ohne Garantie, und mit höherem Risiko
Nachteile
  • Mehr Aufwand, da einzelne Aktien recherchiert und laufend beobachtet werden müssen
  • Geringere Diversifikation als ein Welt-ETF, höheres Einzeltitel-Risiko
  • Steuern auf Dividenden sowie Transaktionsgebühren beim Auf- und Ausbau der Positionen

Worauf du bei der Aktienauswahl achten solltest

Auch hier ganz einfach erklärt sind das die wichtigsten Punkte.

  • Zahlt zuverlässig Dividende: Am besten seit vielen Jahren ohne Unterbruch, idealerweise mit jährlicher Steigerung.
  • Ausschüttungsquote nicht zu hoch: Das Unternehmen sollte nicht mehr als etwa 70 bis 80 % seines Gewinns als Dividende auszahlen, sonst fehlt der Puffer für schlechte Jahre.
  • Verständliches Geschäftsmodell: Kannst du in ein bis zwei Sätzen erklären, womit die Firma Geld verdient? Wenn nicht, lass lieber die Finger davon.
  • Gesunde Bilanz: Nicht zu viele Schulden im Verhältnis zum Gewinn.
  • Breite Streuung: Kaufe nicht nur eine Aktie, sondern mehrere aus verschiedenen Branchen und Ländern.
  • Kein Klumpenrisiko: Steck nicht zu viel Geld in eine einzelne Firma, egal wie überzeugt du davon bist.

Diese Kennzahlen findest du zum Beispiel im Aktienfinder, bei aktien.guide oder direkt im Geschäftsbericht des Unternehmens.

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Strategie 4

Nachhaltig investieren

Was ist das? Du investierst in ETFs oder Aktien, die zusätzlich ökologische und soziale Kriterien erfüllen, oft als ESG abgekürzt (Environment, Social, Governance). Das kann ein ESG-Welt-ETF sein, der bestimmte Branchen wie Waffen oder Kohle ausschliesst, oder ein spezialisierter Robo-Advisor wie Inyova, der nur in nachhaltige Einzeltitel investiert.

So funktioniert sie, Schritt für Schritt:

  • Du überlegst dir, welche Kriterien dir wichtig sind, zum Beispiel Klimaschutz, Menschenrechte oder der Ausschluss bestimmter Branchen.
  • Du suchst einen ESG-ETF auf JustETF oder wählst einen Anbieter wie Inyova, der deine Werte automatisch berücksichtigt.
  • Du prüfst die Kriterien im Detail, nicht jeder ESG-ETF ist gleich streng, manche schliessen nur wenige Branchen aus.
  • Du besparst diesen ETF oder dieses Portfolio genauso wie eine klassische Anlage, zum Beispiel per Sparplan.
Vorteile
  • Dein Geld fliesst nicht in Branchen, die du ablehnst
  • Mittlerweile auch als breit gestreuter Welt-ETF erhältlich, nicht nur als Einzeltitel
  • Gutes Gefühl, im Einklang mit den eigenen Werten zu investieren
Nachteile
  • ESG-Kriterien sind nicht einheitlich definiert, ein Blick ins Detail lohnt sich
  • Oft etwas höhere Kosten (TER) als bei einem klassischen Welt-ETF
  • Durch den Ausschluss von Branchen etwas weniger breit gestreut
🎁 Bonus für dich

12 Monate kostenfrei bei Inyova investieren

Inyova baut dir ein Portfolio aus nachhaltigen Einzelaktien nach deinen persönlichen Werten, zum Beispiel ohne fossile Energien oder Waffenindustrie. Mit meinem Code sparst du dir die Verwaltungsgebühr für ein ganzes Jahr.

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Zu Inyova →

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Strategie 5

Robo-Advisor Rundum-Sorglos

Was ist das? Du überlässt die komplette Aktien- und ETF-Auswahl einem Robo-Advisor, zum Beispiel Selma, Findependent oder finpension. Du beantwortest ein paar Fragen zu deinem Risikoprofil, danach wird dein Geld automatisch in ein passendes Portfolio aus vielen ETFs investiert.

So funktioniert sie, Schritt für Schritt:

  • Du eröffnest ein Konto bei einem Robo-Advisor und füllst den Risikofragebogen aus.
  • Der Anbieter erstellt dir automatisch ein passendes Portfolio, meist aus mehreren ETFs oder Fonds.
  • Du richtest einen Dauerauftrag oder Sparplan ein, den Rest übernimmt der Robo-Advisor für dich.
  • Du musst dich um nichts mehr kümmern, das Rebalancing läuft automatisch im Hintergrund.
Vorteile
  • Der einfachste Einstieg für alle, die sich nicht selbst mit Aktien beschäftigen möchten
  • Automatische Streuung und automatisches Rebalancing
  • Wenig Zeitaufwand, quasi einrichten und vergessen
Nachteile
  • Laufende Verwaltungsgebühr auf die ganze Anlagesumme, meist 0,4 bis 0,7 % pro Jahr
  • Keine eigene Auswahl einzelner Titel möglich
  • Weniger Lerneffekt, da du die Anlageentscheidungen nicht selbst triffst

Passives Einkommen oder Vermögensaufbau: welches Ziel passt wann?

Die fünf Strategien passen zu unterschiedlichen Zielen. Es gibt zwei Hauptziele beim Investieren. Erstens Vermögensaufbau, dein Depot soll wachsen. Zweitens passives Einkommen, du willst regelmässige Auszahlungen. Je nach Lebenssituation passt das eine besser als das andere.

LebenssituationHäufiges ZielStrategie, die oft dazu passt
Du startest bei null und baust dein Vermögen langsam auf Vermögensaufbau: möglichst viel Wachstum über viele Jahre Ein-ETF-Strategie oder Core-Satellite-Strategie
Du hast eine grössere Summe geerbt oder auf einmal frei Kapital erhalten und Erträge daraus geniessen Dividendenstrategie oder ein Welt-ETF als solide Basis, mehr dazu in Wie 200’000 CHF investieren?
Du gehst bald in Rente oder bist schon pensioniert Regelmässiges, planbares Einkommen Dividendenstrategie, oft kombiniert mit einem ETF-Anteil, dazu mein Podcast: Investieren ab 50 Jahren
Du willst dir mit Investieren ein Zusatzeinkommen aufbauen Passives Einkommen neben Lohn oder Rente Dividendenstrategie oder Core-Satellite mit Dividendenanteil
Dir ist wichtig, wie und wo dein Geld investiert wird Vermögensaufbau nach eigenen Werten Nachhaltig investieren, zum Beispiel mit einem ESG-Welt-ETF
Du willst dich um nichts kümmern müssen Vermögensaufbau ganz ohne eigenen Aufwand Robo-Advisor Rundum-Sorglos-Strategie

Grobe Orientierung, keine feste Regel, keine Anlageempfehlung. Deine Situation, dein Zeithorizont und deine Risikobereitschaft bestimmen, was passt.

Kurz gesagt: Wer Vermögen aufbauen will und viel Zeit hat, fährt oft gut mit einem Welt-ETF. Hier steht Wachstum im Vordergrund. Wer schon Kapital hat und regelmässige Erträge will, wählt oft Dividendenaktien. Das passt zum Beispiel nach einem Erbe oder in der Pension, denn diese Aktien zahlen laufend, ganz ohne Verkauf.

Recherche-Tools für Aktien und ETFs

Für die Recherche gibt es gute, kostenlose oder günstige Tools, egal für welche Strategie. Wie ich Aktien analysiere, zeige ich in Aktienanalyse einfach erklärt.

ToolNützlich für
AktienfinderDividendenhistorie, Ausschüttungsquote und Wachstumskennzahlen einzelner Aktien
aktien.guide*Kennzahlen, Charts und Watchlists für die Aktienanalyse, nutze ich selbst für Recherchen wie in Aktienanalyse einfach erklärt
JustETFETF-Suche, Vergleich von TER, Fondsgrösse, Zusammensetzung und Überschneidungen mehrerer ETFs
ExtraETFETF-Vergleich, Sparplan-Rechner, News rund um ETFs
six-group.comOffizielle Handelsdaten, Kurse und Kennzahlen der Schweizer Börse SIX
moneyland.chUnabhängiger Vergleich von Broker- und Depotgebühren in der Schweiz
Geschäftsberichte / Investor-Relations-SeitenOriginalquelle für Geschäftszahlen, Dividendenpolitik und Strategie eines Unternehmens
Finanzbücher-ListeMeine Buchempfehlungen, wenn du tiefer ins Thema einsteigen willst

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Zusammengefasst: Alle fünf Strategien nutzen Einsteigende in der Praxis, manche kombinieren sie sogar. Sie unterscheiden sich im Zeitaufwand, in der Streuung, in der Chance auf eine Überrendite und darin, wie viel Freude du am Recherchieren hast. Das ist keine Anlageempfehlung, sondern eine Beschreibung gängiger Vorgehensweisen.

3Schritt 3 von 5

Den passenden Anbieter in der Schweiz wählen

Die gute Nachricht ist, die Schweiz hat viele gute, günstige Online-Angebote. Hier die wichtigsten Anbieter im Vergleich, inklusive Gebühren für 2026.

Broker oder Robo-Advisor: was passt zu dir?

Das hängt davon ab, was du willst. Kümmerst du dich lieber selbst um deine Anlagen? Oder fehlt dir dafür die Zeit? Den „perfekten Broker” gibt es ohnehin nicht. Und du kannst deine Strategie später jederzeit ändern. Warte trotzdem nicht zu lange, denn jede Woche kostet dich Rendite.

🎯 Variante 1: Selbst auswählen

  • Du beschäftigst dich gerne über längere Zeit mit Aktien und ETFs
  • Du liest gerne Finanznachrichten und möchtest frei entscheiden, was du wann kaufst
  • Du bist nervlich gut aufgestellt bei Kursschwankungen
  • Du willst deinen finanziellen Horizont erweitern und dazulernen

Lösung: Online-Broker wie Swissquote (mein Code MKT_LIEBEFINANZEN , CHF 100 Trading Credits) oder Yuh (mein Code YUHLIEBE , CHF 50 Trading Credits)

🤖 Variante 2: Automatisch investieren

  • Deine Strategie soll einmal festgelegt werden, danach willst du keine weitere „Arbeit” mehr
  • Du hast keine Zeit oder Lust, dich regelmässig mit Aktien zu beschäftigen
  • Eigene Investment-Entscheidungen sind nichts für dich
  • Kursschwankungen machen dich nervös

Lösung: Robo-Advisor wie finpension (mein Code LIEBXP ), Selma (mein Code liebefinanzen , CHF 5’000 ein Jahr gratis verwalten) oder Findependent (mein Code liebefinanzen20 , CHF 20 Startguthaben)

Vorteile Online-Broker
  • Volle Freiheit bei Kauf, Verkauf und Dividenden
  • Eigene Strategie, jederzeit anpassbar
  • Volle Transparenz über die Rendite jeder einzelnen Position
Nachteile Online-Broker
  • Jeder Trade kostet Gebühren
  • Du bist selbst verantwortlich für alle Käufe und Verkäufe
  • Du musst selbst recherchieren. Das kann auch ein Vorteil sein, denn du lernst viel dabei
Vorteile Robo-Advisor
  • Anlagestrategie wird nach deinem Risikoprofil automatisch erstellt
  • Kein Rebalancing, keine Einzelkäufe nötig
  • Kein Aktien-Expertenwissen erforderlich, jederzeit auflösbar
Nachteile Robo-Advisor
  • Gebühren werden prozentual auf das investierte Geld berechnet
  • Keine eigene Auswahl einzelner Aktien oder ETFs
  • Für erfahrene Anlegende eventuell zu „langweilig”

Eine Anlage bei der Hausbank empfehle ich nicht. Das ist meist zu teuer, zu kompliziert und zu unflexibel.

Warum nicht einfach bei der Hausbank investieren?

Viele starten bei der Bank, wo sie sowieso ihr Lohnkonto haben. Das ist bequem. Aber bei den meisten grossen Schweizer Banken ist das teurer als bei einem Online-Broker. Dafür gibt es drei einfache Gründe.

  • Grund 1, höhere Gebühren: Viele Banken verlangen für dein Depot ein Anlagemandat, das heisst, du zahlst laufend einen Prozentsatz auf dein gesamtes investiertes Vermögen, unabhängig davon, ob es steigt oder fällt. Zusätzlich sind die einzelnen Käufe von Aktien deutlich teurer als bei einem Online-Broker, und oft werden dir dabei aktive Fonds statt günstiger ETFs verkauft.
  • Grund 2, eigene Fonds: Banken verkaufen oft lieber ihre eigenen Fonds statt eines günstigen ETFs, weil sie daran mehr verdienen.
  • Grund 3, weniger Flexibilität: Bei vielen Banken dauert die Kontoeröffnung länger, die App ist weniger modern, und du kannst oft keine Bruchteile von Aktien kaufen.
Was ist eigentlich eine Retrozession? Verkauft dir die Bank einen fremden Fonds, bekommt sie dafür oft eine versteckte Provision vom Fondsanbieter zurück. Das nennt man Retrozession. Ein Beispiel: Du zahlst jährlich 1,5 % Gebühren auf deinen Fonds. Davon behält die Bank vielleicht 0,7 % für sich, ohne dass du das auf den ersten Blick siehst. Diese Provision steckt in den Fondskosten und wird dir nicht extra ausgewiesen.
Was das für dich bedeutet: Die Empfehlung deiner Bankberaterin ist nicht immer das beste Produkt für dich. Es kann auch das Produkt sein, an dem die Bank am meisten verdient. Ein hauseigener Fonds kostet oft 1 bis 2 % pro Jahr. Ein breiter ETF kostet oft nur 0,1 bis 0,3 %. Über viele Jahre wird aus diesem kleinen Unterschied ein grosser Betrag.

Ein einfaches Rechenbeispiel: Du legst CHF 50’000 für 20 Jahre an, mit 5 % Rendite pro Jahr vor Kosten.

ETF: 0,2 % Kosten

Am Ende bleibt dir spürbar mehr Geld übrig

Aktiver Fonds: 1,5 % Kosten

Der Unterschied beträgt ca. CHF 30’000, nur wegen der Kosten

CHF 50’000 über 20 Jahre: ETF vs. aktiver Fonds
Depotwert (schematisch) Start nach 20 Jahren ETF, 0,2 % Kosten Aktiver Fonds, 1,5 % Kosten

Schematische Darstellung des Rechenbeispiels oben, keine Prognose. Beide Linien starten gleich, nur die laufenden Kosten unterscheiden sich, trotzdem wächst der Abstand über die Jahre spürbar.

Das ist keine Prognose, nur ein einfaches Beispiel ohne Kursschwankungen oder weitere Einzahlungen. Rechne es gerne mit deinen eigenen Zahlen nach: Zinseszinsrechner für Anfänger.

Das heisst nicht, dass jede Bank schlecht berät. Frag trotzdem gezielt nach. Wie hoch sind die Gesamtkosten? Gibt es einen günstigeren ETF statt dem vorgeschlagenen Fonds? Bekommt die Bank dafür eine Provision?

Online-Broker im Vergleich

AnbieterAm besten fürGebührenBonus-Code
Swissquote Grösster Schweizer Broker, riesige Titelauswahl, alles aus einer Hand (Banking, Trading, Vorsorge) CHF 3–9 pro Trade je nach Betrag, Depotgebühr CHF 60–200/Jahr (0,025 % pro Quartal, gedeckelt), Sparplan ab CHF 3 pro Ausführung, Fractional Trading MKT_LIEBEFINANZEN
Yuh Für Anfänger, einfache App, kleinere Beträge Depot kostenlos, ab CHF 10 investierbar dank Bruchteilsaktien. Trading-Gebühr seit Juli 2026 gestaffelt: 0,5 % bis CHF 10’000, 0,35 % bis CHF 20’000, 0,25 % darüber YUHLIEBE
Vorteile Swissquote
  • Riesige Auswahl an Aktien, ETFs und weiteren Anlageklassen
  • Alles aus einer Hand, Banking, Trading und Vorsorge kombiniert
  • Etablierter, grösster Schweizer Online-Broker mit langer Erfahrung
Nachteile Swissquote
  • Zusätzliche Depotgebühr, die bei Yuh komplett wegfällt
  • Für ganz kleine Beträge weniger attraktiv als eine App mit Bruchteilsaktien
  • Die grosse Auswahl kann Einsteigende anfangs überfordern
Vorteile Yuh
  • Kostenlose Kontoführung, keine Depotgebühr
  • Schon ab CHF 10 investierbar dank Bruchteilsaktien
  • Sehr einfache, aufgeräumte App, ideal für den Einstieg
Nachteile Yuh
  • Kleinere Auswahl an Aktien und ETFs als bei Swissquote
  • Weniger Zusatzfunktionen für fortgeschrittene Anlegende
  • Trading-Gebühr prozentual, bei grösseren Beträgen lohnt sich ein Vergleich

Robo-Advisor im Vergleich

AnbieterAm besten fürGebühren p. a.MindestbetragBonus-Code
finpension Invest Sehr tiefe Gebühren, Sparplan bereits ab CHF 1, Zugang zu Private Equity ab CHF 1 0,39 % Pauschalgebühr (ab dem ersten Franken), dazu Fondskosten von ca. 0,08–0,10 % Kein festes Minimum LIEBXP
Findependent Günstige, einfache Alternative zu Selma ab 0,40 % CHF 500 liebefinanzen20
Descartes Invest Auswahl zwischen mehreren Anlagemodellen (u. a. Minimum Risk, auch mit BTC-Beimischung) All-in-Gebühren von ca. 0,84–0,87 % CHF 10 liebefinanzen
Selma Finance Persönliche Beratung, KI-Tipps, Familienkonten 0,42–0,68 % je nach Anlagesumme CHF 2’000 liebefinanzen
Inyova Nachhaltige Einzeltitel-Strategie 0,9 – 1,2 % p. a. Individuell LIEBE-FINANZEN

Gebühren und Konditionen können sich ändern, prüfe die aktuellen Angaben immer direkt beim Anbieter. Stand: Juli 2026. Bei Descartes sinkt ab dem 4. August 2026 zudem die Fonds-TER im Anlagemodell Passiv leicht, mehr dazu im Descartes Erfahrungsbericht.

Vorteile Robo-Advisor allgemein
  • Ein Anbieter für jedes Budget: finpension ohne Minimum, andere ab CHF 500 bis 2’000
  • finpension und Findependent gehören preislich zu den günstigsten der Schweiz
  • Inyova deckt gezielt nachhaltiges Investieren ab, das können klassische Broker nicht
Nachteile Robo-Advisor allgemein
  • Je persönlicher und nachhaltiger die Strategie, desto höher meist die Gebühr, siehe Inyova
  • Die jährliche Gebühr fällt auf die ganze Anlagesumme an, auch in schlechten Börsenjahren
  • Kein Preisvergleich einzelner Titel möglich, du kaufst das fertige Portfolio
Für Einsteigende empfehle ich meistens zuerst Yuh, bei kleinerem Budget, und Swissquote bei mittlerem bis grösserem Budget. Beide sind einfach bei Steuern, Verrechnungssteuer und Dividenden. Für mich persönlich ist es einfacher, alles in der Schweiz zu halten.
Unsicher, welcher der beiden zu dir passt? In meinem Vergleich Yuh vs. Swissquote zeige ich dir Gebühren, Funktionen und Auswahl beider Broker direkt nebeneinander. Nach dem Lesen weisst du genau, wo du dein Depot eröffnen willst, die Gutscheincodes für beide findest du gleich am Anfang dieses Guides.

Robo-Advisor: meine Gutscheincodes

Selma Finance

CHF 5’000 ein Jahr lang kostenlos verwalten

liebefinanzen Zu Selma →

Findependent

CHF 20 Startguthaben geschenkt

liebefinanzen20 Erfahrungen lesen →

Inyova

12 Monate kostenfrei nachhaltig investieren

LIEBE-FINANZEN Erfahrungen lesen →

Portfolio-Tracking-Tools, die ich selbst nutze: Parqet zeigt dein Depot übersichtlich an (Basisversion gratis). Divvydiary ist eine App für deinen Dividendenkalender. Du kannst sie mit Parqet verbinden.


4Schritt 4 von 5

Sparplan oder selbst investieren: was ist der Unterschied?

Egal ob Broker oder Robo-Advisor, dein Geld wird entweder automatisch über einen Sparplan investiert, oder du kaufst manuell selbst ein.

🔁 Sparplan (automatisiert)

  • Du legst einmalig Betrag, Rhythmus (z. B. monatlich) und Ausführungstag fest
  • Der Kauf läuft danach automatisch, ohne dass du selbst aktiv werden musst
  • Meist nur für eine begrenzte Auswahl an ETFs oder Aktien verfügbar

🖱️ Selbst investieren (manuell)

  • Du entscheidest bei jedem einzelnen Kauf selbst über Zeitpunkt und Betrag
  • Keine automatische Wiederholung, jede Order löst du eigenständig aus
  • Freie Wahl aus dem gesamten Angebot des Brokers, nicht nur aus einer Sparplan-Auswahl
Vorteile Sparplan
  • Automatisiert den Vermögensaufbau, ohne dass du daran denken musst
  • Cost-Average-Effekt: du kaufst mal teurer, mal günstiger ein, der Einstiegspreis wird über die Zeit geglättet
  • Diszipliniert, da kein Market-Timing versucht wird
  • Bei vielen Anbietern reduzierte oder sogar gratis Gebühren auf ausgewählte ETFs
Nachteile Sparplan
  • Weniger Flexibilität, der Kauf erfolgt auch dann, wenn die Kurse gerade hoch stehen
  • Oft nur eine begrenzte Auswahl an Titeln im Sparplan verfügbar
  • Ausführung meist nur zu festen Terminen, kein Einfluss auf den exakten Tageskurs
Vorteile selbst investieren
  • Volle Kontrolle über Zeitpunkt und Betrag jedes einzelnen Kaufs
  • Freie Auswahl aus dem gesamten Angebot des Brokers, auch ausserhalb der Sparplan-Liste
  • Möglichkeit, grössere Einmalanlagen zu tätigen oder gezielt nachzukaufen
Nachteile selbst investieren
  • Erfordert mehr Zeit, Disziplin und regelmässige eigene Initiative
  • Höheres Risiko emotionaler Entscheidungen, etwa Zögern aus Angst vor einem „falschen” Zeitpunkt
  • Mehrere einzelne Käufe können insgesamt mehr Transaktionsgebühren verursachen als ein automatisierter Sparplan
Kombination möglich: Viele nutzen beides, einen Sparplan als feste Basis für die regelmässige Einzahlung, dazu manuelle Käufe, zum Beispiel bei einem grösseren einmaligen Betrag oder für Titel, die nicht im Sparplan-Angebot sind.

So richtest du einen Sparplan konkret ein

  • Depot beim gewählten Broker oder Robo-Advisor eröffnen (Video-Ident, 10–15 Minuten)
  • Ersteinzahlung vornehmen per Banküberweisung
  • ETF oder Strategie auswählen, bei Robo-Advisorn läuft das über einen kurzen Fragebogen
  • Sparplan einrichten: Betrag, Rhythmus (monatlich oder wöchentlich) und Ausführungstag festlegen
  • Sparplan laufen lassen und Kurse möglichst selten anschauen

Prüfe vorher: Gebühren pro Sparplan-Ausführung? Bei Robo-Advisorn fällt meist nur die jährliche Verwaltungsgebühr an. Bei Yuh sind 21 ETFs im Sparplan gratis, bei Swissquote sind Sparpläne mittlerweile ebenfalls günstig.


5Schritt 5 von 5

Überblick behalten und Steuern verstehen

Sobald dein Sparplan läuft, behältst du am besten locker den Überblick, ohne ständig die Kurse zu checken.

  • Parqet: übersichtliches Depot-Tracking, Basisversion gratis
  • Divvydiary: Dividendenkalender, lässt sich mit Parqet verknüpfen
  • Für eigene Berechnungen: alle meine Tools gesammelt im Finanzrechner Schweiz
Steuern in der Schweiz kurz erklärt: Kursgewinne aus Aktien und ETFs sind für private Anlegende steuerfrei. Nur ausgeschüttete Dividenden werden besteuert. Bei Schweizer Aktien behält der Broker automatisch 35 % Verrechnungssteuer ein. Diese holst du dir über die Steuererklärung zurück. Bei US-Aktien senkt das Formular W-8BEN die US-Steuer. Bei anderen ausländischen Aktien hilft das Formular DA-1.
0 %
Steuer auf Kursgewinne für private Anlegende
35 %
Verrechnungssteuer auf CH-Dividenden, rückforderbar
100’000
CHF Einlagensicherung pro Person und Bank
15+
Jahre, in denen der MSCI World historisch immer im Plus stand

Stolperfallen

Häufige Anfängerfehler beim Investieren

  • 1. Zu lange warten, weil die Anbieterwahl überwältigend wirkt. Jede verlorene Woche kostet dich Rendite
  • 2. Alles auf eine einzige Aktie setzen, statt breit zu streuen
  • 3. Ständiges Hin-und-her-Traden, statt der Strategie treu zu bleiben
  • 4. Jedem Hype hinterherrennen, statt sich an bewährte, einfache Strategien zu halten
  • 5. Geld investieren, das kurzfristig gebraucht wird, oder ohne Notgroschen starten
  • 6. Sich zu sehr von Kursschwankungen stressen lassen und in Panik verkaufen
  • 7. Sich zu stark auf die Meinung von Bekannten statt auf eigene Recherche verlassen

Was du für langfristigen Erfolg brauchst: Geduld, Zeit, eine langfristige Strategie und Ruhe bei jedem Kursrückgang.


Glossar

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Investieren bringt viele neue Wörter mit sich. Hier die wichtigsten, kurz erklärt.

Inflation
Die schleichende Geldentwertung. Steigen die Preise allgemein, kannst du dir mit derselben Geldsumme mit der Zeit weniger leisten.
Nominalrendite
Die Rendite einer Anlage vor Abzug der Inflation, also die Zahl, die üblicherweise angegeben wird.
Realrendite
Die Rendite einer Anlage nach Abzug der Inflation. Zeigt, wie viel Kaufkraft du tatsächlich dazugewinnst.
Aktie
Ein Anteilsschein an einem Unternehmen. Kaufst du eine Aktie, wirst du Miteigentümerin oder Miteigentümer dieser Firma, im kleinen Rahmen, und profitierst vom Erfolg oder trägst den Misserfolg mit.
Dividendenaktie
Eine Aktie eines Unternehmens, das einen Teil seines Gewinns regelmässig an die Aktionärinnen und Aktionäre ausschüttet, meist ein- bis viermal pro Jahr, statt den Gewinn komplett im Unternehmen zu behalten.
Börse
Ein organisierter Marktplatz, an dem Aktien, ETFs und andere Wertpapiere gehandelt werden. Die Schweizer Börse heisst SIX, bekannte weitere sind die New York Stock Exchange oder die Euronext.
Broker
Ein Anbieter, über den du dein Depot eröffnest und Aktien oder ETFs an der Börse kaufst und verkaufst, zum Beispiel Swissquote oder Yuh. Der Broker selbst verkauft dir keine eigenen Produkte, sondern vermittelt den Zugang zur Börse.
ETF
Ein Exchange Traded Fund ist ein börsengehandeltes Wertpapier, das viele Aktien oder andere Anlagen in einem einzigen Produkt bündelt und automatisch breit streut.
Sparplan
Ein automatisierter, regelmässiger Kauf eines festgelegten Betrags in ETFs oder Aktien, monatlich oder wöchentlich, ohne dass du selbst aktiv werden musst.
Robo-Advisor
Ein digitaler Vermögensverwalter, der dein Geld automatisch nach einer vordefinierten Strategie investiert, gegen eine prozentuale Verwaltungsgebühr.
Courtage
Die Transaktionsgebühr, die ein Broker oder eine Bank für den Kauf oder Verkauf von Wertschriften verlangt, ein Prozentsatz oder eine Pauschale.
Thesaurierend
Ein ETF, der erhaltene Dividenden automatisch wieder anlegt, statt sie auszuzahlen.
Verrechnungssteuer
Eine Steuer von 35 % auf Dividenden Schweizer Aktien, die der Broker automatisch einbehält und die du über die Steuererklärung zurückforderst.
Klumpenrisiko
Das Risiko, zu viel Geld in eine einzelne Aktie, Branche oder Region zu stecken.
Cost-Average-Effekt
Der Effekt, der entsteht, wenn du regelmässig einen festen Betrag investierst und so mal teurer, mal günstiger einkaufst.

Fragen & Antworten

Die 10 häufigsten Fragen, die Anfänger zum Investieren in der Schweiz stellen

Grundlagen: Aktien, ETFs und Steuern

1. Wie viel Geld brauche ich, um in der Schweiz mit dem Investieren zu starten?
Bei Yuh kannst du schon ab CHF 10 pro Sparplan-Ausführung starten. Dank Fractional Trading geht das jetzt auch bei Swissquote mit kleinen Beträgen. Robo-Advisor verlangen oft eine Mindesteinlage: bei Findependent ab CHF 500, bei Selma ab CHF 2’000. Wichtiger als der Startbetrag ist: Fang überhaupt an.
2. Was ist der Unterschied zwischen einer Aktie und einem ETF?
Eine Aktie ist ein Anteil an einem einzigen Unternehmen. Ein ETF bündelt viele Aktien oder andere Wertpapiere in einem Produkt. Mit einem ETF investierst du automatisch breit gestreut. Du setzt dein Geld nicht nur auf eine Firma.
3. Sind Kursgewinne aus Aktien und ETFs in der Schweiz steuerpflichtig?
Nein. Private Kursgewinne sind für Privatanlegende in der Schweiz steuerfrei. Ausnahme: Die Steuerverwaltung stuft dich als gewerbsmässige Händlerin oder Händler ein. Das passiert vor allem bei sehr häufigem Trading mit geliehenem Geld.
4. Muss ich mein Depot in der Steuererklärung angeben?
Ja. Dein Depot gehört zu deinem steuerbaren Vermögen. Dividenden gibst du als Einkommen an. Die meisten Broker erstellen dir Ende Jahr einen Steuerauszug. Den kannst du direkt für die Steuererklärung nutzen.
5. Was ist der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs?
Bei ausschüttenden ETFs bekommst du die Dividende regelmässig aufs Konto. Bei thesaurierenden ETFs wird die Dividende automatisch wieder angelegt. Du siehst keine Zahlung, dafür steigt der Wert deines ETF-Anteils. In der Schweiz musst du beide Arten versteuern. Auch wenn beim thesaurierenden ETF nichts ausbezahlt wird.

Broker, Sicherheit und der richtige Zeitpunkt

6. Was ist der Unterschied zwischen einem Online-Broker und einem Robo-Advisor?
Beim Online-Broker wählst und verwaltest du deine Aktien und ETFs selbst. Dafür zahlst du Transaktionsgebühren. Beim Robo-Advisor macht das der Anbieter für dich, nach deinem Risikoprofil. Dafür zahlst du eine Verwaltungsgebühr auf die ganze Anlagesumme.
7. Wie sicher ist mein Geld, wenn der Broker oder die Bank Konkurs geht?
Deine Aktien, ETFs und Fonds gelten rechtlich als Sondervermögen. Sie bleiben dein Eigentum. Bei einem Konkurs fallen sie nicht in die Konkursmasse der Bank. Du bekommst sie zurück, oder auf ein neues Depot übertragen. Nicht investiertes Bargeld ist zusätzlich bis CHF 100’000 pro Person über die Einlagensicherung geschützt.
8. Was ist der Cost-Average-Effekt und warum ist ein Sparplan sinnvoll?
Investierst du monatlich einen festen Betrag, kaufst du bei hohen Kursen automatisch weniger Anteile. Bei tiefen Kursen kaufst du mehr. So gleicht sich dein durchschnittlicher Einstiegspreis über die Zeit aus. Du musst nicht den einen perfekten Zeitpunkt finden.
9. Gibt es einen „richtigen” Zeitpunkt, um mit dem Investieren zu beginnen?
Den Markt zuverlässig zu timen, schaffen selbst Profis kaum. Historisch lag der MSCI World bei 15 Jahren oder mehr immer im Plus, egal zu welchem Zeitpunkt man eingestiegen ist. Je länger du wartest, desto mehr Zeit und Rendite verpasst du.
10. Was passiert mit meinen Dividenden und wie werden sie besteuert?
Bei Schweizer Aktien behält der Broker automatisch 35 % Verrechnungssteuer ein. Die holst du dir über die Steuererklärung zurück. Bei US-Aktien senkt das Formular W-8BEN die US-Steuer auf 15 %. Bei anderen ausländischen Aktien hilft dir das Formular DA-1.

Fazit

Investieren für Anfänger Schweiz: dein nächster Schritt

Jetzt kennst du die Grundlagen, vom Notgroschen über Broker oder Robo-Advisor bis zu den fünf Strategien, dem Sparplan und den Steuern. Ich selbst habe einen soliden Kern aus breit gestreuten ETFs und dividendenstarken Aktien aufgebaut. Mein Ziel ist es, in einigen Jahren teilweise von Dividenden zu leben.

Starte jetzt, nicht erst morgen. Halte dein Investment einfach und günstig, das ist die beste Grundlage für deinen Vermögensaufbau.

Welche Strategie für dich die beste ist, kann ich dir nicht sagen. Das musst du für dich selbst herausfinden, je nach Zeit, Risiko und Zielen.

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