Freizügigkeitskonto Fehler: 7 teure Fallen im Überblick

Vorsorge · Freizügigkeit

Freizügigkeitskonto Fehler

Die 7 häufigsten Fallen, ein Gebühren-Rechenbeispiel und meine Anbieter mit Bonus

7 teure Fehler Ersparnis bis CHF 5’000 Depot ab 0.39 % Bonus CHF 25

Helga Baechler, Schweizer Finanzbloggerin und zertifizierte Vermögensberaterin IAFAktualisiert am 3. November 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten · von Helga Baechler, zertifizierte Vermögensberaterin IAF

Viele Milliarden Franken liegen in der Schweiz auf Freizügigkeitskonten. Meist auf einem Zinskonto, das kaum etwas abwirft. Das betrifft dich bei einem Jobwechsel, einem Sabbatical oder wenn du dich selbstständig machst.

Ich zeige dir die 7 häufigsten Fehler beim Freizügigkeitskonto und wie du sie vermeidest, inklusive der Anbieter, die ich selbst nutze.

Was ist der grösste Fehler beim Freizügigkeitskonto?

Der grösste Fehler ist, dass das Geld auf einem Bankkonto mit wenig Zins liegen bleibt, statt in ein Wertschriften-Depot zu wechseln. Dazu kommen hohe Gebühren, nur ein Anbieter und ein Bezug zur falschen Zeit. Wer früh vergleicht und in Wertschriften investiert, hat am Ende mehr Geld.

7
häufige Fehler
CHF 5’000
Gebühren gespart in 20 Jahren*
0.39 %
finpension all-in
2
Konten pro Austritt

Kurz zusammengefasst

  • Wann nötig: bei Jobwechsel, Sabbatical, Selbstständigkeit oder Arbeitslosigkeit ab 58
  • Fehler Nummer eins: Geld liegt auf dem Zinskonto statt in einem Wertschriften-Depot
  • Gebühren: unterscheiden sich stark, über 10 bis 20 Jahre macht das viel aus
  • 2 Konten statt 1: ermöglichen einen gestaffelten, oft steuergünstigeren Bezug

Wann du ein Freizügigkeitskonto überhaupt brauchst

Ein Freizügigkeitskonto brauchst du, wenn du die Pensionskasse verlässt und keine neue Stelle mit Anschlusslösung hast. Das passiert öfter, als man denkt.

  • Kündigung ohne direkte Anschlussstelle
  • Sabbatical
  • Selbstständigkeit
  • Arbeitslosigkeit kurz vor der Pensionierung

Über diese Zeit machen tiefe Zinsen und hohe Gebühren einen grossen Unterschied. Was ein Freizügigkeitsguthaben ist und wie es sich vom Pensionskassenguthaben unterscheidet, erklärt die Übersicht des Bundesamts für Sozialversicherungen.

Wie du ein Freizügigkeitskonto eröffnest, zeigt mein Beitrag Freizügigkeitskonto eröffnen, einen breiteren Überblick liefert Freizügigkeitskonto Schweiz. Wie Investieren mit Wertschriften funktioniert, erklärt mein Guide fürs Investieren als Anfänger. Dieser Beitrag hier zeigt dir die Fehler, die dabei am meisten Rendite kosten.

Die 7 häufigsten Fehler beim Freizügigkeitskonto

1

Geld auf dem Zinskonto liegen lassen

Die meisten Freizügigkeitskonten sind reine Zinskonten mit sehr tiefem Ertrag. Bleibt das Geld mehrere Jahre liegen, kostet dich das viel Rendite.

TippPrüfe deinen Zeithorizont. Bleiben mehr als 5 Jahre, lohnt sich meist ein Freizügigkeitsdepot mit Wertschriften statt dem reinen Zinskonto.

2

Nur einen Anbieter anschauen

Gebühren und Anlagebedingungen unterscheiden sich stark zwischen Anbietern. Ohne Vergleich zahlst du oft mehr, als nötig wäre.

TippVergleiche mindestens 2 bis 3 Anbieter, insbesondere Depotgebühr, Produktkosten und Aktienquote, bevor du dich entscheidest.

3

Alles auf ein Konto bündeln

Liegt das ganze Guthaben auf einem Konto, verschenkst du die Chance, den Bezug zu staffeln und die Steuerprogression zu brechen.

TippFrag deinen Anbieter nach einem zweiten Konto. Viele richten es nur auf Wunsch ein, mehr dazu weiter unten.

4

Die Aktienquote falsch wählen

Zu vorsichtig anlegen kostet Rendite, wenn das Geld noch Jahrzehnte liegen bleibt. Zu offensiv anlegen ist riskant, wenn du das Geld bald brauchst.

TippAls Faustregel gilt, je länger das Geld liegen bleibt, desto höher kann die Aktienquote gewählt werden.

5

Beim Jobwechsel das Konto vergessen

Startest du wieder bei einer Pensionskasse, muss das Guthaben eingebracht werden. Wer das verschleppt, verpasst Zeit im Markt.

TippTrag dir die Einbringung als festen Punkt in die Checkliste für den neuen Job ein.

6

Selbstständigkeit falsch eingeordnet

Ohne eigene Pensionskassenlösung landet dein Guthaben oft automatisch auf einem reinen Konto.

TippKläre schon vor dem Schritt in die Selbstständigkeit, ob eine freiwillige PK-Lösung für dich infrage kommt.

7

Den Bezug schlecht timen

Beziehst du das Geld unüberlegt in einem Jahr mit hohem Einkommen, zahlst du oft mehr Steuern, als nötig wäre.

TippPlane den Bezug frühzeitig zusammen mit Säule 3a und Pensionskasse, mehr dazu im Abschnitt zum Bezugs-Timing.

Warum Gebühren beim Freizügigkeitskonto so wichtig sind

Bei einem Zinskonto scheinen Gebühren egal, es gibt ja kaum Rendite, die sie schmälern könnten. Wechselst du aber in ein Wertschriften-Depot, ändert sich das. Ein tieferer Kostensatz macht über die Jahre viel aus.

AnlagedauerKosten bei 0.9 % p.a.Kosten bei 0.4 % p.a.Ersparnis ca.
5 JahreCHF 2’250CHF 1’000CHF 1’250
10 JahreCHF 4’500CHF 2’000CHF 2’500
20 JahreCHF 9’000CHF 4’000CHF 5’000

*Rechenbeispiel für ein Depot von CHF 50’000, ohne Wertentwicklung oder Zinseszins gerechnet. Die echte Differenz hängt vom Anbieter, der Anlagestrategie und dem Markt ab. Vergleiche vor dem Wechsel die aktuellen Gebührenblätter.

Worauf du bei den Gebühren achten solltest

  • Kontoführungsgebühr
  • Depotgebühr
  • Produktkosten (TER) der Fonds oder ETFs
  • Gebühren beim Bezug

Erst die Summe zeigt, was dich ein Anbieter wirklich kostet. Frag nach versteckten Kommissionen beim Kauf oder Verkauf.

Solltest du dein Freizügigkeitsguthaben aufteilen?

Anders als bei der Säule 3a ist die Aufteilung auf mehrere Freizügigkeitskonten nicht überall Pflicht. Viele Anbieter erlauben aber bis zu zwei Konten pro Austritt.

Der Vorteil ist, dass du das Geld in verschiedenen Jahren beziehst und so die Steuerprogression brichst, ähnlich wie beim gestaffelten 3a-Bezug.

1

Prüfen, ob dein Anbieter mehrere Konten erlaubt. Nicht jede Pensionskasse teilt das Guthaben automatisch auf, oft musst du danach fragen.

2

Zeitpunkt des Bezugs grob planen. Willst du früher teilweise pensioniert werden oder gestaffelt aufhören zu arbeiten, hilft dir die Aufteilung.

3

Pro Konto einen passenden Anbieter wählen. Du kannst auch zwei verschiedene Anbieter nutzen, zum Beispiel einen fürs Zinskonto als Puffer und einen fürs Wertschriften-Depot.

Wie du den Bezug später richtig timst

Der reguläre Bezug ist frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter möglich und spätestens 5 Jahre danach, sofern du weiterarbeitest. Der Bezug wird separat besteuert.

Deshalb lohnt es sich, ihn nicht willkürlich in einem Jahr mit dem restlichen Vorsorgekapital zu bündeln. Beziehst du Freizügigkeit, Säule 3a und Pensionskasse gestaffelt über mehrere Jahre, senkst du oft die Steuerlast. Wie das genau funktioniert, erklärt mein Beitrag Pensionskasse splitten.

−5 J.
frühester Bezug vor dem AHV-Alter
+5 J.
spätester Bezug bei Weiterarbeit
separat
besteuert
3 Töpfe
gestaffelt beziehen

Wichtig

Die Steuerfolgen hängen von deinem Kanton und deiner Situation ab. Für die Planung lohnt sich eine Beratung, die deine ganze Vorsorge kennt.

Freizügigkeitsdepot statt Zinskonto: so wechselst du

Diese 2 Anbieter nutze ich selbst für Wertschriften-Freizügigkeitsdepots. Beide sind günstiger als das klassische Zinskonto, und du bekommst bei der Anmeldung einen Bonus. Hier der kurze Vergleich.

finpensionDescartes
Kosten0.39 % all-inähnlich tief, je nach Strategie
Aktienquotefrei wählbar, bis 100 %reine Aktienstrategien
Passt gut fürflexible Gewichtungfür alle, die voll auf Aktien setzen

Meine Wahl
finpension CHF 25 Gutschrift. Freizügigkeitsdepot mit Wertschriften, Aktienquote frei wählbar bis 100 %, nur 0.39 % all-in. Auch gut als zweites Konto zum Aufteilen. Zu meinen finpension Erfahrungen

Gutscheincode
Descartes Digitaler Anbieter für Freizügigkeits- und 3a-Wertschriftenlösungen mit reinen Aktienstrategien ohne Beimischung. Kontoeröffnung digital in wenigen Minuten, gute Ergänzung als zweites Konto. Zu meinen Descartes Erfahrungen

So sicherst du dir den Bonus

Code antippen und kopieren, dann beim Eröffnen des Kontos einfügen. Ohne Code verpasst du den Bonus. *Werbung, Affiliate-Codes, für dich ohne Zusatzkosten.

Häufige Fragen zu Freizügigkeitskonto-Fehlern

Was ist der grösste Fehler beim Freizügigkeitskonto?

Das Geld über Jahre auf einem Bankkonto mit wenig Zins liegen zu lassen, statt es bei längerem Zeithorizont in ein Wertschriften-Freizügigkeitsdepot zu investieren.

Kann ich mein Freizügigkeitsguthaben auf mehrere Konten aufteilen?

Viele Anbieter erlauben die Aufteilung auf bis zu zwei Konten pro Austritt. Das ermöglicht einen gestaffelten, oft steuergünstigeren Bezug.

Was passiert mit dem Konto bei einem neuen Job?

Das Guthaben muss in die neue Pensionskasse eingebracht werden, sobald du wieder eine Stelle mit PK-Anschluss antrittst.

Wann kann ich das Geld beziehen?

Frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter, spätestens 5 Jahre danach bei fortgesetzter Erwerbstätigkeit, oder bei bestimmten Ereignissen wie Selbstständigkeit oder Wegzug aus der Schweiz.

Lohnt sich ein Freizügigkeitsdepot mit Wertschriften?

Ja, historisch meist schon, weil die Aktienquote das reine Zinskonto langfristig übertrifft. Dafür schwankt der Wert stärker.

Was passiert mit dem Freizügigkeitsgeld, wenn ich ins Ausland ziehe?

Bei definitivem Wegzug kannst du das Guthaben unter bestimmten Voraussetzungen bar auszahlen lassen. Den überobligatorischen Teil meist vollständig, den obligatorischen Teil je nach Zielland eingeschränkt. Die Details prüft deine Freizügigkeitsstiftung.

Kann ich mit dem Freizügigkeitsgeld ein Haus kaufen?

Ja, für selbstbewohntes Wohneigentum lässt sich Freizügigkeitsgeld vorbeziehen, ähnlich wie Säule-3a-Guthaben. Das Guthaben fehlt dann später in der Altersvorsorge, das solltest du in die Planung einbeziehen.

Mein Fazit zu den Freizügigkeitskonto-Fehlern

Viele behandeln das Freizügigkeitskonto als reine Formalität. Das ist der teuerste Fehler von allen.

Vergleiche Anbieter, wechsle bei längerem Zeithorizont in Wertschriften und plane deinen Bezug. So bekommst du am Ende mehr von deinem Vorsorgegeld. Mit finpension oder Descartes sicherst du dir dabei gleich einen Bonus.

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Helga Baechler, Gründerin von liebefinanzen.ch

Helga Baechler

Zertifizierte Vermögensberaterin IAF

Ich bin Gründerin von liebefinanzen.ch und schreibe über ETFs, Dividenden, Broker und die Säule 3a. Dabei zeige ich dir offen, wie ich selbst investiere. Mehr über mich

*Werbung, Affiliate-Codes, für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Keine Anlage- oder Steuerberatung. Angaben ohne Gewähr, Stand August 2026. Prüfe deine individuelle Situation mit einer Fachperson.

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