Stand: Oktober 2026 · Von Helga Baechler, zertifizierte Vermögensberaterin (IAF) und Gründerin von liebefinanzen.ch

Deutschland bekommt endlich etwas, das unserer Säule 3a in Wertschriften ziemlich nahe kommt. Ab dem 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot die umstrittene Riester-Rente ab. Der Staat legt auf jeden gesparten Euro bis zu 50 Cent drauf, und das Geld darf ohne teure Garantie in ETFs fliessen. Ich habe alle Zahlen gegen die offiziellen Quellen geprüft und zeige dir, wie das neue Depot funktioniert, was es bringt und warum die Schweiz in manchen Punkten vorne liegt und in anderen nicht.
🇩🇪 Achtung, hier geht es um Deutschland
Das Altersvorsorgedepot gilt nur in Deutschland. Wenn du in der Schweiz wohnst und arbeitest, ändert sich für dich nichts, hier bleibt die Säule 3a das passende Mittel. Spannend ist das Thema trotzdem, denn der Vergleich zeigt sehr schön, wo das Schweizer System stark ist und wo wir von Deutschland lernen könnten.
Antwort in Kürze
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist die neue staatlich geförderte private Altersvorsorge in Deutschland ab dem 1. Januar 2027. Du investierst ohne Garantiezwang in ETFs und Fonds. Der Staat zahlt 50 Cent pro Euro bis EUR 360 Einzahlung und 25 Cent pro Euro bis EUR 1’800, also maximal EUR 540 im Jahr, dazu bis EUR 300 pro Kind. Ausgezahlt wird frühestens ab 65, versteuert erst im Alter.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Start 1. Januar 2027, neue Riester-Verträge gibt es dann nicht mehr.
- Zulage bis EUR 540 pro Jahr, bis EUR 300 pro Kind, EUR 200 Startbonus unter 25.
- Anlage ETFs und Fonds ohne Garantiepflicht, keine Einzelaktien, keine Krypto.
- Standarddepot als fertige Lösung mit Kostendeckel von 1,0 % pro Jahr.
- Auszahlung ab 65 bis spätestens 70, bis 30 % auf einmal, der Rest als Auszahlplan bis mindestens 85 oder als lebenslange Rente.
- Für die Schweiz bleibt die Säule 3a das Gegenstück, mit viel höheren Einzahlungen, aber ohne Zulage.
Das deutsche Vorsorgesystem in Schweizer Begriffen
Auch Deutschland kennt drei Säulen. Sie heissen nur anders und funktionieren teilweise ganz anders. Diese Übersicht hilft dir beim Einordnen.
| Säule | 🇨🇭 Schweiz | 🇩🇪 Deutschland |
|---|---|---|
| 1. Staatlich | AHV | gesetzliche Rentenversicherung |
| 2. Beruflich | Pensionskasse, für Angestellte ab einem bestimmten Lohn obligatorisch | betriebliche Altersvorsorge, meist freiwillig |
| 3. Privat gefördert | Säule 3a | bisher Riester-Rente, ab 2027 das Altersvorsorgedepot |
| 3. Privat frei | Säule 3b, freies Sparen und Investieren | freies ETF-Depot oder Sparkonto |
Kurz gesagt ist das Altersvorsorgedepot das deutsche Gegenstück zu unserer Säule 3a in Wertschriften. Der grösste Unterschied liegt in der Förderung. In der Schweiz sparst du Steuern, in Deutschland bekommst du vor allem Geld direkt vom Staat überwiesen.
Was ist das Altersvorsorgedepot? Einfach erklärt
Das Altersvorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot nur für die Altersvorsorge. Du zahlst regelmässig ein, investierst zum Beispiel in einen Welt-ETF, und der Staat überweist eine Zulage direkt ins Depot. Das Geld bleibt bis zur Pension gebunden. Rechtliche Grundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz.
Der entscheidende Unterschied zur Riester-Rente ist der Wegfall der Beitragsgarantie. Bei Riester musste am Ende mindestens die Summe aller Einzahlungen garantiert sein. Dafür mussten die Anbieter viel Geld in sichere, renditeschwache Anlagen stecken, und die Verträge waren oft teuer. Das neue Depot darf dagegen voll auf Aktien-ETFs setzen. In der Schweiz geht das in der 3a übrigens schon lange, wie du in Säule 3a mit 100 % Aktien liest.
| Riester-Rente (alt) | Altersvorsorgedepot (neu) | |
|---|---|---|
| Garantie | 100 % Beitragsgarantie Pflicht | keine Garantie nötig, freiwillig 80 % oder 100 % |
| Anlage | oft Versicherungen, wenig Aktien | ETFs und Fonds, auch fast 100 % Aktien |
| Grundzulage | EUR 175 pro Jahr, voll nur bei 4 % des Vorjahreseinkommens | bis EUR 540 pro Jahr, einfache Staffel |
| Kinderzulage | EUR 185 oder 300 pro Kind | bis EUR 300 pro Kind, 1:1 auf deinen Beitrag |
| Kosten | oft hoch und schwer vergleichbar | Standarddepot max. 1,0 % pro Jahr |
| Wer darf? | vor allem Angestellte und Beamte | neu auch Selbstständige |
| Auszahlung | meist ab 62, ab 85 Pflicht zur Rente | ab 65, Auszahlplan bis mindestens 85 möglich |
Zeitplan der Reform
- 17.12.2025Das Bundeskabinett beschliesst den Gesetzentwurf. Damals war noch eine tiefere Zulage von max. EUR 480 und ein Kostendeckel von 1,5 % vorgesehen.
- 27.03.2026Der Bundestag verabschiedet das Altersvorsorgereformgesetz mit verbesserter Förderung, max. EUR 540 Zulage und Kostendeckel 1,0 %.
- 08.05.2026Der Bundesrat stimmt zu.
- 07.09.2026Die Regierung legt den Gesetzentwurf zur Frühstart-Rente für Kinder vor, mehr dazu weiter unten.
- 01.01.2027Die ersten Altersvorsorgedepots können eröffnet werden.
Altersvorsorgedepot Förderung: So viel legt der Staat drauf
Die Förderung ist in zwei Stufen aufgebaut. Die ersten Euros werden besonders stark gefördert, damit sich auch kleine Sparbeträge lohnen.
| Förderung | Regel | Maximal pro Jahr |
|---|---|---|
| Grundzulage Stufe 1 | 50 Cent pro Euro bis EUR 360 Einzahlung | EUR 180 |
| Grundzulage Stufe 2 | 25 Cent pro Euro von EUR 360 bis EUR 1’800 | EUR 360 |
| Grundzulage total | ab EUR 1’800 Eigenbeitrag | EUR 540 |
| Kinderzulage | 1 Euro pro Euro Eigenbeitrag, voll ab EUR 25 im Monat | EUR 300 pro Kind |
| Berufseinsteigerbonus | einmalig bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag | EUR 200 |
| Steuerabzug | Sonderausgabenabzug bis EUR 1’800, das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulage oder Abzug mehr bringt | je nach Steuersatz |
Rechenbeispiele: So viel Zulage bekommst du
Je kleiner der Betrag, desto höher die Förderquote. Wer nur EUR 10 im Monat spart, bekommt die Hälfte obendrauf. Wer EUR 150 spart, bekommt immer noch 30 %.
| Du sparst pro Monat | Pro Jahr | Grundzulage | Förderquote |
|---|---|---|---|
| EUR 10 | EUR 120 | EUR 60 | 50 % |
| EUR 30 | EUR 360 | EUR 180 | 50 % |
| EUR 50 | EUR 600 | EUR 240 | 40 % |
| EUR 100 | EUR 1’200 | EUR 390 | 32,5 % |
| EUR 150 | EUR 1’800 | EUR 540 | 30 % |
Diagramm · Eigenbeitrag und Zulage pro Jahr
Balkenlänge im Verhältnis zu EUR 2’340, also EUR 1’800 Eigenbeitrag plus EUR 540 Zulage
Was daraus in 30 Jahren werden kann
Nehmen wir an, du zahlst 30 Jahre lang EUR 150 pro Monat ein und erhältst jedes Jahr die vollen EUR 540 Zulage. Bei angenommenen 5 % Rendite pro Jahr sieht das so aus.
Diagramm · Dein Depot nach 30 Jahren, ca. EUR 159’000
EUR 150 pro Monat plus EUR 540 Zulage pro Jahr, 5 % Rendite, vor Kosten und Steuern
Ohne Zulage käme das gleiche Sparen auf ca. EUR 122’000. Die Förderung bringt also inklusive Zinseszins ca. EUR 37’000 mehr. Vereinfachte eigene Rechnung, ohne Garantie. Eigene Szenarien rechnest du mit meinem Zinseszinsrechner aus.
Die 3 Produktarten im Überblick
Altersvorsorgedepot
Du wählst die ETFs und Fonds selbst, zum Beispiel einen Welt-ETF. Kein gesetzlicher Kostendeckel, bei Online-Brokern oft trotzdem sehr günstig.
Standarddepot
Zwei Bausteine, ein Aktienfonds und ein sicherer Anleihenfonds, die mit dem Alter automatisch sicherer gewichtet werden. Kosten max. 1,0 % pro Jahr.
Garantieprodukte
Garantie auf 80 % oder 100 % der Einzahlungen. Mehr Sicherheit, dafür meist deutlich tiefere Rendite und höhere Kosten.
Meine Haltung
Garantien kosten Rendite. Bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren und mehr finde ich ein günstiges ETF-Depot für die meisten sinnvoller. Das gilt übrigens genauso für die Schweiz. Eine Säule 3a bei einer Versicherung empfehle ich nicht, weil Sparen und Versichern zusammen viel zu teuer ist. Warum, liest du in Gemischte Lebensversicherung.
Warum die Kosten so wichtig sind
1,0 % Kostendeckel klingt wenig. Über 30 Jahre ist der Unterschied zu einem günstigen ETF-Depot aber enorm. Gleiche Einzahlung wie oben, EUR 150 plus Zulage, 5 % Bruttorendite.
Diagramm · Depotwert nach 30 Jahren je nach Kosten
Balkenlänge im Verhältnis zu EUR 159’000
Ein günstiges Depot mit 0,2 % Kosten bringt also ca. EUR 20’000 mehr als eines am Kostendeckel. Genau das gleiche Prinzip gilt bei der Säule 3a, wie du in meinem Säule 3a Gebühren Vergleich siehst. Welche digitalen Anbieter in der Schweiz am günstigsten sind, zeigt der Direktvergleich VIAC vs. finpension vs. frankly.
Was darf ins Altersvorsorgedepot?
- ETFs und Investmentfonds bis Risikoklasse 5 (SRRI)
- bestimmte alternative Investmentfonds
- ELTIF, also langfristige EU-Fonds
- bestimmte Anleihen von EU-Staaten, Bundesländern und Gemeinden
- Einzelaktien
- Kryptowährungen
- Zertifikate und sehr riskante Produkte
Welche Welt-ETFs sich grundsätzlich eignen, siehst du im Welt-ETF Vergleich. Die Grundlagen zu ETFs findest du in meinem Guide Investieren für Anfänger Schweiz. Ob ein ETF oder ein klassischer Fonds besser passt, zeige ich im Fonds oder ETF Vergleich.
Auszahlung und Steuern
- Auszahlplan. Das Geld bleibt investiert und wird bis mindestens zum 85. Geburtstag ausgezahlt. Was beim Tod übrig ist, kann vererbt werden.
- Leibrente. Du erhältst lebenslang eine feste Rente. Vererbbar ist sie nur, wenn du eine Garantiezeit von zum Beispiel 10 oder 20 Jahren wählst.
- Steuern. Während der Ansparphase fallen keine Steuern auf Gewinne an. Im Alter wird der geförderte Teil voll mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert, der dann oft tiefer ist als im Berufsleben. Wie Erträge und Dividenden in der Schweiz besteuert werden, erkläre ich in ETF Steuern Schweiz.
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Neue Riester-Verträge gibt es ab 2027 nicht mehr. Wer schon einen hat, kann wählen.
| Möglichkeit | Was das bedeutet |
|---|---|
| Weiterlaufen lassen | Bestehende Verträge sind geschützt und laufen zu den alten Bedingungen weiter. |
| Neue Förderung nutzen | Du bleibst im Vertrag, wechselst per Erklärung an den Anbieter aber ins neue Zulagensystem. |
| Wechseln | Du überträgst das Guthaben in ein Altersvorsorgedepot, bereits erhaltene Zulagen musst du nicht zurückzahlen. |
Prüfe vor einem Wechsel die Kosten und allfällige Garantien im alten Vertrag. Bei manchen älteren Verträgen sind die Rentenfaktoren so gut, dass sich das Weiterlaufen lassen lohnt. Auch in der Schweiz lohnt sich der Blick auf alte, teure Lösungen, siehe Säule 3a wechseln.
Bonus · Frühstart-Rente für Kinder
Zusätzlich plant Deutschland die Frühstart-Rente. Der Staat soll für jedes Kind von 6 bis 18 Jahren EUR 10 pro Monat in ein Vorsorgedepot einzahlen, beginnend mit dem Jahrgang 2020. Der Gesetzentwurf liegt seit dem 7. September 2026 im Bundestag, beschlossen ist er noch nicht. Ein vergleichbares Angebot gibt es in der Schweiz nicht, hier kannst du für Kinder nur selbst vorsorgen, zum Beispiel mit einem Kinderdepot.
Altersvorsorgedepot vs. Säule 3a: Der grosse Vergleich
Beide Systeme wollen, dass du privat fürs Alter vorsorgst und dabei investierst. Im Detail unterscheiden sie sich stark, vor allem bei der Förderung, den Beträgen und der Auszahlung.
| 🇩🇪 Altersvorsorgedepot | 🇨🇭 Säule 3a | |
|---|---|---|
| Seit wann? | ab 2027 | seit 1985 |
| Wer darf? | Rentenversicherte, Beamte, neu auch Selbstständige in Deutschland | alle mit AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen in der Schweiz |
| Art der Förderung | Zulage direkt vom Staat, allenfalls Steuerabzug | Einzahlung wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen |
| Wer profitiert am meisten? | Kleinsparerinnen, tiefe Einkommen und Familien | höhere Einkommen mit hohem Grenzsteuersatz |
| Kinder | bis EUR 300 Zulage pro Kind und Jahr | keine Extra-Förderung |
| Gefördert pro Jahr | bis EUR 1’800 | bis CHF 7’258 mit Pensionskasse, bis CHF 36’288 ohne (2026) |
| Verpasste Jahre | keine Nachzahlung vorgesehen | seit 2026 nachzahlen möglich |
| Anlagen | ETFs und Fonds, keine Einzelaktien | Konto oder Wertschriften, meist Fonds und ETFs |
| Garantie nötig? | nein, freiwillig möglich | nein |
| Frühester Bezug | 65, früher nur mit gesetzlicher Altersrente | 5 Jahre vor dem Referenzalter, vorzeitig zum Beispiel für Wohneigentum oder Selbstständigkeit |
| Form der Auszahlung | bis 30 % als Kapital, Rest laufend | als Kapital, auf einmal pro Konto |
| Steuern beim Bezug | voll mit dem persönlichen Einkommensteuersatz | separate, reduzierte Kapitalbezugssteuer |
| Vererbbar? | ja, der Rest im Auszahlplan | ja, an die Begünstigten |
Diagramm · Was bringen 1’800 Einzahlung pro Jahr?
Deutschland mit Zulage, Schweiz mit Steuerersparnis je nach Grenzsteuersatz. Balkenlänge im Verhältnis zu 630
Bei kleinen Beträgen und tiefem Einkommen ist Deutschland klar grosszügiger. Die Schweiz spielt ihre Stärke bei den Beträgen aus. Wer die vollen CHF 7’258 einzahlt, spart bei 25 % Grenzsteuersatz ca. CHF 1’815 Steuern pro Jahr, also mehr als das Dreifache der deutschen Maximalzulage.
Beispiel: Lena aus München und Anna aus Zürich
Beide sparen 150 pro Monat, also 1’800 im Jahr, für ihre private Vorsorge.
- zahlt EUR 1’800 ins Altersvorsorgedepot
- erhält EUR 540 Zulage, unabhängig vom Einkommen
- mit einem Kind kommen bis EUR 300 dazu
- bei hohem Einkommen prüft das Finanzamt, ob der Steuerabzug mehr bringt
- zahlt im Alter Einkommensteuer auf die Auszahlungen
- zahlt CHF 1’800 in die Säule 3a
- spart bei 25 % Grenzsteuersatz ca. CHF 450 Steuern
- könnte bis CHF 7’258 einzahlen und so ca. CHF 1’815 sparen
- bekommt für Kinder nichts zusätzlich
- zahlt beim Bezug eine reduzierte Kapitalbezugssteuer
Vereinfachtes Beispiel. Die Steuerersparnis in der Schweiz hängt von Einkommen, Wohnort, Konfession und Zivilstand ab.
- kleinen Sparbeträgen, bis 50 % Zulage
- Familien mit Kindern
- tiefen Einkommen
- gesetzlichem Kostendeckel beim Standardprodukt
- viel höheren Einzahlungen
- flexiblem Bezug als Kapital, auch für Wohneigentum
- tieferen Steuern bei der Auszahlung
- Nachzahlen verpasster Jahre seit 2026
Gut zu wissen für Grenzgängerinnen
Wer in Deutschland wohnt, aber in der Schweiz arbeitet, ist in der Regel in der AHV versichert und nicht in der deutschen Rentenversicherung. Damit fehlt meist die Voraussetzung für die Förderung. Lass das im Einzelfall prüfen. Wer in der Schweiz wohnt und arbeitet, nutzt die Säule 3a. Wie du sie optimal nutzt, zeige ich in Säule 3a Tipps und Säule 3a nachzahlen.
Für die Schweiz: Säule 3a in Wertschriften
Drei digitale 3a-Anbieter mit Startbonus. Vergleiche selbst im Säule 3a Gebühren Vergleich.
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Zusätzlich investieren: dein freies ETF-Depot
Die Säule 3a ist begrenzt. Für alles darüber hinaus, quasi deine Säule 3b, nutze ich diese beiden Schweizer Anbieter. Mit meinen Codes startest du mit Bonus.
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Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot?
👍 Kann sich besonders lohnen für
- Kleinsparerinnen, dank 50 % Zulage
- Eltern, dank bis EUR 300 pro Kind
- junge Menschen unter 25, dank Startbonus
- Selbstständige, die neu gefördert werden
🤔 Genauer hinschauen, wenn
- du das Geld vor 65 brauchen könntest
- dir Schwankungen schlaflose Nächte bereiten
- du Einzelaktien kaufen möchtest
- ein Anbieter hohe Kosten verlangt
Unabhängig vom Land gilt, dass ein Notgroschen vor dem Investieren Sinn macht. Mehr Grundlagen findest du in Investieren für Anfängerinnen und in den Vorsorgetipps für Frauen.
Deutsche Begriffe einfach übersetzt
| Begriff in Deutschland | Was es heisst | Ähnlich in der Schweiz |
|---|---|---|
| Riester-Rente | bisherige geförderte Privatvorsorge mit Garantiepflicht | ältere 3a-Lösungen bei Versicherungen |
| Zulage | Geld, das der Staat direkt ins Depot überweist | gibt es so in der 3a nicht |
| Sonderausgabenabzug | Einzahlung in der Steuererklärung abziehen | 3a-Abzug in der Steuererklärung |
| Günstigerprüfung | Das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulage oder Steuerabzug mehr bringt | kein Gegenstück |
| Nachgelagerte Besteuerung | jetzt steuerfrei sparen, im Alter versteuern | ähnlich wie die 3a, dort aber mit reduzierter Kapitalbezugssteuer |
| Auszahlplan | Geld bleibt investiert und wird monatlich ausbezahlt | eigener Entnahmeplan nach dem 3a-Bezug |
| Leibrente | lebenslange feste Rente | Rente aus der Pensionskasse |
| Gesetzliche Rente | staatliche Rente aus Beiträgen | AHV |
FAQ: Altersvorsorgedepot
Die neuen Produkte können ab dem 1. Januar 2027 abgeschlossen werden. Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt.
Es gibt 50 Cent pro Euro bis EUR 360 Einzahlung und 25 Cent pro Euro bis EUR 1’800, maximal EUR 540 Grundzulage im Jahr. Dazu kommen bis EUR 300 Kinderzulage pro Kind und einmalig EUR 200 für unter 25-Jährige.
Ja. Erlaubt sind ETFs und Investmentfonds bis Risikoklasse 5, offene Publikums-AIF, ELTIF und Staatsanleihen in Euro. Einzelaktien und Kryptowährungen sind nicht erlaubt.
Die Auszahlung beginnt zwischen 65 und 70, früher nur bei Bezug der gesetzlichen Rente. Bis 30 Prozent können einmalig entnommen werden, der Rest fliesst als Auszahlplan bis mindestens 85 oder als lebenslange Rente.
Das deutsche Altersvorsorgedepot fördert mit Zulagen bis EUR 540 pro Jahr. Die Schweizer Säule 3a fördert über den Steuerabzug, 2026 bis CHF 7’258 mit Pensionskasse. Wer in der Schweiz wohnt und arbeitet, nutzt in der Regel die Säule 3a.
In der Regel nein. Gefördert werden Personen, die in Deutschland rentenversichert, verbeamtet oder selbstständig sind. Wer in der Schweiz wohnt und arbeitet, nutzt die Säule 3a. Auch Grenzgängerinnen mit AHV-Versicherung erfüllen die Voraussetzungen meist nicht.
Bestehende Verträge laufen weiter. Du kannst sie unverändert behalten, per Erklärung ins neue Zulagensystem wechseln oder das Guthaben in ein Altersvorsorgedepot übertragen, ohne erhaltene Zulagen zurückzuzahlen. Neue Riester-Verträge gibt es ab 2027 nicht mehr.
Beim Standarddepot sind die Effektivkosten gesetzlich auf 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt. Beim selbst gestalteten Depot gibt es keinen Deckel, bei günstigen ETFs können die Kosten aber deutlich tiefer liegen.
Quellen
- Bundesregierung, Fragen und Antworten zur Reform, Zeitplan und Förderung
- Bundesfinanzministerium, Zulagen, Einzahlungsgrenzen und Produktarten
- Deutscher Bundestag, Beschluss vom 27. März 2026
- finanzen.net, Auszahlphase und zulässige Anlagen
- BMF-Monatsbericht Januar 2026, Garantieprodukte, Standarddepot und Riester-Optionen
- GDV, Die Versicherer, Fakten zur beschlossenen Reform
- Bundestag Drucksache 21/7864, Gesetzentwurf Frühstart-Rente vom 7. September 2026
- VZ VermögensZentrum, Säule 3a Maximalbeträge 2026
- Rechenbeispiele mit 5 Prozent Rendite pro Jahr, vor Kosten und Steuern, eigene Berechnung
Über die Autorin
Helga Baechler ist zertifizierte Vermögensberaterin (IAF) und gründete liebefinanzen.ch, um Finanzwissen einfach und ehrlich zu erklären. Sie investiert selbst in ETFs und nutzt die Säule 3a mit Wertschriften.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine persönliche Anlage- oder Steuerberatung. Stand Oktober 2026. Investieren ist mit Risiken verbunden.

Finanzbloggerin
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