Vorsorge · Pensionierung & Kapitalbezug
Kapitalbezug Pensionskasse: Warum Banken dich vor der Pensionierung umwerben
Update August 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten
Bist du über fünfzig? Dann kommt bald Post von deiner Bank: eine Einladung zu einem gratis Vorsorgegespräch. Kein Zufall. Die Bank weiss genau, wann dein Pensionskassengeld frei wird, und will es danach verwalten.
Ich zeige dir, warum das so ist, und wie du dein Geld selbst anlegen kannst. Allein bei Swissquote in Aktien, die dir jedes Jahr Geld auszahlen. Oder automatisch mit finpension, fast ohne eigenen Aufwand.
Antwort in Kürze
Warum umwerben Banken Leute kurz vor der Pensionierung?
Bei der Rente bleibt dein Geld in der Pensionskasse, die Bank verdient nichts. Beim Kapitalbezug wird das Geld frei, du musst es anlegen. Genau da will die Bank ran, meist mit einem teuren Komplettmandat. Du kannst dein Geld aber auch selbst anlegen, bei Swissquote oder Yuh, oder automatisch mit finpension, für einen Bruchteil der Kosten.
Alle Zahlen in diesem Artikel sind frei gewählte Beispiele, keine Angebote einer bestimmten Bank. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
Quelle: BFS-Neurentenstatistik / Pensionskassenstatistik 2024 (via Bilanz)
- Die Wahl: Rente = monatliches Geld bis ans Lebensende, bleibt in der Pensionskasse. Kapitalbezug = alles auf einmal, du legst es selbst an.
- Das Interesse der Bank: Ein Komplettmandat kostet 1,2 bis 1,4% Mandatsgebühr, mit Fondskosten oft 3% oder mehr (moneyland.ch, VZ VermögensZentrum).
- Deine Alternative: Selbst anlegen oder finpension, nur ein Bruchteil der Kosten. Beispiel: bei CHF 500’000 über 20 Jahre rund CHF 186’000 Unterschied, bei einer Million bis über eine halbe Million.
- Das Wichtigste: Der Entscheid ist endgültig. Lerne das Investieren schon vor der Pensionierung. Mit meinen Codes gibt’s überall einen Bonus.
- Begriffe, ganz einfach
- Warum du bald Post bekommst
- Was die Bank daran verdient
- Gute Gründe für den Kapitalbezug
- Beispielrechnung: Rente oder Kapital
- Warum gratis nicht neutral ist
- Drei Wege für dein Geld
- Meine Codes auf einen Blick
- Anbieter für dein Kapital
- Was der Unterschied kostet
- Das Learning
- So entscheidest du selbst
- Fazit
- Häufige Fragen
Begriffe, ganz einfach
Vier Wörter, die im Artikel oft vorkommen. Zahlen sind frei gewählte Beispiele, keine Anlageberatung.
| Begriff | Was heisst das? | Beispiel |
|---|---|---|
| Pensionskasse | Dein Sparkonto fürs Alter, du und dein Arbeitgeber zahlen monatlich ein. | Nach 40 Jahren vielleicht CHF 500’000. |
| Rente | Fester Monatsbetrag von der Pensionskasse, bis ans Lebensende. | Z.B. CHF 2’500 pro Monat. |
| Kapitalbezug | Das ganze Guthaben auf einmal, du bist selbst verantwortlich. | CHF 500’000 auf dein Konto. |
| Komplettmandat | Die Bank verwaltet dein Geld gegen eine jährliche Gebühr. | 1,5% auf CHF 500’000 = CHF 7’500/Jahr. |
Warum du bald Post bekommst
45% der Versicherten nehmen bei der Pensionierung ausschliesslich das Kapital statt der Rente, 36% wählen die reine Rente und 19% eine Kombination aus beidem (BFS-Neurentenstatistik 2024). Allein aus den Pensionskassen wurden 2024 rund 17,1 Milliarden Franken als Kapital bezogen, ein riesiger Markt für Banken.
Übrigens: Stehst du wegen Jobwechsel oder Pause vor einer ähnlichen Frage, geht es um dein Freizügigkeitsguthaben, siehe Freizügigkeitskonto Schweiz.
Anna, 58, Pflegefachfrau, bekommt unaufgefordert eine Einladung ihrer Hausbank zum “kostenlosen Vorsorgegespräch”. Die Bank weiss aus ihrem Alter: Bald werden mehrere Hunderttausend Franken frei.
Was die Bank daran verdient
Bei der Rente bleibt dein Geld in der Pensionskasse, die Bank verdient nichts. Beim Kapitalbezug bekommst du alles auf einmal, oft mehrere Hunderttausend Franken, und musst es anlegen. Genau hier will die Bank ran, meist mit einem Komplettmandat: Du gibst ihr dein Geld, sie entscheidet, und kassiert jedes Jahr eine Gebühr, egal wie die Anlage läuft.
moneyland.ch hat das mehrfach untersucht: Die reine Mandatsgebühr liegt im Schnitt bei 1,2 bis 1,4% pro Jahr, ohne Fondskosten, Fremdwährungskosten und Steuern. Das VZ VermögensZentrum schreibt: Unter dem Strich zahlen viele nicht selten 3% oder mehr. Zwischen Banken gibt es grosse Unterschiede, teils das Dreifache der günstigsten.
CHF 500’000 im Komplettmandat: Nur die Mandatsgebühr (1,3%) macht CHF 6’500 pro Jahr. Mit Fondskosten bis 3% sind es CHF 15’000 pro Jahr. Über 20 Jahre: CHF 130’000 bis 300’000, nur für die Verwaltung, ohne den entgangenen Zinseszins.
Auch der Gewerkschaftsbund kritisiert das: Chefökonom Daniel Lampart sieht einen Grund im Verkaufsinteresse der Berater, Schönwetter-Berechnungen
Nicht jede Bankberatung ist unseriös. Aber wer dir zum Kapitalbezug rät, verdient danach oft an der Verwaltung dieses Geldes mit.
Gute Gründe für den Kapitalbezug
Es gibt auch echte, unabhängige Gründe:
- Sinkender Umwandlungssatz: Er bestimmt die Rente pro Franken. Bei 6% gibt CHF 100’000 Guthaben CHF 6’000 Rente/Jahr, bei 5% nur CHF 5’000. Der Satz sinkt seit Jahren.
- Steuern: Kapital wird einmalig und günstiger besteuert, die Rente jedes Jahr als normales Einkommen. Mehr zur Besteuerung von Kapitalerträgen in ETF Steuern Schweiz.
- Freiheit: Du verfügst frei über dein Geld, es kann vererbt werden. Zusätzlich lässt sich der Bezug splitten und so Steuern sparen, siehe Pensionskasse splitten.
Diese Gründe sind echt, trotzdem hat die Bank ein Interesse am Kapitalbezug plus Komplettmandat.
Beispielrechnung: Rente oder Kapital bei CHF 600’000
Markus, 64, hat CHF 600’000 in der Pensionskasse, Umwandlungssatz 5%. Rente: CHF 30’000/Jahr, also CHF 2’500/Monat, lebenslang. Kapitalbezug: CHF 600’000 auf einmal, er sorgt selbst dafür, dass es reicht.
| Rente | Kapitalbezug | |
|---|---|---|
| Markus bekommt | CHF 2’500/Monat, lebenslang | CHF 600’000 auf einmal |
| Vorteil | Fixer Betrag, egal wie lange er lebt | Volle Kontrolle, vererbbar, oft weniger Steuern |
| Nachteil | Bei frühem Tod ist das Geld weg, keine Erbschaft | Risiko bei Markus, Geld kann ausgehen |
| Passt für | Wer Sicherheit will | Wer selbst anlegen will oder Erben wichtig sind |
Frei erfundenes Beispiel, keine Berechnung für eine echte Person. Frag deine eigene Pensionskasse nach deinem Umwandlungssatz.
Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Er ordnet nur ein, wie das Geschäft funktioniert. Was für dich richtig ist, entscheidest du selbst oder mit einer unabhängigen Fachperson.
Warum gratis Beratung nicht neutral ist
Eine NZZ-Kolumne bringt es auf den Punkt: Der Kapitalbezug wird als Freiheit verkauft, ist aber auch eine Wette auf stabile Börsen und ein nicht zu langes Leben. Wer sich vorher nicht überlegt hat, wie er sein Geld anlegen will, tappt schnell in genau die Lücke, die die Bank mit ihrem Komplettmandat füllt.
Drei Wege für dein Geld
| Wer entscheidet | Aufwand | Kosten/Jahr (Beispiel) | |
|---|---|---|---|
| Komplettmandat | Die Bank | Sehr gering | 1,2 bis 3%+ |
| Selbst, z.B. Swissquote | Du selbst | Hoch | ca. 0,2% |
| Automatisch, z.B. finpension | Du wählst Strategie | Gering | unter 1% |
Richtwerte laut moneyland.ch und VZ VermögensZentrum, keine Anbieterangaben. Mehr Anbieter: Robo Advisor Vergleich.
- Kennst du dich aus und hast Zeit? Eigenes Depot bei Swissquote oder Yuh. Vergleich inkl. neon: hier, Anleitung zum ersten Kauf: ETF kaufen für Anfänger.
- Keine Lust auf Details, aber tiefe Kosten? Automatische Lösung wie finpension, du wählst nur das Risiko.
- Willst nichts entscheiden? Komplettmandat der Bank, rechne vorher aus, was es kostet.
Meine Codes auf einen Blick
Bei jedem Weg gibt’s mit meinen Codes einen Bonus. Antippen zum Kopieren.
| Anbieter | Bonus | Code | Für wen |
|---|---|---|---|
| Swissquote | CHF 100 Trading Credits | MKT_LIEBEFINANZEN | Selbst, volle Auswahl |
| Yuh | CHF 50 + 250 Swissqoins | YUHLIEBE | Selbst, einfache App |
| finpension | CHF 25, pro Produkt | LIEBXP | Automatisch |
| findependent | CHF 20 Startguthaben | liebefinanzen20 | Automatisch, ETFs |
| Selma | 12 Monate gratis | liebefinanzen | Automatisch, Begleitung |
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Anbieter für dein Kapital
Du musst dein Geld nicht bei der beratenden Bank anlegen. Was zu dir passt, hängt von deiner Situation ab.
Weg 1: Selbst anlegen bei Swissquote, Yuh oder neon
Kennst du dich mit Aktien und ETFs (Fonds mit vielen Aktien) schon aus? Dann leg dein Kapital selbst an, über ein Depot bei Swissquote, dem grössten Schweizer Broker. Anleitung: Swissquote Konto eröffnen. Nur Depot- und Handelsgebühren, keine Verwaltungsgebühr. Einfacher: Yuh oder neon. Vergleich: Swissquote vs. Saxo vs. Yuh vs. neon. Für die ersten Schritte: 5-Schritte-Bauplan.
Dividendenaktien zahlen jedes Jahr einen Teil vom Gewinn aus, ähnlich einer Rente, nur bleibt das Kapital dein Eigentum. Wichtig: breit streuen über Branchen und Länder. Aufbau: Einkommen mit Dividenden, benötigtes Kapital: Dividenden ETF Rente, Schweizer Titel: Höchste Dividendenrendite SMI.
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Weg 2: Automatisch anlegen mit finpension
Kein Interesse an Detailentscheidungen, aber auch keine Lust auf hohe Bankgebühren? Digitale Vermögensverwalter sind der Mittelweg: automatisch, breit gestreut, zum Bruchteil der Kosten. Du wählst nur das Risiko. Bekannte Anbieter: finpension, findependent, Selma.
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Code im Schritt “Einladungscode”.
Selma · Persönliche Begleitung, Ruhestandsmodus.
Gut bei fixem Auszahlungsplan.
Was der Unterschied kostet
CHF 500’000, 20 Jahre, Komplettmandat gegen Selbst-Anlegen bei Swissquote. Frei gewähltes Rechenbeispiel, keine Anlageberatung.
Bei einer Million, mit 2% Gesamtkosten statt 1,2%, wird der Unterschied grösser:
Je grösser dein Vermögen und je höher die Gebühr, desto grösser der Unterschied. Selbst anlegen kostet Zeit und Disziplin, spart dafür den grössten Teil der Kosten.
Das Learning
Der beste Moment, günstiges Investieren zu lernen, ist nicht der Tag deiner Pensionierung, sondern Jahre davor.
Wer sich vorher mit Aktien, ETFs, Säule 3a und Dividenden befasst hat, sitzt später nicht ratlos vor dem Bankberater. Das ist der echte Schutz vor einem teuren Komplettmandat, nicht Misstrauen, sondern eigenes Wissen. Einstieg: Investieren für Anfänger Schweiz.
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So entscheidest du selbst
Der Entscheid Rente oder Kapital ist endgültig. Vier Schritte dazu:
- Zweite Meinung holen. Nicht nur die einladende Bank fragen, sondern auch eine unabhängige Stelle oder deine Pensionskasse.
- Gebühren in Franken erfragen. 1,5% klingt wenig, CHF 7’500 pro Jahr klingt anders.
- Ehrlich vergleichen. Gesundheit, Familie, weiteres Vermögen, Sicherheitsbedürfnis. Deine AHV-Rente dazu: AHV-Rentenrechner.
- Günstige Alternativen prüfen. Selbst anlegen bei Swissquote, Yuh, neon oder automatisch mit finpension statt Komplettmandat.
Fazit
Kein Zufall, dass Banken kurz vor deiner Pensionierung anklopfen: 45% nehmen heute ausschliesslich das Kapital, weitere 19% einen Teil davon. Allein aus den Pensionskassen sind das jährlich rund 17,1 Milliarden Franken. Es gibt gute Gründe für den Kapitalbezug, die Entscheidung sollte aber dir gehören, nicht der Bank. Lerne das Investieren am besten Jahre vorher, dann brauchst du später keine teure Bankberatung.
Bereit für den Start?
Meine Codes, antippen zum Kopieren:
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Häufige Fragen
Warum werden Leute kurz vor der Pensionierung von Banken umworben?
Beim Kapitalbezug wird das Pensionskassengeld frei und muss angelegt werden. Banken wollen es verwalten, meist über ein Komplettmandat, und daran jedes Jahr verdienen.
Was ist der Unterschied zwischen Rente und Kapitalbezug?
Rente: fester Monatsbetrag bis ans Lebensende, Geld bleibt in der Pensionskasse. Kapitalbezug: das ganze Guthaben auf einmal, du legst es selbst an.
Wie viele nehmen das Kapital statt der Rente?
45% nehmen ausschliesslich das Kapital, 36% die Rente und 19% eine Kombination, laut BFS-Neurentenstatistik 2024. Allein aus den Pensionskassen wurden 2024 rund 17,1 Milliarden Franken als Kapital bezogen.
Was ist ein Komplettmandat und was kostet es?
Die Bank verwaltet dein ganzes Kapital. Mandatsgebühr laut moneyland.ch im Schnitt 1,2 bis 1,4%/Jahr, mit Fondskosten laut VZ VermögensZentrum nicht selten 3% oder mehr.
Wann sollte ich das Investieren lernen?
Am besten Jahre vor der Pensionierung, dann weisst du bei der Auszahlung genau, was zu tun ist.
Kann ich mein Pensionskassengeld in Dividendenaktien anlegen?
Ja, über ein Depot bei Swissquote oder Yuh, mit regelmässigen Auszahlungen ähnlich einer Rente.
Was sind gute Gründe für den Kapitalbezug?
Sinkende Umwandlungssätze, tiefere Steuern, mehr Freiheit über das eigene Geld.
Kann ich den Entscheid später ändern?
Nein, er ist endgültig. Darum früh entscheiden und mehrere Meinungen einholen.
Quellen
- BFS-Neurentenstatistik 2024 (via NZZ): 45% Kapital, 36% Rente, 19% Kombination
- BFS-Pensionskassenstatistik (via Bilanz): 17,1 Mrd. CHF Kapitalbezüge 2024
- Daniel Lampart (SGB): Pensionierte nehmen viel mehr Kapital
- NZZ: Warum der Kapitalbezug gut überlegt sein muss
- moneyland.ch: So teuer ist Schweizer Vermögensverwaltung (2025)
- VZ VermögensZentrum: Anleger bezahlen oft zu viel
Über die Autorin
Helga Baechler ist Finanzbloggerin und zertifizierte Vermögensberaterin IAF. Sie schreibt auf liebefinanzen.ch über Vorsorge, ETFs und Vermögensaufbau in der Schweiz, einfach erklärt.
Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links und ist keine Anlageberatung. Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen mit angenommenen, nicht garantierten Werten. Bonusbedingungen ohne Gewähr, massgebend sind die Angaben der Anbieter.

Finanzbloggerin
Zertifizierte Vermögensberaterin IAF
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Vorab möchte ich dich für deine superinformative Website loben – wirklich eine super Sache!
Zu deinem PK-Beitrag möchte ich Folgendes sagen, was mittlerweile auch vielen Menschen bewusst ist:
Grundsätzlich bin ich für eine Kapitalauszahlung. Man weiss nie, was der morgige Tag bringt, und im hohen Alter wird man zunehmend anfälliger für Krankheiten und kommt dem Tod zwangsläufig näher. Gerade deshalb möchte ich in diesen Fällen nichts der PK überlassen. Ich nehme lieber das, was mir gehört, und werde mir den gesamten Betrag auszahlen lassen.
Wer finanzielle Interessen vertritt, wie beispielsweise die AHV, die Pensionskassen usw., argumentiert gerne mit der steigenden Lebenserwartung. Fokussiert man sich jedoch auf medizinische Studien und Fachzeitschriften, stellt man fest, dass gewisse Krankheiten immer häufiger und teilweise auch früher auftreten. Nicht ohne Grund werden beispielsweise immer mehr Früherkennungskontrollen wie Darmkrebs-Screenings in jüngeren Jahren empfohlen. Letztens habe ich gelesen, dass bis 2040 jeder Dritte mit Demenz konfrontiert sein könnte.
Aber nun zum eigentlichen Punkt: Diese beiden Berichte von gestern im Blick bringen es für mich auf den Punkt:
https://www.blick.ch/wirtschaft/rente-reicht-oft-nicht-aus-so-viel-geld-musst-du-fuers-alter-im-heim-tatsaechlich-auf-der-seite-haben-id22189687.html
https://www.blick.ch/community/debatte-um-altersheimkosten-verprasst-eure-kohle-solange-ihr-sie-noch-habt-id22191370.html
Wenn ich mir mit 65 eine halbe Million Franken aus der PK auszahlen lasse, dann ist mein Ziel sicher nicht, mit 75 oder 85 noch exakt dieselbe Summe zu besitzen, nur weil ich das Geld super gut investiert habe. Im Gegenteil: Ich möchte am liebsten möglichst wenig Vermögen hinterlassen und mein Geld zu Lebzeiten geniessen – Stichwort „Die with Zero”.
Grundsätzlich macht man meiner Meinung nach einen Fehler, wenn man im hohen Alter noch über ein grosses Vermögen, inkl. Eigenheim verfügt. Warum? Wenn man irgendwann in ein Alters- oder Pflegeheim kommt, muss man einen grossen Teil der Kosten selbst tragen. Wer hingegen kaum noch Vermögen besitzt, erhält unter Umständen Unterstützung, sodass die Kosten teilweise oder vollständig übernommen werden.
Lieber Gruss
Danke für deinen interessanten Kommentar.
Allerdings bin ich persönlich der Meinung, dass man im Alter – sofern man die finanziellen Möglichkeiten dazu hat – mit dem eigenen Vermögen auch für die eigene Pflege aufkommen sollte. Ich versuche es für mich so zu planen, dass ich mir später möglichst eine Art «Luxuspflege» leisten kann. Auch dafür spare und investiere ich heute.
«Die With Zero» ist deshalb nicht unbedingt meine Devise. Für mich geht es vielmehr darum, eine gute Balance zu finden: das Leben und das Geld heute zu geniessen, aber gleichzeitig auch für später vorzusorgen.
«Die With Zero» bedeutet für mich auch nicht, dass später die Allgemeinheit für einen aufkommen soll. Staatliche Unterstützung sollte in erster Linie für Menschen da sein, die tatsächlich nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen.
beste Grüsse
Helga
Hallo Helga
Ich sehe das genauso wie Fabio, sorry.
Wenn man ins hohe Alter kommt (wenn man dieses überhaupt erreicht!), hat man in der Regel viel weniger Ansprüche ans Leben und in diesem Sinne auch immer weniger Kraft und Energie. Ich selber arbeite in der Pflege, und glaub mir: Wenn Menschen zu uns kommen, realisieren sie an diesem Punkt nichts mehr von Luxus- oder Standardpflege.
Das Leben spielt sich vorher ab, und am Schluss zählen Geld, Vermögen usw. nichts mehr.
Darum: Geniesst das Leben, macht alles, was ihr euch wünscht, und ja … so, wie es im Blick-Artikel steht: Verprasst EUER Geld – oder es wird euch weggenommen!
Hallo Marco
du musst nicht sorry sagen 🙂
Ja, du bist an der Front und ich glaube dir das sofort. Natürlich soll man das Leben leben, wenn man noch fit ist und Energie hat. Die Balance machts aus.
Mir geht es aber auch darum, dass man das Vermögen vorher verprasst, aber dann die Allgemeinheit oder die Angehörigen die Pflege bezahlen müssen, obwohl man Vermögen gehabt hätte.
Das finde ich dann eher schwierig.
Zudem denke ich schon, dass es riesige Unterschiede gibt am Standard eines Pflegeheims.
Ich denke da an eine Diaconis Villa Sarepta in der Stadt Bern.
Oder ob man private Pflege zuhause haben kann mit 1-2 eigenen angestellten Pflegerinnen.
Als Finanzbloggerin muss man aber eher auf der Seite des eigenen Vermögens blieben. Es kann ja immer noch passives Einkommen generieren 🙂
Grüsse
Helga
Ich schliesse mich den zwei obigen Meinungen an. Auch ich werde mein PK-Kapital beziehen, und zwar bei der erstmöglichen Gelegenheit, d. h. mit grosser Wahrscheinlichkeit mit 58. Und bei der AHV werde ich mich mit 63 frühpensionieren lassen. Das Leben spielt sich jetzt ab und nicht erst mit 80 oder später. Auch wenn AHV, PKs usw. gross rumposaunen, dass wir eine immer höhere Lebenserwartung haben, zeigen tatsächlich immer mehr Medizinberichte und Statistiken, dass immer mehr Menschen früh krank werden. Mir ist es in diesem Sinne auch ziemlich egal, wo und wie ich im hohen Alter versorgt werde, und wenn man dann noch mit Demenz zu kämpfen hat, realisiert man gar nichts mehr davon.
Weisst du, früher galt ich auch in Bezug auf die Krankenkasse als sehr solidarisch und ging fast nie zum Arzt, bis ich verstanden habe, dass man die Bevölkerung glauben lassen möchte, die vielen Arztbesuche seien an den ständigen und massiven Prämienanstiegen schuld. Bis ich verschiedene Artikel (Tagi, Beobachter usw.) las und verstand, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Geldgierige Politiker, die mit Lobbyismus Millionen kassieren, Ärzte/Radiologen, die astronomische Gehälter kassieren, die Pharmabranche, die Milliardengewinne macht und in der Schweiz Medikamente zwei- bis dreimal so teuer verkauft, Labore, die Ärzten Geld überweisen, damit Patienten mehr Blutanalysen bei ihnen machen usw. usw. Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich auch alles «verpulvere» und irgendwann vom Staat finanziert werde. Fertig solidarisch sein für mich!
Danke für deine Sicht, finde ich absolut legitim.
Grüsse
Helga
Liebe Helga
Ich schliesse mich deiner Haltung an. Verprassen oder das Haus an die Kinder zu überschreiben und im Alter von den Sozialfallschirmen zu leben, ist für mich keine Option.
Eindrücklich sind mir meine Altersheimbesuche bei meinem Vater geblieben, zwei bis drei Mal pro Woche. Er und ein einziger Bewohner konnten sich mittags ein Glas Wein leisten resp. einen Kaffee nachmittags im Restaurant. Alle andern hatten (fast) kein Geld für Sonderausgaben auf eigene Rechnung. Das ist doch himmeltraurig. Da halte ich mich lieber ans vernünftige Haushalten und, aus Spass an der Freud, ans Investieren.
BTW ich habe mich mit 62 1/2 Jahren frühpensionieren lassen, habe die Mischform Kapital+Rente gewählt und werde Ende dieses Monats glückliche 69.
Liebe Grüsse und, Helga, herzlichen Dank für deine tollen Artikel.
Franziska